Bremen-Oldenburg
Bevölkerung von 2,147 Mio. Personen
rund 161.000 Personen arbeiten in der Industrie (16,4 % der Beschäftigten)
Die ITR Bremen-Oldenburg verfügt über eine starke digitale Infrastruktur, hohe Gründungsdynamik und überdurchschnittliche Forschungsaktivitäten in den Bereichen Green & Smart Mobility sowie Green Economy. Diese Stärken bieten eine solide Basis für die Transformation hin zu einer grünen Wirtschaft. Positive demografische Entwicklungen und eine gute Beschäftigungsentwicklung stärken zusätzlich das Fachkräftepotenzial der Region. Jedoch bestehen strukturelle Schwächen, insbesondere eine niedrige Exportquote, hohe Energie- und Materialintensität sowie eine hohe kommunale Verschuldung. Rückstände bei der Wärmewende und eine begrenzte Flächeneffizienz erschweren den Fortschritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Strategien zur Exportsteigerung, Effizienzsteigerung und zur Förderung von Innovationen notwendig. Die starke technologische Ausgangslage bietet jedoch ein solides Fundament für eine nachhaltige Transformation.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen im Zuge der Transformation besonders gefordert sind.
- Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt. - Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Bremen-Oldenburg ist der Flächendruck durchschnittlich. - Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,7 %. Dieser Wert liegt über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Bremen-Oldenburg weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
Stark ausgeprägte digitale Infrastruktur durch bundesweit führenden Glasfaserausbau und hohe Gründungsdynamik.
Positive demografische Entwicklung durch stabile Zuwanderung und überdurchschnittlichen Anteil junger Menschen in der Bevölkerung.
Dynamischer Arbeitsmarkt mit vergleichsweise guter Beschäftigungsentwicklung in den letzten fünf Jahren und geringem Anteil an Engpassberufen.
Gut vernetzter Wirtschafts- und Arbeitsraum mit hoher Pendelintensität und günstiger Erreichbarkeit logistischer Knotenpunkte (u. a. Terminals für Kombinierten Verkehr).
Überdurchschnittliche Forschungs- und Unternehmensaktivitäten in den Transformationsfeldern Green & Smart Mobility, Green Economy und Sustainable Building.
Chancen
Führende Transformationsfelder in Smart Production, Green Economy und Sustainable Building eröffnen Potenziale für neue industrielle Anwendungen und regionale Wertschöpfung.
Solide Energiewendebasis mit hohem Wasserstoffpotenzial und fortgeschrittenem Ausbau erneuerbarer Energien stärkt die Wettbewerbsfähigkeit im Wandel.
Effizienzsteigerungen beim Energie- und Ressourceneinsatz bieten Spielräume zur Senkung von Produktionskosten.
Fachkräftesicherung durch regionale Mobilität – Pendelverflechtungen und Arbeitsmarktintegration können gezielt genutzt werden.
Räumliche Diversifizierung der Technologie- und Innovationslandschaft über die Kernstädte Bremen, Oldenburg und Bremerhaven hinaus ermöglicht breitere Transformationsimpulse.
Schwächen
- Hohe Materialkosten und energieintensive Produktionsprozesse stellen eine Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit dar.
- Niedrige Exportquote und schwache Terms of Trade deuten auf eine geringe internationale Marktintegration hin.
- Defizite in der Gesundheitsinfrastruktur mit unterdurchschnittlicher Arzt- und Krankenhausdichte.
- Hohe Flächenversiegelung und begrenzte Flächeneffizienz schränken die nachhaltige Raumentwicklung ein.
- Überdurchschnittliche kommunale Verschuldung reduziert finanzielle Spielräume für Investitionen in Transformation und Infrastruktur.
Risiken
- Rückstände bei der Wärmewende in Wohngebäuden gefährden Fortschritte bei der Klimaneutralität.
- Anhaltend hohe Energie- und Materialintensität kann Transformationsfortschritte im Industriesektor verzögern.
- Geringe Exportquote und schwache Terms of Trade erhöhen die Anfälligkeit gegenüber internationalen Marktschwankungen und Außenhandelsrisiken.
- Hohe kommunale Verschuldung und begrenzte Verwaltungskapazitäten könnten die Umsetzung zentraler Transformations- und Investitionsprojekte verlangsamen.
- Hoher Anteil an Erwerbspersonen mit Hilfstätigkeiten (vergleichsweise hoher Anteil an einfachen Tätigkeiten) könnte die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit der Region beeinträchtigen.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
51,5
Rang 33 von 38
Importquote
41,7
Rang 7 von 38
Terms of Trade
98,8
Rang 29 von 38
Lohnstückkosten
23,8
Rang 3 von 38
Materialstruktur
88,3
Rang 34 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
63,5
Rang 22 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
2,3
Rang 17 von 38
Wanderungssaldo
2,4
Rang 10 von 38
Medianentgelt
3.682
Rang 28 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
17,4
Rang 10 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
4,3
Rang 7 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
22,6
Rang 31 von 38
Anteil von Engspassberufen
26,6
Rang 11 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 18 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
0,4
Rang 16 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,9
Rang 36 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
9,8
Rang 26 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,4
Rang 27 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 1 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 28 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
6
Rang 7 von 38
Energieintensität der Industrie
703.983,6
Rang 34 von 38
EE-Ausbau
2,3
Rang 10 von 38
Wärmewende Wohngebäude
3,5
Rang 37 von 38
Wasserstoffpotenzial
5.272.861
Rang 7 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,8
Rang 22 von 38
Flächenversiegelung
16,7
Rang 29 von 38
Flächeneffizienz
385.503,8
Rang 30 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
115,2
Rang 16 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
3,8
Rang 26 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
5,1
Rang 29 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
34,5
Rang 22 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
212,2
Rang 21 von 38
Glasfaserausbau
62,6
Rang 1 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
27,3
Rang 8 von 38
Pendelintensität
0,6
Rang 8 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
12.479,3
Rang 38 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
94,9
Rang 36 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
897,4
Rang 24 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
13.446
Rang 11 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
7,5
Rang 23 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 12 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
4,3
Rang 25 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
4,2
Rang 14 von 38
Sportvereinsdichte
91,3
Rang 27 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
35
Rang 23 von 38
Klima
32
Rang 26 von 38
Verfassungspaket
38
Rang 20 von 38
Welthandel
52
Rang 26 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.