Region Dortmund-Bochum

Dortmund-Bochum

Bevölkerung von 979.000 Personen

rund 146.000 Personen arbeiten in der Industrie (30,8 % der Beschäftigten) 

Die ITR Dortmund-Bochum verfügt über eine starke Ausgangslage mit überdurchschnittlich guter Verkehrsinfrastruktur, einer hohen Bildungsbeteiligung junger Menschen, günstigen Terms of Trade sowie einer lebendigen Gründungsdynamik. Gleichzeitig bestehen strukturelle Schwächen im Bereich Flächennutzung, demografischer Entwicklung und wirtschaftlicher Diversität. Vergleichsweise ungünstig sind das Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis, die unterdurchschnittliche Beschäftigungsentwicklung sowie ein relativ hoher Anteil an Beschäftigten mit einfachen Hilfstätigkeiten. Rückstände beim Ausbau erneuerbarer Energien, beim Wasserstoffpotenzial und in der Wärmewende erschweren zudem die nachhaltige Transformation. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es gezielte Strategien zur Stärkung grüner Technologien, zur Fachkräftesicherung und zur Reduzierung von Flächenkonflikten. Die vorhandenen Stärken in Forschung, Gründungskultur und ausgewählten Transformationsfeldern – insbesondere Sustainable Building, Smart Production und Green Economy – bieten hierfür ein solides Fundament.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Dortmund-Bochum zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation überdurchschnittlich gefordert sind. 

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.
  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
    → In der ITR Dortmund-Bochum ist der Flächendruck besonders hoch.
  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 3 %.
    → Dieser Wert liegt über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Dortmund-Bochum weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Eine überdurchschnittlich gute Infrastruktur im Güterverkehr mit sehr guter Erreichbarkeit von Terminals des Kombinierten Verkehrs stärkt die Logistik- und Produktionsstandorte.
  • Der vergleichsweise hohe Anteil junger Menschen im Bildungssystem trägt zum Fachkräftepotenzial und zur Innovationsfähigkeit bei.
  • Sehr günstige Terms of Trade erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Region.
  • Die überdurchschnittliche Gründungsdynamik weist auf Innovationsbereitschaft und unternehmerische Aktivität hin.
  • Die vergleichsweise gute soziale Infrastruktur durch hohe Verfügbarkeit von Krankenhausbetten unterstützt die Lebensqualität.

Chancen

  • Die Transformationsfelder zeigen besondere Stärken im Bereich Sustainable Building (Patente) sowie solide Aktivitäten in Smart Production und Green Economy.
  • Die starke Forschungs- und Hochschullandschaft sowie hohe Gründungszahlen bilden eine Basis für Technologietransfer.
  • Die ausgeprägte Vernetzung durch hohe Pendelintensität eröffnet Potenziale für einen regional integrierten Arbeitsmarkt.
  • Der Ausbau energieeffizienter Produktionsprozesse kann vorhandene industrielle Strukturen wettbewerbsfähiger machen.
  • Die Szenarien Klima, Welthandel und Energie eröffnen der Region Potenziale beispielsweise durch Veränderungen im internationalen Handel oder den Ausbau erneuerbarer Energien, die verschiedene wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen können.

Schwächen

  • Ein relativ hoher Flächendruckund die hohe Flächenversiegelung erschweren die räumliche Entwicklung.
  • Unterdurchschnittliche Bevölkerungsentwicklung und ein niedriger Wanderungssaldo verschärfen die demografische Situation.
  • Die Wirtschaftsstruktur zeigt ein vergleichsweise ungünstiges Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis.
  • Hohe Unternehmensfluktuation (Geschäftsaufgaben) und große Unternehmensgrößen erzeugen Klumpenrisiken.
  • In den vergangenen 5 Jahren wuchsen dieBeschäftigtenzahlen nur unterdurchschnittlich, der Anteil der Beschäftigten mit einfachen Hilfstätigkeiten war relativ hoch. 

Risiken

  • Rückstände bei erneuerbaren Energien, Wasserstoffpotenzial und Wärmewende deuten auf Verzögerungen bei der Transformation zur Klimaneutralität hin.
  • Die schwache demografische Dynamik kann den Fachkräftemangel verschärfen.
  • Überdurchschnittlich hohe Lohnstückkosten können die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beeinträchtigen.
  • Die vergleichsweise hohe kommunale Verschuldung und geringe Steuerkraft schränken die finanziellen Handlungsspielräume der Region deutlich ein.
  • Erhöhte Materialkosten belasten insbesondere industrielle Wertschöpfungsketten und erhöhen die Vulnerabilität gegenüber Preissteigerungen und globalen Marktverwerfungen.

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

55

Rang 23 von 38

Importquote

44,9

Rang 20 von 38

Terms of Trade

100

Rang 1 von 38

Lohnstückkosten

26,3

Rang 35 von 38

Materialstruktur

87,1

Rang 27 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

63,6

Rang 19 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

0,5

Rang 32 von 38

Wanderungssaldo

1,8

Rang 34 von 38

Medianentgelt

3.768,8

Rang 21 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

16,9

Rang 21 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

2,6

Rang 22 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

21,9

Rang 29 von 38

Anteil von Engspassberufen

26,9

Rang 12 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 16 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

0,4

Rang 18 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,3

Rang 19 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

10,2

Rang 35 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,4

Rang 28 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 4 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 35 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

10,6

Rang 23 von 38

Energieintensität der Industrie

370.264,1

Rang 23 von 38

EE-Ausbau

0,3

Rang 38 von 38

Wärmewende Wohngebäude

4,2

Rang 36 von 38

Wasserstoffpotenzial

612.865

Rang 38 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

1

Rang 31 von 38

Flächenversiegelung

32

Rang 37 von 38

Flächeneffizienz

621.582,4

Rang 9 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

106,6

Rang 19 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

3,3

Rang 36 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

7,3

Rang 5 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

30,7

Rang 30 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

910,7

Rang 2 von 38

Glasfaserausbau

42,4

Rang 22 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

18,2

Rang 1 von 38

Pendelintensität

0,8

Rang 2 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

3.474

Rang 34 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

162,1

Rang 11 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

858,3

Rang 26 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

12.524

Rang 12 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

5,3

Rang 2 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 1 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

1,5

Rang 38 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

3,3

Rang 33 von 38

Sportvereinsdichte

100,3

Rang 24 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

64

Rang 4 von 38

Klima

49

Rang 12 von 38

Verfassungspaket

45

Rang 15 von 38

Welthandel

32

Rang 13 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.