Region Düsseldorf-Ruhr

Düsseldorf-Ruhr

Bevölkerung von 6,262 Mio. Personen

rund 375.000 Personen arbeiten in der Industrie (13,3 % der Beschäftigten)

Die industrielle Transformationsregion Düsseldorf-Ruhr weist im bundesweiten Vergleich eine gute strukturelle Ausgangslage auf, die vor allem auf die gute logistische Anbindung, eine relativ hohe Flächeneffizienz und enge Vernetzung mit dem Umland zurückzuführen ist. Besonders stark schneidet die Region im Szenario Energiewende und bei der Klimaanpassung ab, was auf eine vergleichsweise hohe Anpassungsfähigkeit in ökologischen Zukunftsfeldern hinweist. Gleichzeitig bestehen deutliche Defizite bei Innovations- und Forschungsaktivitäten, ein sehr hoher Flächendruck sowie eine überdurchschnittliche Energieintensität der Industrie. Auch die kommunale Verschuldung und die schwach ausgeprägte Wärmewende schränken die Entwicklungsspielräume ein. Politik und Wirtschaftsförderung sollten daher die Stärkung einer möglichen Spezialisierung in Forschung und Entwicklung, eine effizientere Ressourcennutzung und ein nachhaltiges Flächenmanagement in den Mittelpunkt stellen. So kann Düsseldorf-Ruhr seine Position als vergleichsweise robuste, aber reformbedürftige Transformationsregion langfristig sichern.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation überdurchschnittlich gefordert sind.

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
    In der ITR Düsseldorf-Ruhr ist der Flächendruck besonders hoch.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,7 %. Dieser Wert liegt über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Düsseldorf-Ruhr weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Die sehr überdurchschnittliche Logistikinfrastruktur mit guter Anbindung an Umschlagterminals stellt einen zentralen Standortvorteil im bundesweiten Vergleich dar.

  • Die hohe Vernetzung mit dem Umland sichert den Austausch mit anderen Regionen.

  • Der geringe Anteil an Engpassberufen und das stabile Medianentgelt stärken die finanzielle Ausstattung und Kaufkraft der regionalen Bevölkerung.

  • Die gut ausgebaute Sozialinfrastruktur mit hoher Dichte an Kindertagesstätten und Schulen stützt die lokale Bevölkerung.

  • Die vergleichsweise zahlreichen Gründungsaktivitäten zeugen von einer dynamischen Wirtschaftslandschaft.

Chancen

  • Durch die schon bestehenden Kenntnisse im Thema Flächeneffizienz und Flächenentwicklung können Herausforderungen, die mit dem steigenden Flächendruck in Verbindung stehen, besser bewältigt werden. 

  • Die guten sozialen und gesundheitlichen Infrastrukturen fördern die Daseinsvorsorge und verbessert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das erhöht die Standortattraktivität und das Arbeitskräftepotenzial in der Region.

  • Der vergleichsweise geringe Anteil an Engpassberufen kann die wirtschaftliche Situation positiv beeinflussen, da der Fachkräftemangel weniger negativ ausgeprägt auf die Region wirkt.

Schwächen

  • Der sehr hohe Grad an Flächenversiegelung bewirkt einen sehr hohen Flächendruck hinsichtlich der wirtschaftlichen Weiterentwicklung in der Region. 

  • Die unterdurchschnittliche Forschungs- und Innovationsaktivität in Bundes- und EU-geförderten Projekten sowie die niedrige Patentintensität in Transformationsfeldern zeigen Defizite in der Innovations- und Transferleistung.

  • Die hohe kommunale Verschuldung schränkt Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Infrastrukturen erheblich ein.

  • Die vergleichsweise hohe Energieintensität der Industrie, gepaart mit dem relativ geringen Potenzial im Bereich Wasserstoff und dem ziemlich geringen Anteil an erneuerbaren Energien, mindert die Schlagkraft der regionalen Wirtschaft.

  • Das relativ hohe Insolvenzrisiko sowie die verhältnismäßig hohe Zahl an Geschäftsaufgaben belasten den Arbeitsmarkt.

Risiken

  • Die übermäßige Flächeninanspruchnahme gefährdet die ökologische Nachhaltigkeit und begrenzt die Entwicklungsspielräume für neue Gewerbe- und Wohnflächen.

  • Die hohe Energieintensität und steigende Materialkosten können die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen erheblich schwächen.

  • Die unterdurchschnittliche Forschungsintensität in den Transformationsfeldern birgt die Gefahr, technologisch ins Hintertreffen zu geraten.

  • Der hohe Verschuldungsgrad der Kommunen reduziert die finanziellen Spielräume für Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Standortentwicklung.

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

54,7

Rang 24 von 38

Importquote

44,2

Rang 16 von 38

Terms of Trade

99,3

Rang 9 von 38

Lohnstückkosten

25,7

Rang 26 von 38

Materialstruktur

88,1

Rang 31 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

63,6

Rang 20 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

1,1

Rang 27 von 38

Wanderungssaldo

2,2

Rang 17 von 38

Medianentgelt

3.978,9

Rang 11 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

17,2

Rang 14 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

3,3

Rang 14 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

20,9

Rang 19 von 38

Anteil von Engspassberufen

25,7

Rang 7 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 17 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

0,1

Rang 26 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

1,3

Rang 38 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

9,2

Rang 16 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,3

Rang 31 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 9 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 37 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

8,3

Rang 15 von 38

Energieintensität der Industrie

747.199,8

Rang 35 von 38

EE-Ausbau

0,4

Rang 37 von 38

Wärmewende Wohngebäude

4,6

Rang 35 von 38

Wasserstoffpotenzial

1.404.094

Rang 31 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

1,6

Rang 38 von 38

Flächenversiegelung

35,2

Rang 38 von 38

Flächeneffizienz

742.642,4

Rang 5 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

102

Rang 23 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

2,9

Rang 38 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

6,4

Rang 16 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

30,3

Rang 32 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

1.000,4

Rang 1 von 38

Glasfaserausbau

51,2

Rang 10 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

19,9

Rang 2 von 38

Pendelintensität

0,8

Rang 2 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

3.261,2

Rang 33 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

158,8

Rang 15 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

996,9

Rang 17 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

33.982

Rang 4 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

4,8

Rang 1 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 17 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

2,4

Rang 36 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

3,8

Rang 25 von 38

Sportvereinsdichte

86,3

Rang 30 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

76

Rang 1 von 38

Klima

52

Rang 8 von 38

Verfassungspaket

44

Rang 17 von 38

Welthandel

43

Rang 22 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.