Region Hamburg-Schwerin

Hamburg-Schwerin

Bevölkerung von 5.084.000 Personen

rund 294.000 Personen arbeiten in der Industrie (12,4 % der Beschäftigten)

Die Region Hamburg–Schwerin zählt im bundesweiten Vergleich zu den industriellen Transformationsregionen mit insgesamt günstigen Ausgangsbedingungen. Besonders stark ist sie in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoffpotenziale und Beschäftigungsentwicklung aufgestellt. Die Region profitiert von ihrer europäischen Vernetzung sowie einer vergleichsweise hohen Innovationsfähigkeit im Bereich nachhaltiger Mobilität. Zugleich steht sie vor Herausforderungen, die aus strukturellen Ungleichgewichten resultieren: Eine relativ dienstleistungsgeprägte Wirtschaftsstruktur und Defizite bei Verwaltungs- und Infrastrukturindikatoren dämpfen die Transformationsdynamik. Um ihre Position langfristig zu sichern, sollte Hamburg–Schwerin die Innovationskraft ihrer Industrie stärken, die Verwaltung modernisieren und gezielt technologische Schwerpunkte in Transformationsfeldern ausbauen. 

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die sich im Sinne der Transformation weniger Herausforderungen stellen müssen. 

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
    → Das Ergebnis zeigt: Die ITR sieht sich einem unterdurchschnittlichen Anpassungsdruck ausgesetzt.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
    → In der ITR ist der Flächendruck durchschnittlich.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,4 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Überdurchschnittliches Wachstum bei Beschäftigung und Bevölkerung, was auf eine attraktive Wirtschafts- und Lebensregion hinweist.
  • Sehr günstige Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien und eine führende Rolle im Bereich Wasserstofftechnologien.
  • Hoher Digitalisierungsgrad durch stark ausgebautes Glasfasernetz, was die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unterstützt.
  • Geringe Bedeutung energieintensiver Branchen und dadurch geringere Verwundbarkeit gegenüber Energiepreis- und Regulierungsschocks.
  • Positive Arbeitsmarktindikatoren, etwa geringe Fachkräfteengpässe und eine überdurchschnittliche Qualifikationsstruktur.

Chancen

  • Starke FuE-Ausrichtung in Green & Smart Mobility mit hoher europäischer Vernetzung bietet Chancen zur Profilbildung als führende Mobilitätsregion im Norden.
  • Überdurchschnittliche Unternehmensaktivitäten in Sustainable Building eröffnen Potenziale für nachhaltige Bau- und Gebäudetechnologien.
  • Die Kombination aus Wasserstoffkompetenz und EE-Ausbau schafft Ansatzpunkte für eine regionale Green-Tech-Strategie.
  • Positive Bevölkerungs- und Beschäftigungstrends stärken die Nachfrage nach innovativen Dienstleistungen und nachhaltiger Infrastruktur.
  • Der hohe Grad an Digitalisierung kann als Querschnittsvorteil in nahezu allen Transformationsfeldern genutzt werden.

Schwächen

  • Vergleichsweise geringe industrielle Wertschöpfungstiefe auf Grund eines unterdurchschnittlichen Verhältnisses von Produktions- zu Dienstleistungssektor.
  • Schwache Terms of Trade und damit eingeschränkte außenwirtschaftliche Ertragskraft der industriellen Kernbranchen.
  • Unterdurchschnittliche Wärmewende-Aktivitäten im Gebäudebereich zeigen Handlungsbedarf in der Energietransformation.
  • Die Patentaktivität liegt in allen Transformationsfeldern unter dem Bundesdurchschnitt – ein Hinweis auf begrenzte Innovationsdynamik.
  • Eine vergleichsweise geringe Verwaltungsausstattung und hohe Pro-Kopf-Verschuldung stellen Herausforderungen für die effiziente Umsetzung von Transformationsvorhaben dar – insbesondere trotz der hohen Steuerkraft.

Risiken

  • Dienstleistungsdominanz und schwächere Patentbasis könnten die industrielle Innovationskraft begrenzen.
  • Ungünstige Terms of Trade und schwache Position im Welthandel-Szenario zeigen eine besondere Verwundbarkeit gegenüber globalen Marktveränderungen. Dies verdeutlicht strukturelle Risiken bei globalen Wettbewerbsimpulsen und unterstreicht die Notwendigkeit strategischer Resilienzmaßnahmen.
  • Verwaltungskapazitäten und Verschuldung können Investitionsvorhaben verzögern.
  • Die vergleichsweise schwache Dynamik bei der Wärmewende gefährdet mittelfristig das Erreichen der Klimaziele und belastet die Energieeffizienz im Gebäudesektor.

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

55,2

Rang 22 von 38

Importquote

45

Rang 22 von 38

Terms of Trade

98,5

Rang 38 von 38

Lohnstückkosten

24,6

Rang 12 von 38

Materialstruktur

87,1

Rang 28 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

64,3

Rang 13 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

2,8

Rang 9 von 38

Wanderungssaldo

2,4

Rang 12 von 38

Medianentgelt

3.935

Rang 13 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

16,9

Rang 19 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

5,2

Rang 3 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

18,9

Rang 9 von 38

Anteil von Engspassberufen

21,6

Rang 2 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 2 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

0,9

Rang 10 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,4

Rang 26 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

8,7

Rang 8 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,3

Rang 37 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 10 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 17 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

5,9

Rang 6 von 38

Energieintensität der Industrie

350.495,8

Rang 22 von 38

EE-Ausbau

1,8

Rang 17 von 38

Wärmewende Wohngebäude

5,7

Rang 33 von 38

Wasserstoffpotenzial

11.865.778

Rang 1 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

0,6

Rang 14 von 38

Flächenversiegelung

13,4

Rang 17 von 38

Flächeneffizienz

681.377,5

Rang 8 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

118,3

Rang 14 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

4

Rang 21 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

4,8

Rang 32 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

46,8

Rang 9 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

207,4

Rang 22 von 38

Glasfaserausbau

57,3

Rang 6 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

38,1

Rang 24 von 38

Pendelintensität

0,3

Rang 24 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

7.644

Rang 36 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

80

Rang 37 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

1.155,4

Rang 7 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

34.139

Rang 3 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

7,8

Rang 29 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 16 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

7,7

Rang 9 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

4,7

Rang 10 von 38

Sportvereinsdichte

71,1

Rang 37 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

65

Rang 2 von 38

Klima

51

Rang 10 von 38

Verfassungspaket

49

Rang 11 von 38

Welthandel

53

Rang 27 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Industrieinitiativen in dieser Transformationsregion

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.