Region Ingolstadt

Ingolstadt

Bevölkerung von 509.000 Personen

rund 84.000 Personen arbeiten in der Industrie (33,0 % der Beschäftigten)

Die industrielle Transformationsregion Ingolstadt zählt im bundesweiten Vergleich zu den wirtschaftlich besonders starkenRegionen. Ihre hohe Beschäftigungsdynamik, überdurchschnittlichen Löhne und die starke industrielle Basis – insbesondere in der Automobil- und Zuliefererwirtschaft – bilden eine solide Grundlage für die anstehenden Transformationsprozesse. Gleichzeitig zeigen die Szenarien bis 2035, dass die Region weniger robust gegenüber externen Schocks ist und somit gezielte Resilienzstrategien erforderlich sind. Der hohe Patentoutput und die führende Position in Green & Smart Mobility unterstreichen die Innovationsstärke, die jedoch durch einseitige Wirtschaftsstrukturen und demografische Risiken gefährdet wird. Für Politik und Wirtschaftsförderung gilt es, Diversifizierung, Fachkräftesicherung und nachhaltige Energieinfrastruktur strategisch zu stärken. Unternehmen profitieren von einem innovationsfreundlichen Umfeld, stehen aber gleichzeitig vor der Herausforderung, die Transformation in Richtung Dekarbonisierung und Digitalisierung proaktiv zu gestalten. Regionale Initiativen sollten auf eine Stärkung der Wissensvernetzung und technologieoffene Kooperationen setzen, um die Transformationschancen voll auszuschöpfen.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation unterdurchschnittlich gefordert sind..

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt. 

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
    In der ITR Ingolstadt ist der Flächendruck durchschnittlich.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 3,7 %. Dieser Wert liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Ingolstadt weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Die vergleichsweise starke Industrie- und Beschäftigungsbasis mit dem bundesweit höchstem Medianentgelt und hoher Bruttowertschöpfung verdeutlicht eine stabile Wirtschaftsstruktur und unterstreicht die hohe Beschäftigtenerwartung in den kommenden Jahren.
  • Die hohe Materialeffizienz und niedrige Energieintensität der Industrie belegen moderne Produktionsprozesse und ein ausgeprägtes Bewusstsein für Ressourcenschonung.
  • Die sehr hohe Patentdichte und Innovationskraft, insbesondere im Transformationsfeld Green & Smart Mobility, verdeutlichen die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines zentralen Zukunftssektors.
  • Die überdurchschnittlich leistungsfähigen kommunalen Strukturen mit geringer Verschuldung, starker Steuerkraft und solider Wärmeplanung schaffen stabile Rahmenbedingungen für nachhaltige Entwicklung.
  • Die positive demografische Dynamik mit wachsender Bevölkerung, hohem Anteil junger Menschen und positiver Binnenwanderung stärkt langfristig den Arbeitsmarkt und die Standortattraktivität.

Chancen

  • Die exzellente Position im Transformationsfeld Green & Smart Mobility mit hoher Unternehmens- und Patentdichte bietet erhebliches Potenzial für zukunftsfähige Wertschöpfung und Technologieführerschaft.
  • Die gezielte Stärkung von Sustainable Building und Smart Production eröffnet Spielräume zur industriellen Diversifizierung und zur Verbindung mit Energie- und Ressourceneffizienzstrategien.
  • Die hohe Steuerkraft und Innovationsintensität ermöglichen gezielte Investitionen in Bildung, Forschung und nachhaltige Infrastrukturen, die den Wandel unterstützen.

Schwächen

  • Die starke wirtschaftliche Konzentration auf wenige Großunternehmen führt zu erhöhten Klumpenrisiken und mindert die Diversität in zukunftsorientierten Branchen.
  • Die unzureichende soziale Infrastruktur mit Defiziten bei Pflegeeinrichtungen und Krankenhauskapazitäten schränkt die Lebensqualität und Standortattraktivität ein.
  • Das geringe Wasserstoffpotenzial und der schwache Ausbau erneuerbarer Energien hemmen die langfristige Dekarbonisierung und gefährden ökologische Wettbewerbsfähigkeit.
  • Der hohe Anteil an Engpassberufen signalisiert eine ausgeprägte Fachkräfteknappheit und stellt ein wesentliches Hemmnis im anstehenden Transformationsprozess dar.
  • Die unterdurchschnittlichen Beschäftigungsanteile in Kultur, Gastgewerbe und Dienstleistungen deuten auf eine begrenzte kulturelle Vielfalt und eingeschränkte Freizeit- und Kulturangebote hin.

Risiken

  • Die hohe Exportabhängigkeit und die Schwäche im Szenario Welthandel erhöhen die Verwundbarkeit gegenüber globalen Marktschwankungen und geopolitischen Risiken.
  • Der Fachkräftemangel in Verbindung mit dem demografischen Strukturwandel kann Innovationsprozesse verlangsamen und Transformationspotenziale ungenutzt lassen.
  • Die einseitige Branchenausrichtung auf Automobil- und Zulieferindustrien birgt hohe Risiken bei disruptiven Veränderungen im Mobilitätssektor.
  • Die geringe Szenarienrobustheit mit einer Beschäftigungsspanne von 3,7 % weist auf ein fragiles Gleichgewicht zwischen Beschäftigung, Export und Energieversorgung hin.

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

58,1

Rang 12 von 38

Importquote

39,8

Rang 2 von 38

Terms of Trade

98,7

Rang 34 von 38

Lohnstückkosten

20,2

Rang 2 von 38

Materialstruktur

80,9

Rang 1 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

65,5

Rang 2 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

4

Rang 2 von 38

Wanderungssaldo

2,5

Rang 5 von 38

Medianentgelt

4.636,8

Rang 1 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

18,4

Rang 1 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

1,1

Rang 31 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

17,2

Rang 4 von 38

Anteil von Engspassberufen

32,3

Rang 37 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 23 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

2,6

Rang 1 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,3

Rang 15 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

10,8

Rang 37 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

1,4

Rang 1 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 6 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 30 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

6,9

Rang 9 von 38

Energieintensität der Industrie

31.515,6

Rang 1 von 38

EE-Ausbau

2

Rang 13 von 38

Wärmewende Wohngebäude

19

Rang 5 von 38

Wasserstoffpotenzial

1.120.724

Rang 32 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

0,8

Rang 23 von 38

Flächenversiegelung

13,3

Rang 16 von 38

Flächeneffizienz

698.912,4

Rang 6 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

79,4

Rang 36 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

3,8

Rang 25 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

3,5

Rang 34 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

29,4

Rang 33 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

178,6

Rang 27 von 38

Glasfaserausbau

59,3

Rang 4 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

26

Rang 7 von 38

Pendelintensität

0,8

Rang 2 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

331,5

Rang 2 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

120,1

Rang 34 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

1.280,8

Rang 2 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

3.472

Rang 35 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

7,4

Rang 21 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 24 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

3,9

Rang 28 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

3,1

Rang 37 von 38

Sportvereinsdichte

76,9

Rang 34 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

20

Rang 30 von 38

Klima

40

Rang 20 von 38

Verfassungspaket

38

Rang 20 von 38

Welthandel

61

Rang 34 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.