Köln-Bonn-Aachen
Bevölkerung von 4,53 Mio. Personen
rund 261.000 Personen arbeiten in der Industrie (12,4 % der Beschäftigten)
Die industrielle Transformationsregion Köln-Bonn-Aachen zählt im bundesweiten Vergleich zu den wirtschaftlich starken, aber strukturell heterogenen Regionen. Die Region verfügt über eine hohe Erwerbsquote, dynamische Gründungslandschaft und eine robuste Beschäftigungsentwicklung, weist jedoch erhebliche Herausforderungen bei Flächennutzung, kommunaler Verschuldung und sektoraler Spezialisierung auf. Die Transformationsaktivitäten sind breit verteilt, mit starker Forschungsförderung, jedoch schwacher Patent- und Unternehmensaktivität in den meisten Zukunftsfeldern. Politik und Wirtschaftsförderung sollten dabei unterstützen, die vorhandene Forschungsstärke gezielt in marktfähige Innovationen zu überführen und an innovativen Lösungen für den hohen Flächendruck arbeiten. Für Unternehmen eröffnet die Region durch ihre dichte Forschungslandschaft und die gute Verkehrsinfrastruktur Chancen, sich in den Leitmärkten der Green Economy und Smart Production strategisch zu positionieren. Regionale Initiativen sollten den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Mittelstand und Großindustrie weiter stärken, um die Transformationspotenziale der Region in konkrete Beschäftigungseffekte zu übersetzen.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation durchschnittlich gefordert sind..
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „‚bewegten‘“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Köln-Bonn-Aachen ist der Flächendruck besonders hoch.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,3 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Köln-Bonn-Aachen relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
Die hohe Gründungs- und Beschäftigungsdynamik mit starkem Erwerbstätigenzuwachs verdeutlicht die wirtschaftliche Vitalität und Innovationskraft der Region.
Die vergleichsweise hohe Flächeneffizienz und gute Logistikanbindung verbessern die Standortqualität und begünstigen insbesondere produzierende Betriebe.
Das geringe Insolvenzrisiko und die ausgewogene Mischung aus KMU und Großunternehmen sichern eine stabile industrielle Basis und kontinuierliche Wertschöpfung.
Die überdurchschnittliche FuE-Kompetenz in nahezu allen Transformationsfeldern zeigt eine starke wissenschaftliche Basis, insbesondere in Energietechnologien, Mobilität und Materialeffizienz.
Die hohe Robustheit im Energieszenario mit positiven Beschäftigungseffekten und stabilen Entwicklungen im Vergleich zu anderen ITR unterstreicht die Anpassungsfähigkeit an die Energiewende.
Chancen
Die starke Forschungslandschaft und vielfältigen Förderprojekte schaffen günstige Voraussetzungen zur Entwicklung neuer Märkte, insbesondere in Green Economy und Smart Production.
Die positiven Beschäftigungseffekte in den Energieszenarien eröffnen Potenziale für regionale Wertschöpfung und langfristige Fachkräftebindung.
Die gezielte Transformation hin zu energieeffizienter Produktion und Smart Production kann die Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität nachhaltig sichern.
Regionale Kooperationen zwischen Hochschulen, Technologiezentren und Unternehmen fördern Clusterbildung, Wissenstransfer und internationale Sichtbarkeit.
Schwächen
Der sehr hohe Flächendruck und die ausgeprägte Flächenversiegelung schränken die nachhaltige Standortentwicklung und ökologische Resilienz deutlich ein.
Die relativ hohe kommunale Verschuldung reduziert die finanziellen Spielräume für Investitionen in Infrastruktur, Klimaanpassung und Transformation.
Die vergleichsweise hohe Energieintensität der Industrie mindert die Wettbewerbsfähigkeit und erschwert den Übergang zu klimaneutralen Produktionsweisen.
Die vergleichsweise geringe Patentaktivität trotz intensiver Förderung deutet auf Defizite im Technologietransfer und in der wirtschaftlichen Verwertung von Forschungsergebnissen hin.
Die unterdurchschnittliche medizinische Versorgung mit niedriger Arztdichte und geringer Pflegeplatzkapazität gefährdet die soziale Daseinsvorsorge.
Risiken
Der sehr hohe Flächenverbrauch und der hohe Grad an Versiegelung behindern zukünftiges Wachstum und schränken Neuansiedlungen ein.
Strukturelle Schwächen bei kommunaler Wärmeplanung und Energieeffizienz gefährden die Erreichung von Klimazielen und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Das negative Wanderungssaldo verstärkt Fachkräfteengpässe und beschleunigt den demografischen Alterungsprozess.
Die hohe Zahl an Geschäftsaufgaben signalisiert eine potenzielle Instabilität im Unternehmenssektor und schwache Nachfolgestrukturen.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
56,1
Rang 19 von 38
Importquote
45,1
Rang 24 von 38
Terms of Trade
98,9
Rang 24 von 38
Lohnstückkosten
25,3
Rang 18 von 38
Materialstruktur
86,6
Rang 24 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
65
Rang 4 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
1,6
Rang 23 von 38
Wanderungssaldo
1,9
Rang 30 von 38
Medianentgelt
4.083,2
Rang 9 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
17
Rang 17 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
3,5
Rang 12 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
19,5
Rang 15 von 38
Anteil von Engspassberufen
25,8
Rang 8 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 22 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
0,7
Rang 13 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,2
Rang 6 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
8,8
Rang 9 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,3
Rang 33 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 3 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 32 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
7,1
Rang 10 von 38
Energieintensität der Industrie
601.946,8
Rang 31 von 38
EE-Ausbau
0,6
Rang 36 von 38
Wärmewende Wohngebäude
6,4
Rang 31 von 38
Wasserstoffpotenzial
919.899
Rang 34 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
1,2
Rang 37 von 38
Flächenversiegelung
26,1
Rang 36 von 38
Flächeneffizienz
937.712
Rang 4 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
92,5
Rang 29 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
3,3
Rang 37 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
6
Rang 20 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
34,6
Rang 21 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
614,8
Rang 3 von 38
Glasfaserausbau
50,2
Rang 13 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
29,6
Rang 12 von 38
Pendelintensität
0,5
Rang 13 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
2.562,6
Rang 32 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
161,4
Rang 12 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
1.027,7
Rang 16 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
25.127
Rang 6 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
5,8
Rang 4 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 20 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
3,5
Rang 30 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
4,1
Rang 16 von 38
Sportvereinsdichte
88,5
Rang 29 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
60
Rang 6 von 38
Klima
47
Rang 15 von 38
Verfassungspaket
37
Rang 23 von 38
Welthandel
41
Rang 20 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.