Region Mainfranken

Mainfranken

Bevölkerung von 0,955 Mio. Personen

rund 114.000 Personen arbeiten in der Industrie (24,7 % der Beschäftigten)

Die ITR Mainfranken ist eine industriell geprägte Region mit solider Außenhandelsposition, günstiger Kostenstruktur und tragfähiger Versorgungsinfrastruktur. Positiv wirken eine niedrige Importabhängigkeit, ein insgesamt geringer Flächendruck sowie Fortschritte bei der energetischen Ertüchtigung des Gebäudebestands. Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt einen erhöhten Anpassungsdruck: Gründungsintensität, digitale Netzanbindung in Gewerbegebieten sowie Teile der Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur sind ausbaufähig. In den Transformationsfeldern tritt Sustainable Building als klares Profil hervor; in Smart Production signalisiert eine starke Patentbasis Potenziale, während Green & Smart Mobility eine unternehmerische Basis ohne entsprechende FuE-Tiefe aufweist. Strategisch empfiehlt sich, die industrielle Stärke mit Bau-, Energie- und Produktionsthemen zu verknüpfen, Innovationsverwertung zu beschleunigen und Qualifizierung wie Zuwanderung gezielt zu stärken. Wirtschaftsförderung und Politik sollten die Digitalkonnektivität heben, Gründungen erleichtern und Wissenstransfer systematisch orchestrieren.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Mainfranken zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation unterdurchschnittlich gefordert sind:

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Es ist ein überdurchschnittlich hoher Anpassungsdruck für die ITR festzustellen.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
     In der ITR Mainfranken ist der Flächendruck gering.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,6 %. Dieser Wert liegt im bundesweiten Durchschnitt (2,6 %). 

SWOT-Profil

Stärken

  • Gute Terms of Trade sowie Import- und Exportquoten zeigen, dass die Region international wettbewerbsfähig ist und wirtschaftliche Vorteile aus dem Handel zieht.
  • Positives Kostenprofil der Branchenstruktur durch vorteilhafte Material- und Vorleistungsstruktur sowie mittleres Lohnniveau.
  • Gute medizinische Grundversorgung: stabile Infrastruktur bei Allgemeinärztinnen und -ärzten sowie bei Krankenhausbetten.
  • Geringe Flächenversiegelung und insgesamt niedriger Flächendruck.
  • Gute Werte bei der Wärmewende im Gebäudebestand und beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Chancen

  • Sustainable Building als Leitfeld: die Bereiche energetische Sanierung, effiziente Gebäude und nachhaltige Baustoffe mit starker regionaler Verankerung ausbauen, Innovations- bzw. Patentaktivitäten steigern.
  • Smart Production: starke Patentbasis in marktwirksame Geschäftsmodelle und Skalierung überführen (z. B. Automatisierung, Materialeffizienz, energiearme Prozesse), Forschungskompetenz aufbauen.
  • Der sehr geringe Anteil der Beschäftigten in gefährdeten Unternehmen schafft die Chance auf wirtschaftliche Stabilität und kann Transformation erleichtern.
  • Trotz mittlerer Steuerkraft ist die Region relativ gering verschuldet, gepaart mit einer verhältnismäßig schlanken Verwaltungsstruktur.

Schwächen

  • Erhöhter Transformationsdruck am Arbeitsmarkt mit entsprechend hohem Qualifizierungs- und Vermittlungsbedarf.
  • Unterdurchschnittlicher Glasfaseranschluss von Gewerbegebieten.
  • Schwächere Gründungsdynamik und geringe Flächeneffizienz in der gewerblichen Nutzung.
  • Demografische Signale: verhaltene Entwicklung junger Kohorten bei aktuell schon niedrigem Anteil der Unter-18-Jährigen sowie nur mittleren Wanderungsgewinne.
  • Engpässe bei Kinderbetreuung sowie längere Wege zu Schulen.

Risiken

  • In den Szenarien ist die ITR Main-Rhön-Würzburg insgesamt unterdurchschnittlich positioniert.
  • Persistente Lücken in digitaler Infrastruktur und beim Gründungsökosystem bremsen Innovations- und Skalierungsfähigkeit.
  • Demografisch bedingte Rekrutierungsrisiken bei gleichzeitigem Engpass in Engpassberufen.
  • Unterdurchschnittliche Innovationsverwertung (Patente) außerhalb des Bereichs Smart Production gefährdet die technologische Anschlussfähigkeit.
  • Die lediglich mittlere Erreichbarkeit des Terminals für Kombinierten Verkehr und geringe Bevölkerungsdichte können zu logistischen Nachteilen führen, die industrielle Entwicklung hemmen und die Daseinsvorsorge in der Region erschweren. 

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

58,4

Rang 13 von 38

Importquote

41,4

Rang 7 von 38

Terms of Trade

100,9

Rang 11 von 38

Lohnstückkosten

23,5

Rang 30 von 38

Materialstruktur

65,2

Rang 8 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

62

Rang 29 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

-0,2

Rang 24 von 38

Wanderungssaldo

0,4

Rang 13 von 38

Neugeborene je 1000 Einwohner

8,1

Rang 24 von 38

Durchschnittsalter

45,3

Rang 27 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

0,8

Rang 33 von 38

Qualifizierte Beschäftigte

77,4

Rang 24 von 38

Anteil von Engspassberufen

22,4

Rang 14 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 29 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

0,2

Rang 4 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,6

Rang 33 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

9,3

Rang 20 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,5

Rang 16 von 38

Geschäftsgründungen

0,1

Rang 27 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 16 von 38

Unternehmenszuwachs im VG

1

Rang 8 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

8,5

Rang 16 von 38

Energieintensität der Industrie

2.395,6

Rang 18 von 38

EE-Ausbau

4,1

Rang 7 von 38

Wärmewende Wohngebäude

18,6

Rang 9 von 38

Wasserstoffpotenzial

999.529,4

Rang 29 von 38

Speicherkapazität (kWh)

7.068

Rang 2 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

0,2

Rang 5 von 38

Flächenversiegelung

12,2

Rang 8 von 38

Flächeneffizienz

451.343,7

Rang 27 von 38

Baulandpreise

119,7

Rang 15 von 38

Industrie- und Gewerbeflächenquote

1,3

Rang 8 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

110,6

Rang 17 von 38

Hausärzte pro 100.000 Einwohner

73,1

Rang 3 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

7,4

Rang 3 von 38

Betreuungsquote

45,7

Rang 10 von 38

Gewichtete Durchschnittsmiete

9,2

Rang 20 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

134,3

Rang 32 von 38

Glasfaserausbau

44,7

Rang 35 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

35,9

Rang 21 von 38

Pendelintensität

0,4

Rang 21 von 38

5G-Ausbau

99,7

Rang 22 von 38

Ladesäuleninfrastruktur

6,8

Rang 2 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

828,2

Rang 11 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

172,3

Rang 19 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

1.168,5

Rang 19 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

3.816

Rang 25 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

7,8

Rang 26 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

16,3

Rang 21 von 38

Anteil von Beschäftigten in Erziehung

4,6

Rang 7 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

16,4

Rang 28 von 38

Anteil Studierende MINT

16,8

Rang 2 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

6,3

Rang 17 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

4,9

Rang 22 von 38

Sportvereinsdichte

119,8

Rang 13 von 38

Medianentgelt

3.886,8

Rang 18 von 38

Naherholungsflächen

1,8

Rang 30 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Szenario zivile Resilienz

0,1

Rang 18 von 38

Szenario KI

0

Rang 28 von 38

Szenario Außenhandelsabkommen

0

Rang 12 von 38

Szenario Sicherheit und Verteidigung

0,7

Rang 30 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Industrieinitiativen in dieser Transformationsregion

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.