Mittelfranken
Bevölkerung von 2,415 Mio. Personen
rund 277.000 Personen arbeiten in der Industrie (23,1 % der Beschäftigten)
Die ITR Mittelfranken zeigt im bundesweiten Vergleich ein robustes, weitgehend ausgewogenes Profil mit klaren Standortvorteilen in Wirtschaftskraft, Energieeffizienz und sozialer Infrastruktur. Positiv wirken die solide Steuerkraft, ein breiter Branchenmix und die demografisch stabile Entwicklung mit leichten Zugewinnen durch Zuzug jüngerer Kohorten. Gleichzeitig steht die Region trotz dieser Stabilität vor strukturellen Herausforderungen: Die Arbeitsmarkttransformation verläuft unterdurchschnittlich und die digitale Infrastruktur weist deutliche Lücken auf. Zudem bestehen Abhängigkeiten von Importen und Risiken durch Unternehmensfluktuationen. In den Transformationsfeldern zeigt sich ein differenziertes Bild mit klaren Chancen in Green & Smart Mobility und Sustainable Building. In den Zukunftsszenarien profitiert Mittelfranken insbesondere in klima- und investitionsgetriebenen Entwicklungspfaden, während weltwirtschaftliche Risiken Beschäftigung und Exporte belasten. Für Politik und Wirtschaft gilt es, die Stärken konsequent zu nutzen, Qualifizierung und Digitalisierung zu forcieren und die regionale Innovationsbasis gezielt zu verbreitern.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation durchschnittlich gefordert sind:
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Es ist ein überdurchschnittlich hoher Anpassungsdruck für die ITR Mittelfranken festzustellen.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Mittelfranken ist der Flächendruck durchschnittlich.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,6 %. Dieser Wert liegt im bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Mittelfranken im Vergleich zu anderen Regionen durchschnittlich robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Solide Fiskalbasis und wirtschaftliche Dichte: überdurchschnittliche Steuerkraft und gute Flächeneffizienz unterstützen Investitionen und Standortentwicklung.
- Hohe Energieeffizienz der Industrie: niedrige Energieintensität stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und trägt zu einer ressourcenschonenden Transformation bei.
- Gute soziale Infrastruktur: überdurchschnittliche Versorgung mit Krankenhausbetten, Ärztinnen und Ärzten sowie Kindertagesstätten stärkt Lebensqualität und Standortattraktivität.
- Wanderungssaldo und Erwerbsbevölkerung: Die demografisch stabile Entwicklung mit leicht positivem Wanderungssaldo und solider Erwerbsbevölkerung ist zwar kein Wachstumstreiber, aber eine stabile Basis für Fachkräftesicherung.
- Internationale Ausrichtung: Eine hohe Exportquote signalisiert Wettbewerbsfähigkeit auf Auslandsmärkten.
- Hohe Pendelverflechtung unterstützt regionale Arbeitsmarktvernetzung und Wissensaustausch.
Chancen
- Technologische Spezialisierung in Green & Smart Mobility: Die sehr hohe Patentaktivität ermöglicht neue Wertschöpfungsketten und Kooperationen.
- Breite Unternehmensbasis im nachhaltigen Bauen: Der überdurchschnittlich hohe Unternehmensanteil in Sustainable Building bietet Ansatzpunkte für regionale Projekte.
- Positive Szenarioimpulse: Die überdurchschnittlichen Beschäftigungseffekte in Klima- und Verfassungspaket-Szenarien sind besonders relevant für Bau-, Energie- und Zuliefersektoren.
- Regionale Wissensnetzwerke: Die gute Pendelverflechtung und Hochschulstandorte erleichtern Wissensaustausch und Kooperation.
- Effizienzsteigerungen bei Material- und Energieeinsatz können Kostenvorteile sichern und Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Schwächen
- Erhöhter Anpassungsdruck auf dem Arbeitsmarkt: Der sehr niedrige Rang bei der Arbeitsmarkttransformation deutet auf hohe strukturelle Umstellungsanforderungen hin.
- Außenwirtschaftliche Verwundbarkeit: Hohe Importquote und ungünstige Terms of Trade schwächen die Resilienz in globalen Wertschöpfungsketten.
- Unternehmensrisiken: Es besteht ein erhöhtes Insolvenz- und Geschäftsaufgabenrisiko bei mittlerer Unternehmensgröße (und damit ein moderates Klumpenrisiko).
- Digitale Rückstände: Der deutlich unterdurchschnittliche Glasfaserausbau hemmt Innovations- und Smart-Production-Potenziale.
- Moderate Bildungseinbindung: Die ITR Mittelfranken verfügt über gute Schulzugänge, aber eine insgesamt geringe Bildungsbeteiligung.
- Die unterdurchschnittliche Beschäftigungsdynamik in den letzten fünf Jahren signalisiert ein moderates Transformations- und Innovationstempo.
Risiken
- Schwaches Abschneiden im Welthandelsszenario: Export- und Zulieferbranchen sind besonders anfällig für globale Nachfrageschwankungen.
- Energiepreissensibilität: Der Anteil energieintensiver Branchen erhöht die Verwundbarkeit gegenüber Preissteigerungen.
- Persistente Unternehmensfluktuation: hohe Geschäftsaufgaben- und Insolvenzquoten gefährden die Investitionsbereitschaft.
- Der demografische Wandel könnte mittelfristig zu Fachkräfteengpässen führen, wenn der Zuzug nicht stabil bleibt.
- Die geringe Freizeit- und Tourismusattraktivität könnte langfristig die Lebensraumbindung junger Fachkräfte beeinträchtigen.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
58,3
Rang 11 von 38
Importquote
49,6
Rang 35 von 38
Terms of Trade
98,9
Rang 25 von 38
Lohnstückkosten
25,5
Rang 23 von 38
Materialstruktur
84,4
Rang 11 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
64,6
Rang 11 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
2,3
Rang 16 von 38
Wanderungssaldo
2,4
Rang 9 von 38
Medianentgelt
3.939,9
Rang 12 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
16,8
Rang 24 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
2,2
Rang 25 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
20,4
Rang 18 von 38
Anteil von Engspassberufen
28
Rang 19 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,3
Rang 38 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
0,3
Rang 19 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,6
Rang 34 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
9,8
Rang 24 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,5
Rang 22 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 22 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 25 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
10,7
Rang 25 von 38
Energieintensität der Industrie
132.514,4
Rang 6 von 38
EE-Ausbau
1,5
Rang 22 von 38
Wärmewende Wohngebäude
16,5
Rang 10 von 38
Wasserstoffpotenzial
2.887.001
Rang 18 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,9
Rang 25 von 38
Flächenversiegelung
13,7
Rang 19 von 38
Flächeneffizienz
597.536,9
Rang 10 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
106,2
Rang 20 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
4,2
Rang 13 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
8,5
Rang 2 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
39
Rang 13 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
221,2
Rang 18 von 38
Glasfaserausbau
36
Rang 28 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
37,1
Rang 23 von 38
Pendelintensität
0,7
Rang 6 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
1.280,6
Rang 22 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
142,2
Rang 29 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
1.125
Rang 9 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
14.093
Rang 9 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
6,8
Rang 10 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 14 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
5
Rang 19 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
3,8
Rang 27 von 38
Sportvereinsdichte
81,8
Rang 32 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
46
Rang 14 von 38
Klima
56
Rang 5 von 38
Verfassungspaket
53
Rang 9 von 38
Welthandel
59
Rang 31 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.