Region Münster-Osnabrück

Münster-Osnabrück

Bevölkerung von 2,344 Mio. Personen

rund 233.000 Personen arbeiten in der Industrie (19,9 % der Beschäftigten)

Die ITR Münster-Osnabrück verfügt im bundesweiten Vergleich über eine gute Ausgangslage mit starker Bildungs- und Erwerbsbasis, positiven Beschäftigungstrends und einer breiten Unternehmenslandschaft im industriellen Umfeld. Die gute digitale Anbindung, ein fortgeschrittener Ausbau erneuerbarer Energien und Potenziale im Bereich Wasserstoff schaffen günstige Voraussetzungen für die Transformation. Gleichzeitig bestehen strukturelle Schwächen bei Exportorientierung, industrieller Wertschöpfungstiefe und Innovationskraft sowie Rückstände bei Wärmewende und Flächennutzung. Die unterdurchschnittlichen Ergebnisse in den Szenarien Klima und Verfassungspaket deuten zudem auf Anpassungsbedarf bei klimabezogenen und investitionsgetriebenen Entwicklungen hin. Chancen ergeben sich insbesondere aus der technologischen Fokussierung auf Smart Production und der überdurchschnittlichen Unternehmensaktivität in den Transformationsfeldern. Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, sind Maßnahmen zur Steigerung der Innovationsintensität, zur Stärkung der Exportfähigkeit und zur Förderung energieeffizienter, flächenschonender Entwicklungspfade zentral.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Münster-Osnabrück zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation überdurchschnittlich gefordert sind. 

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
    → In der ITR Münster-Osnabrück ist der Flächendruck durchschnittlich.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,4 %. 
    → Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Münster-Osnabrück relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Breite Arbeitsmarktbasis mit hoher Bildungsbeteiligung, überdurchschnittlichem Anteil an Erwerbsbevölkerung und positivem Beschäftigungstrend sowie günstigen Beschäftigtenerwartungen.
  • Niedrige Importabhängigkeit unterstützt die Versorgungssicherheit.
  • Leistungsfähige Anbindung und Bildungserreichbarkeit durch einen im ITR-Vergleich guten Glasfaserausbau und kurze Pkw-Fahrzeiten zu Schulen.
  • Solide energiebezogene Ausgangslage mit gutem Wasserstoffpotenzial und einem relativ fortgeschrittenen Ausbau erneuerbarer Energien.
  • Industrienahe Unternehmenslandschaft mit überdurchschnittlicher Unternehmensaktivität in den Transformationsfeldern (insbesondere mit Fokus auf Smart Production).

Chancen

  • Szenario Welthandel: vergleichsweise günstige Wirkung im ITR-Vergleich eröffnet Spielräume für exportnahe Wertschöpfungsketten und Zulieferstrukturen.
  • Schwerpunkt Smart Production: hohe Bundes- und EU-Projektaktivität bietet Ansatzpunkte für Technologietransfer und Diffusion produktionsnaher Innovationen.
  • Breite Unternehmensaktivität in den Transformationsfeldern erleichtert Vernetzung, Kooperationsprojekte und Diffusion.
  • Energiebezogene Potenziale durch Wasserstoff und erneuerbare Energien für die Entwicklung von Effizienz, Elektrifizierung und Sektorkopplung.

Schwächen

  • Kostenseite unter Druck durch hohe Materialstruktur, relativ hohe Lohnstückkosten und ein unterdurchschnittliches Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis, das auf eine geringere industrielle Wertschöpfungstiefe hinweist.
  • Rückstände bei der Wärmewende im Gebäudebestand, vergleichsweise hohe Flächenversiegelung und ein mittlerer Flächendruck schränken die nachhaltige Raumentwicklung ein.
  • Arbeitsmarkt- und Einkommensaspekte: niedrigeres Medianentgelt, höherer Anteil an Hilfstätigkeiten sowie erhöhte Klumpenrisiken durch größere Unternehmensgrößen.
  • Strukturelle und Arbeitsmarktrisiken durch ein erhöhtes Insolvenzrisiko, die unterdurchschnittliche Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes und Engpässe in qualifizierten Berufen.
  • Geringe Exportquote im Vergleich zu anderen industriellen Transformationsregion.

Risiken

  • Szenarien Klima und Verfassungspaket: unterdurchschnittliche Ergebnisse weisen auf erhöhten Anpassungsbedarf bei Klimafolgen und investitionsgetriebener Nachfrage hin.
  • Kosten- und Preisrisiken durch hohe Materialstruktur sowie steigende Arbeitskostenanteile.
  • Begrenzter Innovationsoutput bzw. unterdurchschnittliche Patentaktivität können die Entwicklung wissensintensiver Aktivitäten dämpfen.
  • Rückstände bei der Wärmewende sowie Flächenversiegelung können Dekarbonisierung und nachhaltige Raumentwicklung verlangsamen.
  • Unternehmens- und Verwaltungsrisiken: erhöhtes Insolvenzrisiko, größere Unternehmensgrößen (Klumpenrisiken) und unterdurchschnittliche Verwaltungsindikatoren erschweren Umsetzungsgeschwindigkeit.

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

51,3

Rang 34 von 38

Importquote

40,7

Rang 5 von 38

Terms of Trade

99,1

Rang 21 von 38

Lohnstückkosten

25,8

Rang 27 von 38

Materialstruktur

88,6

Rang 36 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

65,1

Rang 3 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

2,5

Rang 13 von 38

Wanderungssaldo

2,2

Rang 20 von 38

Medianentgelt

3.690,8

Rang 26 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

17,7

Rang 5 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

4,7

Rang 4 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

22,9

Rang 34 von 38

Anteil von Engspassberufen

30,6

Rang 31 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 26 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

1,2

Rang 5 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,4

Rang 30 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

10

Rang 28 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,4

Rang 26 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 23 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 4 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

10,6

Rang 24 von 38

Energieintensität der Industrie

307.324,9

Rang 19 von 38

EE-Ausbau

2,1

Rang 11 von 38

Wärmewende Wohngebäude

6,8

Rang 30 von 38

Wasserstoffpotenzial

5.036.663

Rang 8 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

0,9

Rang 26 von 38

Flächenversiegelung

17,4

Rang 30 von 38

Flächeneffizienz

475.423,4

Rang 21 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

93,5

Rang 27 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

4

Rang 20 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

6,3

Rang 17 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

40

Rang 12 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

260,2

Rang 12 von 38

Glasfaserausbau

54,5

Rang 7 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

31

Rang 13 von 38

Pendelintensität

0,3

Rang 26 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

1.319,6

Rang 23 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

131,3

Rang 32 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

948,4

Rang 22 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

9.779

Rang 15 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

7

Rang 12 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 2 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

3,2

Rang 34 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

3,7

Rang 29 von 38

Sportvereinsdichte

85,7

Rang 31 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

34

Rang 25 von 38

Klima

31

Rang 29 von 38

Verfassungspaket

31

Rang 28 von 38

Welthandel

28

Rang 11 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.