Region Neckar-Bodensee

Neckar-Bodensee

Bevölkerung von 1,365 Mio. Personen

rund 187.000 Personen arbeiten in der Industrie (29,1 % der Beschäftigten)

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Neckar-Bodensee zu den Regionen mit vergleichsweise günstigen strukturellen Ausgangsbedingungen und moderatem Anpassungsdruck. Sie profitiert von einer soliden industriellen Basis, einer vergleichsweise positiven Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung sowie einer ausgeglichenen Unternehmensstruktur mit hoher finanzieller Stabilität der Kommunen. Zugleich weist die Region eine relativ günstige demografische Entwicklung und geringe Energieintensität der Industrie auf, wobei der Anteil der Beschäftigten in den energieintensiven Branchen vergleichsweise hoch ist. Herausfordernd bleiben die unterdurchschnittliche digitale und logistische Vernetzung sowie die Verflechtung mit den Nachbarregionen. Mit ihrer Spezialisierung in den Transformationsfeldern Green & Smart Mobility und Smart Production verfügt die Region dennoch über klare technologische Schwerpunkte und eine solide Ausgangsbasis, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auch unter veränderten Rahmenbedingungen zu sichern. Für Politik und Wirtschaftsförderung ergeben sich daraus klare Handlungsfelder: die Verbesserung der digitalen und physischen Vernetzung, der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien sowie die gezielte Unterstützung der technologischen Spezialisierung. 

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation unterdurchschnittlich gefordert sind.

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt. 

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
    In der ITR Neckar-Bodensee ist der Flächendruck besonders hoch.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,5 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Neckar-Bodensee relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Die relativ gute Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung mit vergleichsweise hohem Medianentgelt und stabiler Arbeitsmarktlage zeigt eine robuste ökonomische Basis und hohe soziale Stabilität.
  • Die solide Unternehmensstruktur mit ausgewogenem Verhältnis zwischen Großbetrieben und KMU sowie niedriger Insolvenzrate unterstreicht die wirtschaftliche Resilienz der Region.
  • Die hohe wirtschaftliche Effizienz durch günstige Materialkostenrelation und die insgesamt vergleichsweise geringe Energieintensität der Industrie verdeutlicht fortschrittliche Produktionsprozesse und Kostenstabilität.
  • Die hohe Patent- und Förderaktivität macht die Innovationskraft der Region deutlich.
  • Die finanzielle Stabilität der Kommunen mit geringer Verschuldung und hoher Pro-Kopf-Steuerkraft schafft solide Voraussetzungen für Investitionen und nachhaltige Entwicklung.

Chancen

  • Die exzellente technologische Spezialisierung in Green & Smart Mobility sowie Smart Production eröffnet Wachstumschancen für nachhaltige Mobilitäts- und Produktionslösungen.
  • Das Transformationsfeld Sustainable Building zeigt überdurchschnittliche Unternehmensaktivität und bietet durch gezielte Förderimpulse Potenzial für weiteres Wachstum.
  • Die positive demografische Entwicklung mit hohem Anteil junger Menschen und stabiler Bildungsquote bietet die Chance, die Fachkräftebasis zukunftsfähig für die Region weiterzuentwickeln.

Schwächen

  • Die hohen Lohnstückkosten im bundesweiten Vergleich belasten die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien und begrenzen Spielräume für Investitionen.
  • Die Rückstände bei Glasfaser- und Logistikinfrastruktur in Verbindung mit schwacher interregionaler Vernetzung hemmen digitale und wirtschaftliche Dynamik.
  • Der unterdurchschnittliche Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamt die regionale Energiewende und schwächt langfristig die ökologische Wettbewerbsfähigkeit.
  • Die begrenzte Gründungsdynamik und der hohe Flächendruck schränken Innovationspotenziale und wirtschaftliche Erneuerung ein.
  • Die deutlich unterdurchschnittliche Versorgungsinfrastruktur mit wenigen Krankenhausbetten und Pflegeplätzen beeinträchtigt die soziale Daseinsvorsorge und Lebensqualität.

Risiken

  • Der hohe Anteil erwerbstätiger Personen in energieintensiven Branchen an der Gesamtbeschäftigung birgt erhebliche Risiken bei steigenden Energiepreisen, vor allem hinsichtlich der Beschäftigungssituation in der Region.
  • Die schwache Szenarienbewertung in Energie und Verfassungspaket weist auf bestehende Defizite bei Infrastrukturmodernisierung und Energiewende hin.
  • Der anhaltende Flächendruck gefährdet die nachhaltige Raumentwicklung und verstärkt Nutzungskonflikte zwischen Wirtschaft, Wohnen und Umwelt.

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

61,3

Rang 5 von 38

Importquote

48

Rang 32 von 38

Terms of Trade

99,4

Rang 6 von 38

Lohnstückkosten

26,5

Rang 36 von 38

Materialstruktur

83,3

Rang 7 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

64,2

Rang 15 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

2,8

Rang 10 von 38

Wanderungssaldo

2,3

Rang 14 von 38

Medianentgelt

4.118,4

Rang 8 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

17,4

Rang 8 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

4,4

Rang 6 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

20,2

Rang 16 von 38

Anteil von Engspassberufen

28,7

Rang 23 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 20 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

-0,1

Rang 30 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,3

Rang 12 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

8,8

Rang 10 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,7

Rang 9 von 38

Geschäftsgründungen

0,1

Rang 29 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 7 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

12,5

Rang 33 von 38

Energieintensität der Industrie

137.979,6

Rang 7 von 38

EE-Ausbau

1

Rang 27 von 38

Wärmewende Wohngebäude

19,1

Rang 4 von 38

Wasserstoffpotenzial

2.430.505

Rang 25 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

1

Rang 29 von 38

Flächenversiegelung

13,1

Rang 13 von 38

Flächeneffizienz

562.749,9

Rang 12 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

75,4

Rang 38 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

4,4

Rang 8 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

3,4

Rang 37 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

31,2

Rang 29 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

226,4

Rang 15 von 38

Glasfaserausbau

31,2

Rang 35 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

51,1

Rang 34 von 38

Pendelintensität

0,1

Rang 34 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

557,1

Rang 8 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

162,9

Rang 9 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

1.080,9

Rang 11 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

6.822

Rang 23 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

7,1

Rang 13 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 8 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

6,7

Rang 13 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

4

Rang 23 von 38

Sportvereinsdichte

110,5

Rang 19 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

16

Rang 34 von 38

Klima

32

Rang 26 von 38

Verfassungspaket

24

Rang 30 von 38

Welthandel

39

Rang 18 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Industrieinitiativen in dieser Transformationsregion

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.