Oberrhein-Hochrhein
Bevölkerung von 1,818 Mio. Personen
rund 186.000 Personen arbeiten in der Industrie (22,2 % der Beschäftigten)
Die industrielle Transformationsregion Oberrhein-Hochrhein weist im bundesweiten Vergleich ein robustes, aber heterogenes Profil auf. Die Region profitiert von einer starken wirtschaftlichen Basis, hoher demografischer Dynamik und einer guten kommunalen Finanzlage, steht jedoch vor erheblichen Anpassungsanforderungen im Bereich Energie, (sozialer) Infrastruktur und Innovation. Ihre relative Stärke in Sustainable Building und die solide Position in Green Economy eröffnen strategische Potenziale für eine grüne Transformation, während geringe Patentaktivität und hohe Lohnstückkosten auf strukturelle Modernisierungsbedarfe hinweisen. Wirtschaftsförderung und Politik sollten gezielt auf die Diversifizierung energieintensiver Branchen, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Stärkung der regionalen Innovationslandschaft hinwirken. Für Unternehmen gilt es, Effizienzgewinne, Kooperationen und technologische Spezialisierungen zu forcieren, um die Wettbewerbsfähigkeit im nationalen Vergleich zu sichern. Regionale Initiativen sollten insbesondere auf die Verknüpfung von Bauwirtschaft, Energietechnik und Forschung setzen, um langfristig resiliente Wertschöpfungsstrukturen zu schaffen.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Oberrhein-Hochrhein zu den Regionen, die sich im Sinne der Transformation weniger Herausforderungen stellen müssen.
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Oberrhein-Hochrhein ist der Flächendruck besonders hoch.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,3 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Oberrhein-Hochrhein relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
Die effizienten Verwaltungsstrukturen sowie die gute kommunale Finanzlage mit niedriger Verschuldung und solider Einnahmenbasis schaffen Handlungsspielräume für zukunftsorientiertes Handeln.
Die vergleichsweise positive Bevölkerungsentwicklung und günstigen Wanderungssalden stärken den Arbeitsmarkt und sichern langfristig die Fachkräftebasis.
Die relativ positive logistische Anbindung und die vergleichsweise hohe Exportquote weisen auf eine gute wirtschaftliche Ausgangssituation hin, die durch eine gute Mischung aus KMU und Großunternehmen gestützt wird.
Die überdurchschnittliche Unternehmensaktivität im Transformationsfeld Sustainable Building zeigt eine nachhaltige Spezialisierung und hohes Innovationspotenzial im Bereich ressourceneffizienter Technologien.
Die hohe Tourismusintensität und starke Standortattraktivität fördern regionale Entwicklung und Sichtbarkeit.
Chancen
Das Transformationsfeld Sustainable Building eröffnet Wachstumschancen im energieeffizienten Bauen und für die Entwicklung nachhaltiger Baustoffe.
Die Green Economy mit ihrer starken FuE-Basis kann durch gezielte Unternehmensförderung und Netzwerkbildung weiter skaliert werden.
Die Stärkung der Exportwirtschaft und die hohe internationale Anschlussfähigkeit bieten Potenzial für robuste und resiliente Außenhandelsstrukturen.
Die positiven Beschäftigungserwartungen und die stabile diversifizierte Unternehmensstruktur unterstützen ein dynamisches und nachhaltiges Beschäftigungswachstum.
Die touristischen und geografischen Lagevorteile entlang der Rheinachse und im Grenzraum zu Schweiz und Frankreich fördern internationale Kooperationen und Wissenstransfer.
Schwächen
Die hohen Lohnstückkosten und der hohe Beschäftigungseinfluss energieintensiver Branchen mindern die Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Der unterdurchschnittliche Ausbau erneuerbarer Energien und das geringe Wasserstoffpotenzial verlangsamen die regionale Energiewende.
Der hohe Flächendruck und die relativ geringe regionale Vernetzung schränken die Flexibilität von Siedlungs- und Arbeitsmarktstrukturen ein.
Die vergleichsweise geringe Patentaktivität in allen Transformationsfeldern weist auf Defizite in der Innovations- und Technologiedynamik hin.
Die ungünstigen Indikatoren zur Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur mit niedriger Dichte an Krankenhausbetten und wenigen Pflegeplätzen belasten die soziale Daseinsvorsorge.
Risiken
Die hohen Energiepreise und die strukturelle Abhängigkeit von energieintensiven Branchen gefährden den Fortschritt der wirtschaftlichen Transformation.
Hohe Lohnstückkosten verstärken das Risiko, dass die Region für Unternehmen im internationalen Wettbewerb an Attraktivität verliert.
Der verzögerte Ausbau erneuerbarer Energien verstärkt die Abhängigkeit von Energieimporten und erhöht die Transformationskosten erheblich.
Das Ungleichgewicht zwischen Forschung und unternehmerischer Umsetzung, insbesondere in der Green Economy, schwächt die regionale Innovationsdynamik.
Die langsame Anpassung an Klimafolgen, belegt durch Rang 24 im entsprechenden Szenario, birgt Risiken für Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
59
Rang 9 von 38
Importquote
49
Rang 33 von 38
Terms of Trade
99,2
Rang 17 von 38
Lohnstückkosten
26,3
Rang 34 von 38
Materialstruktur
85,4
Rang 16 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
64,2
Rang 16 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
3
Rang 7 von 38
Wanderungssaldo
2,5
Rang 4 von 38
Medianentgelt
3.876
Rang 16 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
17,4
Rang 9 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
3,2
Rang 15 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
22,7
Rang 32 von 38
Anteil von Engspassberufen
26,4
Rang 10 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 6 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
1,1
Rang 7 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,5
Rang 32 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
8,8
Rang 11 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,5
Rang 21 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 24 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 13 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
11,3
Rang 28 von 38
Energieintensität der Industrie
269.978,4
Rang 17 von 38
EE-Ausbau
0,8
Rang 30 von 38
Wärmewende Wohngebäude
18,4
Rang 7 von 38
Wasserstoffpotenzial
1.926.829
Rang 27 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,9
Rang 27 von 38
Flächenversiegelung
12,8
Rang 11 von 38
Flächeneffizienz
530.801,9
Rang 15 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
91,7
Rang 32 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
4,6
Rang 2 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
4,8
Rang 31 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
35,5
Rang 19 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
266,3
Rang 11 von 38
Glasfaserausbau
45,4
Rang 21 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
28,6
Rang 10 von 38
Pendelintensität
0,2
Rang 28 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
503,8
Rang 5 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
186,7
Rang 2 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
1.057,5
Rang 12 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
10.878
Rang 13 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
8
Rang 31 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 11 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
9,8
Rang 6 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
5,7
Rang 3 von 38
Sportvereinsdichte
127,5
Rang 8 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
19
Rang 32 von 38
Klima
33
Rang 24 von 38
Verfassungspaket
30
Rang 29 von 38
Welthandel
37
Rang 16 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.