Ostwürttemberg
Bevölkerung von 455.000 Personen
rund 75.000 Personen arbeiten in der Industrie (35,4 % der Beschäftigten)
Die industrielle Transformationsregion Ostwürttemberg steht vor der Herausforderung, ihre starke industrielle Basis zukunftsfest zu gestalten. Sie verfügt über hohe Exportkraft, stabile Wirtschaftsstruktur und überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit im produzierenden Gewerbe, ist jedoch vergleichsweise stark vom internationalen Handel abhängig und weist eine ungünstige Beschäftigungserwartung auf. Der Transformationsdruck ist durchschnittlich, zugleich aber die Szenarienrobustheit unterdurchschnittlich – ein Hinweis auf begrenzte Anpassungsfähigkeit gegenüber externen Schocks. Die überdurchschnittlichen Aktivitäten in Smart Production und Sustainable Building verdeutlichen vorhandene technologische Schwerpunkte, die für eine strategische Neuaufstellung genutzt werden können. Politik und Wirtschaftsförderung sollten gezielt Maßnahmen ergreifen, um Fachkräfte zu halten, Innovationspotenziale in nachhaltigen Produktionsprozessen und Gebäudetechnologien auszubauen sowie den Ausbau digitaler und grüner Infrastrukturen zu beschleunigen. Unternehmen profitieren langfristig von Investitionen in Energieeffizienz, internationaler Diversifizierung und Weiterbildung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Resilienz gegenüber Transformationsrisiken zu erhöhen.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen im Zuge der Transformation besonders gefordert sind.
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Ostwürttemberg ist der Flächendruck durchschnittlich.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,9 %. Dieser Wert liegt über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Ostwürttemberg weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Die stabile industrielle Wirtschaftsbasis mit hoher Wertschöpfung im produzierenden Gewerbe zeigt eine robuste Struktur, die das hohe Einkommen in der Region sichert.
- Die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit durch exportorientierte Branchen und starke Produktionsstandorte unterstreicht die globale Einbindung der Region.
- Eine solide Einkommens- und Steuerbasis stärkt die finanzielle Tragfähigkeit der Region und schafft Spielräume für Investitionen in Infrastruktur und Innovation.
- Die überdurchschnittliche FuE- und Unternehmensaktivität im Bereich Smart Production belegt eine dynamische Innovationslandschaft mit Fokus auf ressourceneffiziente Produktion.
- Die vergleichsweise niedrigen Materialstückkosten, also die effiziente Verwendung eingesetzter Materialien, machen die regionale Wirtschaft weniger sensitiv für materialbezogene Preissteigerungen in der Branche.
Chancen
- Die hohe technologische Dichte in Smart Production zeigt ein starkes Innovationspotenzial und schafft gute Voraussetzungen für Effizienzsteigerungen und die Modernisierung des Produktionssektors.
- Die überdurchschnittliche Aktivität im Bereich Sustainable Building verdeutlicht ein wachsendes Entwicklungspotenzial und eröffnet Chancen zur Erweiterung industrieller Kompetenzen im Bereich nachhaltiger Baustoffe und Gebäudetechnologien.
- Die positive kommunale Wärmeplanung in Kombination mit einer stabilen Flächenstruktur bietet günstige Rahmenbedingungen für eine energetische Standortentwicklung.
- Die enge Verknüpfung industrieller Kernbranchen mit Zukunftsthemen wie Kreislaufwirtschaft, Materialeffizienz und digitaler Produktion schafft Perspektiven für neue industrielle Wertschöpfung und nachhaltige Innovationsdynamik.
Schwächen
- Die hohe Importabhängigkeit weist auf eine geringe regionale Lieferkettenstabilität und damit erhöhte Krisenanfälligkeit hin.
- Die im regionalen Vergleich geringe Attraktivität der Region schwächt die regionale Weiterentwicklung und Sichtbarkeit.
- Die unterdurchschnittliche digitale Infrastruktur mit Defiziten bei der Glasfaserversorgung begrenzt die Standortattraktivität.
- Der Rückstand beim Ausbau erneuerbarer Energien und Wasserstofftechnologien zeigt eine unzureichende ökologische Transformation der Wirtschaftsstruktur.
- Der überdurchschnittliche Anteil energieintensiver Branchen erhöht das Risiko bei Energiepreissteigerungen und regulatorischem Druck.
Risiken
- Die begrenzte Szenarienrobustheit der Region verdeutlicht eine hohe Sensitivität gegenüber gesamtwirtschaftlichen Schocks.
- Unterdurchschnittliche Ergebnisse in Energie- und Klimaszenarien zeigen eine zu geringe Anpassungsgeschwindigkeit an die Energiewende.
- Defizite in der digitalen Infrastruktur und Verflechtung mit anderen Regionen behindern Kooperation, Wissensaustausch und Innovationsdiffusion.
- Die starke Branchenspezialisierung kann zu Klumpenrisiken im Strukturwandel und Erhöhung der Abhängigkeit von einzelnen Industriezweigen führen.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
64,6
Rang 1 von 38
Importquote
56,2
Rang 38 von 38
Terms of Trade
99,1
Rang 19 von 38
Lohnstückkosten
25,9
Rang 29 von 38
Materialstruktur
81,8
Rang 3 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
63,9
Rang 17 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
2,3
Rang 15 von 38
Wanderungssaldo
2,5
Rang 3 von 38
Medianentgelt
4.284,9
Rang 4 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
17,5
Rang 6 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
2,8
Rang 20 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
21,3
Rang 24 von 38
Anteil von Engspassberufen
30,4
Rang 30 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 25 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
-0,1
Rang 31 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,5
Rang 33 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
10,1
Rang 32 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
1
Rang 2 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 17 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 19 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
14,2
Rang 36 von 38
Energieintensität der Industrie
213.580,5
Rang 12 von 38
EE-Ausbau
1,8
Rang 15 von 38
Wärmewende Wohngebäude
16
Rang 12 von 38
Wasserstoffpotenzial
823.157
Rang 36 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,7
Rang 16 von 38
Flächenversiegelung
13,5
Rang 18 von 38
Flächeneffizienz
502.187,9
Rang 17 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
96,5
Rang 26 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
3,9
Rang 24 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
6,5
Rang 14 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
27,5
Rang 35 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
212,6
Rang 20 von 38
Glasfaserausbau
26,1
Rang 37 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
52,1
Rang 35 von 38
Pendelintensität
0
Rang 37 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
877,9
Rang 13 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
149,8
Rang 23 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
1.162,4
Rang 6 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
975
Rang 38 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
7,1
Rang 14 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 15 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
2,2
Rang 37 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
2,9
Rang 38 von 38
Sportvereinsdichte
108,7
Rang 20 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
5
Rang 37 von 38
Klima
21
Rang 32 von 38
Verfassungspaket
23
Rang 31 von 38
Welthandel
39
Rang 18 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.