Regensburg-Main-Donau
Bevölkerung von 1,724 Mio. Personen
rund 225.000 Personen arbeiten in der Industrie (27,1 % der Beschäftigten)
Die industrielle Transformationsregion Regensburg-Main-Donau weist eine insgesamt stabile, aber in Teilen ambivalente Struktur auf: Auf der einen Seite steht eine solide ökonomische Basis mit günstigen Indikatorwerten bei Flächennutzung, Versorgung und Branchenstruktur, auf der anderen Seite zeigen sich Schwächen bei der Innovationskraft und der Anpassungsfähigkeit an externe Schocks. Im bundesweiten Vergleich liegt die Region hinsichtlich der Szenarien Klima und Verfassungspaket sehr weit vorn – ein Hinweis auf robuste, anpassungsfähige Wirtschaftsstrukturen sowie gute Ausgangsbedingungen für klimaorientierte und infrastrukturelle Investitionen. Herausforderungen ergeben sich dagegen aus einer relativ geringen Dynamik in Bildung, Gründung und Forschung sowie einer deutlichen Dominanz energieintensiver Branchen. Politik, Wirtschaftsförderung und Unternehmen sollten daher gezielt auf eine Stärkung der Innovationsfähigkeit und Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur hinarbeiten, um die vorhandenen Stärken – etwa in nachhaltiger Energieversorgung und kommunaler Wärmeplanung – strategisch auszubauen. Die Region verfügt über gute Voraussetzungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit durch eine grüne, innovationsgetriebene und sozial ausgewogene Transformation langfristig zu sichern.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation unterdurchschnittlich gefordert sind.
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Es ist ein überdurchschnittlich hoher Anpassungsdruck für die ITR Regensburg-Main-Donau festzustellen.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Regensburg-Main-Donau ist der Flächendruck gering.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 3,2 %. Dieser Wert liegt über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Regensburg-Main-Donau weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Die solide Erwerbsbevölkerung mit hohem Anteil Erwerbstätiger und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Industrie- und Dienstleistungssektor signalisiert eine stabile und vielseitige Wirtschaftsstruktur.
- Die Region zeichnet sich durch eine vergleichsweise sehr geringe Zahl von Geschäftsaufgaben aus, was die wirtschaftliche Stabilität und Kontinuität verdeutlicht.
- Die überdurchschnittliche Unternehmens- und Patentaktivität in den Transformationsfeldern Sustainable Building und Green Economy unterstreicht technologische Stärke und Innovationskraft in ressourceneffizienten Branchen.
- Die vergleichsweise geringe Flächenversiegelung und die gute nachhaltige Energieversorgung in Haushalten belegen eine fortschrittliche kommunale Wärmeplanung und bewusstes Ressourcenmanagement.
- Die gute soziale Infrastruktur mit überdurchschnittlicher Versorgung durch Allgemeinärztinnen und -ärzte und Pflegeheimplätze zeigt hohe Lebensqualität und soziale Stabilität der Region.
Chancen
- Die starke Position in Green Economy und Sustainable Building eröffnet Potenziale zur Profilbildung in der Kreislaufwirtschaft, in Energietechnologien und im nachhaltigen Bauen.
- Die hohe Robustheit in Klima- und Infrastrukturszenarien ermöglicht die Nutzung nationaler Förderimpulse für Dekarbonisierung und regionale Resilienz.
- Die Steigerung der Flächeneffizienz und die Intensivierung der Kreislaufnutzung bieten konkrete Ansatzpunkte für nachhaltige Standortentwicklung und Ressourceneinsparungen.
- Synergien zwischen Energie- und Bauwirtschaft können durch regionale Netzwerke und gezielte Förderstrategien verstärkt sowie für innovative Wertschöpfung genutzt werden.
- Investitionen in Weiterbildung stärken die Fachkräftebasis und wirken langfristig dem demografischen Druck entgegen.
Schwächen
- Die vergleichsweise hohe Energieintensität der Industrie deutet auf strukturelle Abhängigkeiten hin, die im Transformationsprozess zu Wettbewerbsnachteilen führen können.
- Das schwache Verhältnis zwischen Arbeitsplatzaufbau und -abbau weist auf eine geringe strukturelle Dynamik und eingeschränkte Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft hin.
- Die demografische Schwäche mit niedrigem Anteil junger Menschen sowie wenigen Auszubildenden und Studierenden begrenzt langfristig das Fachkräftepotenzial.
- Die geringe Innovations- und Forschungsdichte, insbesondere in Bundes- und EU-Förderprojekten, zeigt Defizite im FuE-System und ungenutzte Förderchancen.
- Die unterdurchschnittliche Gründungsaktivität und der hohe Anteil einfacher Tätigkeiten deuten auf begrenzte Aufstiegschancen und eine schwache Innovationsdynamik hin.
Risiken
- Der hohe Anteil energieintensiver Branchen macht die Region anfällig für steigende Energiepreise und strengere regulatorische Anforderungen.
- Die geringe außenwirtschaftliche Resilienz und die schwache Position im Szenario Welthandel erhöhen die Anfälligkeit für Export- und Zulieferabhängigkeiten.
- Die begrenzten Forschungsaktivitäten und die niedrige EU-Projektbeteiligung könnten Innovationspotenziale ungenutzt lassen.
- Der Fachkräftemangel infolge des demografischen Rückgangs und des geringen Anteils junger Menschen gefährdet langfristig die Wachstumsfähigkeit.
- Eine strukturelle Pfadabhängigkeit birgt die Gefahr, dass sich ohne gezielte Impulse traditionelle Industriestrukturen verfestigen und neue, grüne Wertschöpfungsketten ins Hintertreffen geraten.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
Klicken sie auf die Themengebiete für mehr Informationen
Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
57,7
Rang 15 von 38
Importquote
47
Rang 26 von 38
Terms of Trade
99,3
Rang 14 von 38
Lohnstückkosten
25,5
Rang 22 von 38
Materialstruktur
84,5
Rang 12 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
64,4
Rang 12 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
2
Rang 18 von 38
Wanderungssaldo
2,3
Rang 15 von 38
Medianentgelt
3.716,2
Rang 24 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
16,3
Rang 29 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
3,2
Rang 17 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
21,8
Rang 28 von 38
Anteil von Engspassberufen
29,7
Rang 28 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 33 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
0,3
Rang 20 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,4
Rang 25 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
9,5
Rang 19 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,7
Rang 10 von 38
Geschäftsgründungen
0,1
Rang 26 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 8 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
12
Rang 31 von 38
Energieintensität der Industrie
241.644,4
Rang 14 von 38
EE-Ausbau
2,5
Rang 7 von 38
Wärmewende Wohngebäude
22
Rang 2 von 38
Wasserstoffpotenzial
2.637.594
Rang 23 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,6
Rang 11 von 38
Flächenversiegelung
11,4
Rang 3 von 38
Flächeneffizienz
407.757,5
Rang 29 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
125,2
Rang 7 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
4,6
Rang 3 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
6,7
Rang 13 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
32,2
Rang 27 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
120,4
Rang 35 von 38
Glasfaserausbau
40
Rang 24 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
36,7
Rang 22 von 38
Pendelintensität
0,4
Rang 15 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
904,3
Rang 15 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
119,3
Rang 35 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
1.030,9
Rang 15 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
9.791
Rang 14 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
7,8
Rang 27 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 27 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
5,1
Rang 17 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
4
Rang 24 von 38
Sportvereinsdichte
107,1
Rang 22 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
37
Rang 21 von 38
Klima
61
Rang 2 von 38
Verfassungspaket
60
Rang 3 von 38
Welthandel
59
Rang 31 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.