Rhein-Main
Bevölkerung von 6,430 Mio. Personen
rund 445.000 Personen arbeiten in der Industrie (14,4 % der Beschäftigten)
Die ITR Rhein-Main weist im bundesweiten Vergleich eine ausgesprochen gute sozioökonomische und infrastrukturelle Ausgangslage auf. Die Region profitiert von einer überdurchschnittlich hohen Steuerkraft, einem dynamischen Arbeitsmarkt und einer stabilen Bevölkerungsentwicklung. Besonders positiv fällt die hohe Flächeneffizienz und die enge Vernetzung innerhalb des Ballungsraums auf. Gleichzeitig bestehen Schwächen in der industriellen Basisstruktur (Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis) und in der Innovationsverwertung. Auffällig ist, dass trotz starker wirtschaftlicher Rahmenbedingungen die FuE-Aktivitäten in den Transformationsfeldern insgesamt unterdurchschnittlich ausfallen. Chancen ergeben sich aus den günstigen Szenarienaussichten (Klima, Verfassungspaket, Energie) und einer erkennbaren Nische in Sustainable Building. Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, gilt es, die erneuerbaren Energien auszubauen, den Bereich Sustainable Building weiter zu stärken, die Innovationsverwertung (Patente, Unternehmensbasis) zu intensivieren und die Transformation hin zu nachhaltigen Produktionsprozessen systematisch zu unterstützen.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Rhein-Main zu den Regionen, die sich im Sinne der Transformation weniger Herausforderungen stellen müssen.
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Es ist ein überdurchschnittlich hoher Anpassungsdruck für die ITR Rhein-Main festzustellen.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Rhein-Main ist der Flächendruck durchschnittlich.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,2 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Rhein-Main relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Sehr hohe Flächeneffizienz und hohe Steuerkraft sichern eine solide wirtschaftliche und steuerliche Basis für Zukunftsinvestitionen.
- Die sehr gute Bildungsinfrastruktur – mit sehr guten Werten bei Schulerreichbarkeit und Bildungsbeteiligung – unterstützt Fachkräftesicherung und Lebensqualität.
- Positive Kohortendynamik und stabile Erwerbsbasis bieten demografisch günstige Voraussetzungen.
- Hohe Erwerbsquote, dynamisches Gründunggeschehen und intensivePendelverflechtung belegen die wirtschaftliche Dynamik und Vernetzung des Ballungsraums.
- Der geringe Anteil von Beschäftigten in Berufen mit starken Fachkräfteengpässen bei zugleich wenig Erwerbstätigen mit Hilfstätigkeiten weist auf ein ausgewogenes Verhältnis am Arbeitsmarkt hin.
Chancen
- Hohe Steuerkraft und dichte Wissensinfrastruktur schaffen günstige Voraussetzungen für Investitionen in Zukunftstechnologien und Unternehmensgründungen.
- Die positive Szenarienbewertung in Klima-, Energie- und Verfassungspaket-Szenarien signalisiert langfristige Beschäftigungsstabilität und Transformationsrobustheit.
- Gezielter Transfer von Forschung in Wirtschaft – etwa durch Clusterbildung und Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen – kann Innovationspotenziale besser nutzbar machen.
- Relativ gute FuE-Position in Sustainable Building – insbesondere durch überdurchschnittliche EU-Förderaktivitäten – eröffnet Potenziale für neue Geschäftsmodelle im energieeffizienten Bauen und nachhaltigen Städtebau.
- Die relative hohe Exportquote bei mittleren Terms of Trade, Lohnstückkosten und Materialstruktur weist auf eine Qualitätsführerschaft hin; gezielte Effizienzsteigerungen und Kostensenkungsstrategien können die internationale Wettbewerbsfähigkeit noch weiter stärken.
Schwächen
- Der überdurchschnittlich hohe Anpassungsdruck am Arbeitsmarkt lässt strukturelle Verschiebungen in der Branchenstruktur vermuten.
- Die unterdurchschnittliche Produktionsorientierung (niedriges Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis) deutet auf eine abnehmende industrielle Wertschöpfungstiefe hin.
- Eine hohe Flächenversiegelung bei mittlerem Flächendruck begrenzt Potenziale für neue Industrienutzungen und kann Lebensqualität beeinträchtigen.
- Deutlich geringe Patent- und geringe FuE-Aktivitäten in zentralen Transformationsfeldern (v. a. Smart Production, Green Economy) weisen auf Lücken im Innovationssystem hin.
- Der relativ geringe Ausbau erneuerbarer Energien schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und behindert die Erschließung des Wasserstoffpotenzials der Region.
Risiken
- Die relativ hohe Abhängigkeit vom internationalen Handel birgt bei globalen Schocks und Handelsbarrieren strukturelle Risiken (das belegt das schwache Abschneiden im Szenario Welthandel).
- Die mangelnde Innovationsverwertung, d. h. niedrige Patentaktivität trotz vorhandener FuE-Basis, gefährdet die Technologieführerschaft.
- Hohe kommunale Verschuldung könnte den finanziellen Handlungsspielraum für Zukunftsinvestitionen einschränken.
- Die lediglich mittlere Tourismusintensität, der Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe sowie die Dichte an Sportvereinen in der Region sind nachteilig im Wettbewerb attraktiver Standorte.
- Die relativ geringe Anzahl von Pflegeheimplätzen pro 10.000 Einwohnern kann im demografischen Wandel zu schwierigen Herausforderungen führen.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
58,9
Rang 10 von 38
Importquote
47,5
Rang 28 von 38
Terms of Trade
99,1
Rang 20 von 38
Lohnstückkosten
25,4
Rang 19 von 38
Materialstruktur
85,8
Rang 17 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
64,8
Rang 7 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
2,5
Rang 12 von 38
Wanderungssaldo
2,4
Rang 11 von 38
Medianentgelt
4.260,5
Rang 6 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
17,3
Rang 12 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
4,1
Rang 9 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
19,2
Rang 12 von 38
Anteil von Engspassberufen
24,6
Rang 4 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 31 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
0,6
Rang 14 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,3
Rang 13 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
9
Rang 13 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,3
Rang 34 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 7 von 38
Geschäftsaufgaben
0,2
Rang 38 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
8,1
Rang 14 von 38
Energieintensität der Industrie
213.048,1
Rang 11 von 38
EE-Ausbau
0,8
Rang 32 von 38
Wärmewende Wohngebäude
8,1
Rang 25 von 38
Wasserstoffpotenzial
5.008.400
Rang 9 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,7
Rang 17 von 38
Flächenversiegelung
17,5
Rang 31 von 38
Flächeneffizienz
938.810,2
Rang 3 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
91,7
Rang 31 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
4,1
Rang 15 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
5,6
Rang 24 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
35,3
Rang 20 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
370,8
Rang 6 von 38
Glasfaserausbau
45,7
Rang 18 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
32,5
Rang 15 von 38
Pendelintensität
0,7
Rang 5 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
2.091,4
Rang 29 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
152,2
Rang 21 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
1.222,2
Rang 5 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
40.801
Rang 2 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
6,3
Rang 7 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 9 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
4,5
Rang 24 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
4
Rang 22 von 38
Sportvereinsdichte
112,5
Rang 16 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
56
Rang 10 von 38
Klima
54
Rang 6 von 38
Verfassungspaket
55
Rang 6 von 38
Welthandel
56
Rang 29 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.