Region Rostock-Vorpommern

Rostock-Vorpommern

Bevölkerung von 1,155 Mio. Personen

rund 40.000 Personen arbeiten in der Industrie (8,6 % der Beschäftigten)

Die ITR Rostock-Vorpommern verfügt über eine solide räumliche Ausgangslage mit geringem Flächen- und Anpassungsdruck sowie eine starken Position im Transformationsfeld Green Economy. Diese Kombination eröffnet Chancen für eine nachhaltige Standortentwicklung, etwa in Energie-, Umwelt- und maritimen Technologien. Die Region zeigt zugleich eine insgesamt schwache Wettbewerbs- und Innovationsbasis mit geringer Exportquote, niedriger Steuerkraft und sehr geringer Patentaktivität. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der hohen Zahl an Projekten und Unternehmen in grünen Feldern sowie den geringen Patentaktivitäten. In den Szenarien schneidet die Region beim Welthandel sehr gut ab, bleibt in Energie und Klima jedoch zurück. Entscheidend wird sein, die vorhandenen Spezialisierungen gezielt auszubauen und zu verbreitern, die Innovationsleistung zu stärken und internationale Verflechtungen auszubauen.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Rostock-Vorpommern zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation durchschnittlich gefordert sind:

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Die ITR Rostock-Vorpommern sieht sich einem unterdurchschnittlichen Anpassungsdruck ausgesetzt.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
     In der ITR Rostock-Vorpommern ist der Flächendruck gering.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,2 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Rostock-Vorpommern relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist. 

SWOT-Profil

Stärken

  • Geringer Flächen- und Anpassungsdruck ermöglicht planbare Standortentwicklung und mindert Nutzungskonflikte.
  • Geringer Anteil energieintensiver Branchen reduziert Transformationsrisiken und begünstigt eine stabile, klimafreundliche Wirtschaftsstruktur.
  • Gut ausgebaute medizinische Versorgung mit hoher Arztdichte, vielen Krankenhausbetten und Pflegeplätzen sichert Lebensqualität und Standortattraktivität.
  • Überdurchschnittlicher Glasfaserausbau unterstützt die digitale Leistungsfähigkeit und schafft Grundlagen für neue Geschäftsmodelle im ländlichen Raum.
  • Ausgezeichnete touristische Attraktivität und hohe Beschäftigung in Kultur-, Freizeit- und Gastgewerbe tragen zur Standortbindung und Lebensqualität bei.

Chancen

  • Ausgeprägte Kompetenzen in der Green Economy: Eine überdurchschnittliche Stärke ist bei den national geförderten FuE-Projekten und der Anzahl transformativer Unternehmen vorhanden. Dieses Potenzial kann ausgebaut und erweitert werden, z. B. Stärkung der Patentierung durch Unternehmen.
  • Gute Voraussetzungen im Bereich Green & Smart Mobility können gezielt ausgebaut werden, um sich stärker in nationale und europäische Transformationsnetzwerke einzubringen.
  • Das überdurchschnittlich hohe Wasserstoffpotenzial und ein guter Stand beim Ausbau erneuerbarer Energien eröffnen langfristige Chancen für den Aufbau klimaneutralen Energie- und Industriestruktur.
  • Die geringe Szenariovarianz signalisiert strukturelle Robustheit, die für gezielte Transformationsinvestitionen genutzt werden kann.

Schwächen

  • Geringe Steuerkraft und schwache Flächeneffizienz: strukturelle Ertragsschwäche der Wirtschaft bei gleichzeitiger Begrenzung öffentlicher Investitionsspielräume.
  • Sehr niedrige Exportquote und ungünstige Terms of Trade zeigen die schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit.
  • Die relativ hohe Personaldichte in der Verwaltung ist ein möglicher Hinweis auf hohe Verwaltungskosten, übermäßige Bürokratie und mangelnde Flexibilität, was die regionale Wirtschaftsentwicklung hemmen dürfte.
  • Die sehr geringe Patentaktivität – auch in starken Feldern – begrenzt den Innovationsoutput.
  • Unternehmensdynamik: Die niedrige Gründungsrate bei mittlerem Insolvenzrisiko deutet auf ein wenig dynamisches und leicht fragiles Unternehmensökosystem hin.

Risiken

  • Deutliche demografische Nachteile: ein niedriger Anteil junger Menschen, der negative Wanderungssaldo und schwache Bevölkerungsdynamik in Verbindung mit niedriger Bildungsbeteiligung und sehr ungünstiger Schulerreichbarkeit
  • Die Fachkräftesicherung ist, neben der demografischen Entwicklung, auch durch den geringen Anteil von Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden potenziell gefährdet.
  • Unterdurchschnittliche Ergebnisse in den Szenarien Energie und Klima deuten trotz zum Teil guter Voraussetzungen auf Anpassungsdefizite bei Energiewende und Klimafolgen hin.
  • Eine stark dienstleistungsgeprägte Wirtschaft birgt die Gefahr von verlangsamtem Produktivitätswachstum, erhöhter Anfälligkeit für externe Wirtschaftsschocks und wachsender sozialer Ungleichheit.
  • Materialstruktur: Der hohe Anteil der bezogenen Vorleistungen (Materialaufwand) an den Gesamtkosten hat ein starke Wirkung von Preissteigerungen für Material und Dienstleistungen auf die Kostensituation der Unternehmen zur Folge. 

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

49,7

Rang 38 von 38

Importquote

43,6

Rang 12 von 38

Terms of Trade

98,6

Rang 37 von 38

Lohnstückkosten

24,7

Rang 14 von 38

Materialstruktur

89,6

Rang 38 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

60,5

Rang 34 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

0,8

Rang 31 von 38

Wanderungssaldo

1,6

Rang 36 von 38

Medianentgelt

3.115,2

Rang 35 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

15,4

Rang 37 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

0,7

Rang 34 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

19,3

Rang 14 von 38

Anteil von Engspassberufen

23,3

Rang 3 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,1

Rang 1 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

0,1

Rang 25 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,3

Rang 24 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

8,6

Rang 7 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,3

Rang 35 von 38

Geschäftsgründungen

0,1

Rang 35 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 9 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

4,2

Rang 3 von 38

Energieintensität der Industrie

371.626,6

Rang 24 von 38

EE-Ausbau

4,2

Rang 5 von 38

Wärmewende Wohngebäude

8,2

Rang 23 von 38

Wasserstoffpotenzial

5.467.168

Rang 6 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

0,2

Rang 2 von 38

Flächenversiegelung

8,5

Rang 1 von 38

Flächeneffizienz

202.360,4

Rang 37 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

125,9

Rang 6 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

4,4

Rang 5 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

6,8

Rang 11 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

67

Rang 1 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

71

Rang 38 von 38

Glasfaserausbau

58,7

Rang 5 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

65,7

Rang 38 von 38

Pendelintensität

0,1

Rang 32 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

1.063,1

Rang 16 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

142,4

Rang 28 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

622,8

Rang 38 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

5.508

Rang 30 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

10

Rang 38 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 31 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

24,3

Rang 1 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

8

Rang 1 von 38

Sportvereinsdichte

115,8

Rang 14 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

25

Rang 29 von 38

Klima

28

Rang 30 von 38

Verfassungspaket

42

Rang 18 von 38

Welthandel

2

Rang 1 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.