Sachsen-Ost
Bevölkerung von 1,051 Mio. Personen
rund 75.000 Personen arbeiten in der Industrie (15,4 % der Beschäftigten)
Die ITR Sachsen-Ost profitiert von einer hohen Qualifikation der Beschäftigten, einer leistungsfähigen Exportwirtschaft und einer effizienten Verwaltung. Zugleich steht sie vor Herausforderungen durch niedrige Innovationsdynamik, eine geringe Gründungsintensität sowie Defizite beim Ausbau der digitalen und energetischen Infrastruktur. Besonders positiv ist die hohe Stabilität des regionalen Arbeitsmarkts, der sich bislang als vergleichsweise robust gegenüber Strukturveränderungen erwiesen hat. Die ausgeprägten Forschungsschwerpunkte in den Transformationsfeldern Smart Production, Sustainable Building und Green Economy verdeutlichen die technologische Stärke der Region. Im Zusammenspiel mit gezielter Innovationsförderung und einer verbesserten Energie- und Breitbandinfrastruktur bietet die ITR Sachsen-Ost somit gute Voraussetzungen, die industrielle Transformation aktiv zu gestalten – vorausgesetzt, die Innovationskraft der ansässigen Unternehmen wird weiter gestärkt und neue Wachstumsimpulse werden genutzt.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Sachsen-Ost zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation durchschnittlich gefordert sind.
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Die ITR sieht sich einem unterdurchschnittlichen Anpassungsdruck ausgesetzt.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Sachsen-Ost ist der Flächendruck durchschnittlich.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 1,3 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Sachsen-Ost relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Hohe Qualifikationsstruktur und ein geringer Anteil an Hilfstätigkeiten deuten auf eine leistungsfähige, gut ausgebildete Erwerbsbevölkerung hin.
- Solide Exportbasis und wettbewerbsfähige Branchenstrukturen (Materialstruktur) sichern die internationale Anschlussfähigkeit und erhöhen die Widerstandsfähigkeit im globalen Wettbewerb.
- Eine effiziente Verwaltung mit schlanken Strukturen und niedriger Verschuldung unterstützt stabile Rahmenbedingungen für Wirtschaft und öffentliche Leistungen.
- Hohe Bildungsbeteiligung durch starke akademische und berufliche Ausbildungseinrichtungen schafft ein förderliches Umfeld für Fachkräfteentwicklung.
- Forschungsstärke in Schlüsseltechnologien: Besonders in den Transformationsfeldern Smart Production, Sustainable Building und Green Economy zeigt die Region überdurchschnittliche Aktivität bei FuE-Projekten und Unternehmensinitiativen.
Chancen
- Starke Forschungs- und Entwicklungsnetzwerke können durch gezielte Innovationspolitik besser mit der Wirtschaft verknüpft werden, um die Umsetzung von Forschung in marktfähige Produkte zu beschleunigen.
- Zunehmende Nachfrage nach grünen Technologien eröffnet Potenziale insbesondere in den Bereichen nachhaltiges Bauen, Kreislaufwirtschaft und ressourceneffiziente Produktion.
- Die qualifizierte Fachkräftebasis ermöglicht eine schnelle Anpassung an veränderte Produktionsanforderungen und kann zum entscheidenden Standortfaktor werden.
- Szenario-Vorteile nutzen: Gute Perspektiven in Energie- und Welthandelspfaden begünstigen Investitionen in strombasierte Prozesse, Speicher- und Effizienztechnologien.
Schwächen
- Die geringe Innovationskraft der ansässigen Unternehmen, insbesondere bei Patenten und Gründungen, begrenzt die Umsetzungsfähigkeit neuer Technologien.
- Unterdurchschnittliche Lohn- und Einkommensniveaus erschweren die Fachkräftebindung und verringern die Standortattraktivität im Wettbewerb um Talente.
- Defizite in der digitalen Infrastruktur (insbesondere beim Glasfaserausbau) behindern die Entwicklung datenintensiver Produktions- und Dienstleistungsprozesse.
- Begrenzte Steuerkraft mindert die Spielräume für öffentliche Investitionen und Zukunftsprojekte.
- Geringer Ausbau erneuerbarer Energien schränkt die regionale Energiewende ein und erschwert den Übergang zu klimaneutralen Produktionsprozessen.
Risiken
- Langsamer Fortschritt beim Ausbau erneuerbarer Energien und fehlende lokale Wasserstoffpotenziale können die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien gefährden.
- Demografischer Wandel und Fachkräfteengpässe drohen, die industrielle Basis zu schwächen, wenn keine gezielten Strategien zur Nachwuchssicherung greifen.
- Abhängigkeiten von Importen erhöhen die Anfälligkeit für Störungen globaler Lieferketten und Preisrisiken auf den Weltmärkten.
- Die unzureichende Gründungs- und Innovationsdynamik könnte dazu führen, dass neue Technologiefelder von anderen Regionen besetzt werden.
- Innovationsabstand in Schlüsselthemen: Die anhaltend schwache Patentdynamik in Mobilität und Bau mindert die Fähigkeit, technologische Trends in marktfähige Produkte zu überführen.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
61,6
Rang 3 von 38
Importquote
54,6
Rang 37 von 38
Terms of Trade
99,2
Rang 18 von 38
Lohnstückkosten
26,2
Rang 33 von 38
Materialstruktur
83,7
Rang 8 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
60,8
Rang 33 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
1,1
Rang 28 von 38
Wanderungssaldo
2
Rang 26 von 38
Medianentgelt
3.483,3
Rang 32 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
17,1
Rang 16 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
2
Rang 27 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
14,5
Rang 1 von 38
Anteil von Engspassberufen
27,2
Rang 13 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 8 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
-1,5
Rang 36 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,3
Rang 21 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
10
Rang 31 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,4
Rang 29 von 38
Geschäftsgründungen
0,1
Rang 32 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 10 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
7,2
Rang 11 von 38
Energieintensität der Industrie
441.759,1
Rang 29 von 38
EE-Ausbau
0,7
Rang 34 von 38
Wärmewende Wohngebäude
10,5
Rang 18 von 38
Wasserstoffpotenzial
850.355
Rang 35 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,7
Rang 15 von 38
Flächenversiegelung
14,4
Rang 23 von 38
Flächeneffizienz
556.918,2
Rang 13 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
121,3
Rang 11 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
3,7
Rang 30 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
7,1
Rang 6 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
62,6
Rang 4 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
305,7
Rang 8 von 38
Glasfaserausbau
32,5
Rang 33 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
23,9
Rang 5 von 38
Pendelintensität
0,2
Rang 31 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
270,3
Rang 1 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
189,6
Rang 1 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
711
Rang 33 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
6.571
Rang 26 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
7,2
Rang 19 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 5 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
7,3
Rang 10 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
4,9
Rang 7 von 38
Sportvereinsdichte
90,3
Rang 28 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
49
Rang 11 von 38
Klima
12
Rang 36 von 38
Verfassungspaket
16
Rang 34 von 38
Welthandel
8
Rang 4 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.