Schleswig-Holstein Nord/Mitte
Bevölkerung von 1,205 Mio. Personen
rund 52.000 Personen arbeiten in der Industrie (9,8 % der Beschäftigten)
Die ITR Schleswig-Holstein Nord-Mitte zeigt im bundesweiten Vergleich ein ausgewogenes, energiewirtschaftlich geprägtes Transformationsprofil. Deutlich positiv fallen der dynamische Ausbau erneuerbarer Energien, eine starke Tourismusbasis, gute digitale Infrastruktur sowie die geringe Abhängigkeit von energieintensiven Branchen auf. Gleichzeitig ist die industrielle Breite begrenzt; Innovationsverwertung über Patente, Außenhandelsposition und kommunale Finanzkraft bleiben ausbaufähig. Die Szenarien belegen gute Perspektiven in energie- und infrastrukturgetriebenen Entwicklungspfaden sowie Robustheit gegenüber Welthandelskrisen. Politik und Wirtschaftsförderung sollten die Green-Economy-Schwerpunkte gezielt in regionale Wertschöpfung übersetzen, Transfer- und Gründungsaktivitäten stärken und Fachkräftebindung wie auch Rekrutierung systematisch vorantreiben. Unternehmen profitieren von stabilen Energie- und Digitalinfrastrukturen, sollten aber Exportorientierung, Materialeffizienz und Innovationsmanagement konsequent ausbauen.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Schleswig-Holstein Nord-Mitte zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation durchschnittlich gefordert sind:
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Schleswig-Holstein Nord-Mitte ist der Flächendruck durchschnittlich.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 3,3 %. Dieser Wert liegt über dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Schleswig-Holstein Nord-Mitte weniger robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Vergleichsweise dynamischer Ausbau erneuerbarer Energien und günstige energetische Ausgangsbedingungen in der Industrie.
- Überdurchschnittliche Position im Themenfeld Green Economy bezüglich der FuE-Projekte und transformativer Unternehmen.
- Hohe Bildungsbeteiligung und positive Beschäftigungsentwicklung als Grundlage einer starken Arbeitsmarkt- und Qualifikationsbasis.
- Gute digitale Basis durch fortgeschrittenen Glasfaserausbau in Gewerbegebieten.
- Geringe Bedeutung energieintensiver Branchen reduziert die Verwundbarkeit gegenüber Energiepreisschocks.
Chancen
- Ausbau der Stärken in Green Economy: Verknüpfung von FuE, Mittelstand und Energieunternehmen zur Erhöhung von Transfer- und Gründungsdynamik.
- Nutzung der digitalen Infrastruktur (Glasfaserausbau) für wissensbasierte Dienstleistungen, Smart Mobility und nachhaltigen Tourismus.
- Kommunale Wärmeplanung, Gebäudeeffizienz und energetische Sanierung als Investitions- und Beschäftigungstreiber.
- Positive Entwicklungen in energie- und infrastrukturgetriebenen Entwicklungspfaden sowie Robustheit gegenüber Welthandelskrisen.
Schwächen
- Die unterdurchschnittliche industrielle Präsenz und sehr geringe Produktionsorientierung (geringes Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis) deuten auf eine begrenzte industrielle Breite hin.
- Hoher Anteil von Beschäftigten in insolvenzgefährdeten Unternehmen bei leicht überdurchschnittlichen Geschäftsaufgaben bedeutet eine wirtschaftliche Instabilität, was durch die mangelnde Dynamik im Gründungsgeschehen nicht ausgeglichen wird.
- Geringe Patentintensitäten in den Transformationsfeldern zeigen Defizite bei der wirtschaftlichen Verwertung der FuE-Ergebnisse in der Region auf.
- Ungünstige Kombination aus relativ hoher kommunaler Verschuldung, geringer Steuerkraft und ineffizienter Verwaltung.
- Geringere Exportorientierung und ungünstige Terms of Trade belegen, dass die Region international wenig wettbewerbsfähig ist und kaum Wohlstand durch den Außenhandel gewinnen kann.
Risiken
- Konjunktursensible Dienstleistungs- und Tourismussektoren können in Krisen überproportional betroffen sein.
- Die Region riskiert aufgrund des geringen Anteils junger Menschen, unterdurchschnittlichen Wanderungssaldos und Kohortenveränderung eine beschleunigte demografische Überalterung und Fachkräftemangel.
- Altersorientierte Infrastruktur: Unterdurchschnittliche Verfügbarkeit von Kindertagesstätten und nur mittlere schulische Erreichbarkeit bei zugleich guter Pflegeinfrastruktur sind ein Risiko für demografische Erneuerung.
- Schlechte Erreichbarkeit des Terminals für Kombinierten Verkehr und geringe Bevölkerungsdichte führen zu logistischen Nachteilen, hemmen die industrielle Entwicklung und erschweren die Daseinsvorsorge in der Region.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
53,8
Rang 29 von 38
Importquote
44,1
Rang 14 von 38
Terms of Trade
98,6
Rang 35 von 38
Lohnstückkosten
24,3
Rang 8 von 38
Materialstruktur
87
Rang 26 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
63,4
Rang 25 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
1,9
Rang 19 von 38
Wanderungssaldo
2,1
Rang 23 von 38
Medianentgelt
3.604,7
Rang 30 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
16,2
Rang 30 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
4,6
Rang 5 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
21,1
Rang 21 von 38
Anteil von Engspassberufen
27,6
Rang 17 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 13 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
1,5
Rang 2 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,9
Rang 37 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
8,4
Rang 5 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,3
Rang 36 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 18 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 22 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
3,9
Rang 1 von 38
Energieintensität der Industrie
148.079
Rang 8 von 38
EE-Ausbau
4,4
Rang 4 von 38
Wärmewende Wohngebäude
6,8
Rang 29 von 38
Wasserstoffpotenzial
3.613.053
Rang 14 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,8
Rang 20 von 38
Flächenversiegelung
12,7
Rang 9 von 38
Flächeneffizienz
474.308,6
Rang 22 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
120,1
Rang 13 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
4,2
Rang 12 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
3,4
Rang 36 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
41,1
Rang 11 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
157
Rang 29 von 38
Glasfaserausbau
62
Rang 3 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
45,2
Rang 29 von 38
Pendelintensität
0,4
Rang 16 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
1.461,9
Rang 26 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
142,5
Rang 27 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
848,5
Rang 28 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
6.787
Rang 24 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
7,4
Rang 22 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 6 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
13,9
Rang 2 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
5,9
Rang 2 von 38
Sportvereinsdichte
94,5
Rang 25 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
57
Rang 8 von 38
Klima
40
Rang 20 von 38
Verfassungspaket
52
Rang 10 von 38
Welthandel
25
Rang 10 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.