Region Stuttgart-Franken

Stuttgart-Franken

Bevölkerung von 3,751 Mio. Personen

rund 508.000 Personen arbeiten in der Industrie (26,1 % der Beschäftigten)

Die Region Stuttgart-Franken zeichnet sich durch hohe Verwaltungseffizienz und eine robuste Wirtschaftsstruktur aus. Geringe Lohnstückkosten, effiziente Materialnutzung und ein überdurchschnittlicher Anteil an Produktionsbranchen sorgen für wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Die hohe Exportquote unterstreicht die internationale Stärke, während Kaufkraft, Erwerbsquote und geringe Verschuldung auf eine solide ökonomische Basis hinweisen. Der hohe Qualifikationsgrad der Beschäftigten gilt als weiterer Standortvorteil, wird jedoch durch ein wachsendes Fachkräfterisiko relativiert. Demgegenüber stehen strukturelle Schwächen, insbesondere ein hoher Flächennutzungsdruck sowie eine unterentwickelte soziale Infrastruktur in der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Auch die geringe Tourismusintensität und die schwache kulturelle Angebotsstruktur mindern die Standortattraktivität im Freizeitbereich. Zukunftschancen ergeben sich aus einer jungen Bevölkerungsstruktur und der starken Positionierung in Transformationsfeldern wie Smart Production, Green & Smart Mobility und Sustainable Building. Diese Bereiche bieten Innovationspotenzial und Wachstumsperspektiven. Risiken bestehen jedoch in der hohen Abhängigkeit von großen Unternehmen und der Automobilindustrie, einer schwachen Beschäftigungsprognose sowie einer nur durchschnittlichen Position im Bereich der Green Economy. Insgesamt verfügt Stuttgart-Franken über eine solide wirtschaftliche Basis, steht jedoch vor der Herausforderung, strukturelle Defizite zu überwinden und den Wandel aktiv zu gestalten.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Stuttgart-Franken zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation unterdurchschnittlich gefordert sind.

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
    In der ITR Stuttgart-Franken ist der Flächendruck besonders hoch.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR unter verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,3 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Stuttgart-Franken relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.

SWOT-Profil

Stärken

  • Die Region verfügt über eine ausgeprägte und robuste Wirtschaftsstruktur. Dies zeigt sich vor allem in geringen Lohnstückkosten oder einer effizienten Materialstruktur, die eine geringe Anfälligkeit gegenüber Preissteigerungen aufweist.
  • Das überdurchschnittliche Verhältnis von Produktions- zu Dienstleistungsbranchen unterstreicht die wirtschaftliche Stabilität der Region.
  • Die Region weist eine hohe Exportquote als Indikator für starke internationale Wettbewerbsfähigkeit auf.
  • Wirtschaftlich attraktiver Standort, gekennzeichnet durch hohe Kaufkraft, hohe Erwerbsquote sowie eine vergleichsweise geringe Pro-Kopf-Verschuldung.
  • Hoher Qualifizierungsgrad der Beschäftigten und geringer Anteil an Hilfstätigkeiten; gleichzeitig jedoch ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Engpassberufen, was auf ein potenzielles Fachkräfterisiko hinweist.

Chancen

  • Hoher Anteil der jungen Bevölkerung und positive demografische Entwicklungen in den Alterskohorten unter 30 Jahren als Indikator für ein zukünftiges Fachkräftepotenzial.
  • Starke forschungsseitige Positionierung in den zentralen Transformationsfeldern. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Smart Production sowie Green & Smart Mobility.
  • Überdurchschnittliche Aktivität regionaler Unternehmen im Bereich Sustainable Building, belegt durch eine hohe Anzahl an angemeldeten Patenten in diesem Themenfeld.
  • Viele forschungsstarke Akteure wie Universitäten, Hochschulen und weitere Institutionen.

Schwächen

  • Die Region hat einen sehr hohen Flächendruck, bei aktuell jedoch auch hoher Flächeneffizienz.
  • Unterdurchschnittlich ausgeprägte soziale Infrastruktur, insbesondere im Bereich der hausärztlichen Versorgung, bei Pflegeheimplätzen und Krankenhausbetten.
  • Geringe Tourismusintensität als Hinweis auf begrenzte Standortattraktivität im Erholungsbereich.
  • Dies wird zusätzlich durch die unterdurchschnittliche Bedeutung des Sektors „Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe“ bestätigt.

Risiken

  • Überdurchschnittlich hoher Anteil großer Unternehmen, was potenziell mit erhöhten Herausforderungen im Transformationsprozess verbunden ist – vor allem hinsichtlich der Innovations- und Anpassungsfähigkeit zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze.
  • Deutlich unterdurchschnittliche Prognose der Beschäftigungsentwicklung für die kommenden fünf Jahre.
  • Durchschnittliche Positionierung in der Green Economy sowie beim Ausbau von erneuerbaren Energien. Hierdurch entsteht ein erhöhter Handlungsbedarf, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.
  • Durch die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie kann ein zukünftiger Standortnachteil entstehen. Hier könnte eine gezielte Förderung neuer und innovativer Branchen essenziell sein. 

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

60,6

Rang 6 von 38

Importquote

44,5

Rang 17 von 38

Terms of Trade

99,3

Rang 11 von 38

Lohnstückkosten

24

Rang 5 von 38

Materialstruktur

81,9

Rang 4 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

65

Rang 5 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

1,9

Rang 20 von 38

Wanderungssaldo

2

Rang 25 von 38

Medianentgelt

4.545,5

Rang 3 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

17,4

Rang 7 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

2,6

Rang 21 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

18,2

Rang 7 von 38

Anteil von Engspassberufen

30,8

Rang 32 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 19 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

-0,4

Rang 33 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,3

Rang 17 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

10,5

Rang 36 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,7

Rang 8 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 20 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 12 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

7,7

Rang 13 von 38

Energieintensität der Industrie

71.302,6

Rang 3 von 38

EE-Ausbau

0,8

Rang 31 von 38

Wärmewende Wohngebäude

13,7

Rang 13 von 38

Wasserstoffpotenzial

4.017.057

Rang 12 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

1

Rang 33 von 38

Flächenversiegelung

18,1

Rang 33 von 38

Flächeneffizienz

960.146,8

Rang 2 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

85

Rang 35 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

3,6

Rang 33 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

3,5

Rang 35 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

30,6

Rang 31 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

445,6

Rang 5 von 38

Glasfaserausbau

53

Rang 8 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

33,7

Rang 18 von 38

Pendelintensität

0,4

Rang 18 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

367,7

Rang 3 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

172,7

Rang 7 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

1.234,2

Rang 4 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

21.811

Rang 7 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

6,3

Rang 6 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,2

Rang 19 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

3,4

Rang 31 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

3,1

Rang 36 von 38

Sportvereinsdichte

73,3

Rang 36 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

40

Rang 17 von 38

Klima

42

Rang 18 von 38

Verfassungspaket

33

Rang 26 von 38

Welthandel

74

Rang 38 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.