Trier-Mittelrhein
Bevölkerung von 1,826 Mio. Personen
rund 157.000 Personen arbeiten in der Industrie (20,9 % der Beschäftigten)
Die industrielle Transformationsregion Trier-Mittelrhein vereint Stärken in Tourismus, Kultur und einer gut ausgebauten sozialen Infrastruktur mit resilienter KMU-Struktur. Diese Faktoren bilden eine solide Grundlage für regionale Stabilität und Standortattraktivität. Gleichzeitig hemmen strukturelle Schwächen – wie ein hoher Anteil an Hilfstätigkeiten, eine geringe Kaufkraft und eine schwache Beschäftigungsentwicklung – die wirtschaftliche Dynamik. Auch die Abhängigkeit von Importen und die geringe Exportquote machen die Region anfällig gegenüber externen Schocks. Die Chancen liegen vor allem in Zukunftsfeldern wie Green & Smart Mobility, energiesparender Produktionstechnik, Industrierobotik sowie nachhaltigem Bauen. Besonders die hohe Patentdichte in der Green Economy eröffnet langfristige Möglichkeiten, sich als Innovationsstandort im Bereich Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zu profilieren. Die Hauptrisiken bestehen im demografischen Druck, der Energieintensität wichtiger Branchen und einem unzureichenden Fortschritt bei erneuerbaren Energien, Wärmewende und Wasserstoff. Um das vorhandene Potenzial auszuschöpfen, sind gezielte Maßnahmen erforderlich: Der Ausbau innovativer Technologien muss mit einer Stärkung der Verwaltungs- und Finanzkraft sowie einer aktiven Fachkräftestrategie kombiniert werden. Gelingt dies, kann die Region ihre kulturellen und ökologischen Stärken zu einem strategischen Standortvorteil in der industriellen Transformation ausbauen.
Rahmenbedingungen
In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Trier-Mittelrhein zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen im Zuge der Transformation überdurchschnittlich gefordert sind.
Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt.
→ Das Ergebnis zeigt: Der Anpassungsdruck liegt im Durchschnitt.Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird.
→ In der ITR Trier-Mittelrhein ist der Flächendruck durchschnittlich.Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend.
→ In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 1,9 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Trier-Mittelrhein relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist.
SWOT-Profil
SWOT-Profil
Stärken
- Es liegt eine resiliente Unternehmenslandschaft vor. Diese zeichnet sich vor allem durch viele kleine und mittlere Unternehmen mit einem niedrigen Insolvenzrisiko aus. Diese robuste Wirtschaftsstruktur ist somit widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks.
- Die Region weist zudem eine hohe Tourismusintensität sowie einen überdurchschnittlichen Anteil von Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe auf. Dies stärkt nicht nur die Wertschöpfung, sondern auch die Außenwirkung und Standortattraktivität.
- Zudem hat die Region eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur. Besonders die sehr gute Versorgung mit Allgemeinärztinnen und -ärzten hebt die Region positiv hervor und schafft Lebensqualität.
- Der vergleichsweise positive Ausbau in erneuerbaren Energien bildet einen guten Ausgangspunkt für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur.
Chancen
- Regionale Zentren für Green & Smart Mobility sowie für energiesparende Produktionstechnik und Industrierobotik bieten Potenziale für technologische Entwicklung. Hier liegt eine eindeutige Forschungskompetenz in diesen Zukunftsfeldern vor.
- Die hohe Patentdichte in der Green Economy eröffnet weitere Chancen. Die Region verfügt über Stärken in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Recycling sowie Klima- und Umweltschutz. Dies eröffnet langfristige Wachstumspotenziale in ökologisch relevanten Zukunftsmärkten.
- Die hohe Unternehmensdichte und Patentaktivität im Bereich nachhaltiges Bauen bieten die Grundlage für vertiefte Forschung und Entwicklung in einem wachsenden Marktsegment.
Schwächen
- Die deutlich unterdurchschnittliche Exportquote belegt die eingeschränkte internationale Verflechtung der Region nachdrücklich.
- Der hohe Anteil an Beschäftigten in Hilfstätigkeiten weist auf eine weniger wissensintensive Wirtschaftsstruktur hin und limitiert die Innovations- und Produktivitätspotenziale.
- In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Beschäftigung in der Region unterdurchschnittlich weiterentwickelt. Dies schränkt die wirtschaftliche Dynamik ein.
- Die unterdurchschnittliche Kaufkraft schwächt die regionale Nachfrage und kann die Standortattraktivität für Fachkräfte begrenzen.
Risiken
- Die Alterung der Bevölkerung erhöht den demografischen Druck auf den Arbeitsmarkt, die soziale Infrastruktur und die Verfügbarkeit von Fachkräften.
- In der Region ist der Anteil energieintensiver Branchen überdurchschnittlich. Diese Struktur macht die Region anfälliger für steigende Energiepreise und regulatorische Veränderungen im Zuge der Energiewende.
- Die geringe Exportquote bei gleichzeitig geringer Materialeffizienz und vergleichsweise hohen Lohnstückkosten bergen das Risiko, im internationalen Wettbewerb in Rückstand zu geraten.
Transformations-Benchmark
Transformations-Benchmark
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Standortvorteil
neutral
Standortnachteil
Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen
Wettbewerb
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Exportquote
50,9
Rang 37 von 38
Importquote
41,1
Rang 6 von 38
Terms of Trade
99,2
Rang 15 von 38
Lohnstückkosten
25,8
Rang 28 von 38
Materialstruktur
88,6
Rang 35 von 38
Demografie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Erwerbsbevölkerung
63,3
Rang 27 von 38
Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre
2,3
Rang 14 von 38
Wanderungssaldo
2,3
Rang 16 von 38
Medianentgelt
3.623,3
Rang 29 von 38
Anteil der 0-18 Jährigen
16,7
Rang 25 von 38
Arbeit
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre
1,7
Rang 28 von 38
Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten
23
Rang 35 von 38
Anteil von Engspassberufen
25,6
Rang 6 von 38
Arbeitsmarkttransformation
0,2
Rang 14 von 38
Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre
0,4
Rang 17 von 38
Unternehmen
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Insolvenzrisiko
0,2
Rang 9 von 38
Durchschnittsgröße der Unternehmen
8,2
Rang 4 von 38
Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis
0,5
Rang 20 von 38
Geschäftsgründungen
0,2
Rang 12 von 38
Geschäftsaufgaben
0,1
Rang 33 von 38
Energie
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Einfluss energieintensiver Branchen
12,2
Rang 32 von 38
Energieintensität der Industrie
321.884,2
Rang 20 von 38
EE-Ausbau
2,1
Rang 12 von 38
Wärmewende Wohngebäude
12,6
Rang 14 von 38
Wasserstoffpotenzial
2.790.044
Rang 20 von 38
Fläche
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Flächendruck
0,7
Rang 18 von 38
Flächenversiegelung
14,1
Rang 21 von 38
Flächeneffizienz
383.524,7
Rang 31 von 38
Soziale Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner
112,8
Rang 17 von 38
Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner
4,4
Rang 6 von 38
Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner
6,9
Rang 10 von 38
Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)
32,9
Rang 26 von 38
Infrastruktur
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Bevölkerungsdichte
160,7
Rang 28 von 38
Glasfaserausbau
42,4
Rang 23 von 38
Erreichbarkeit KV-Terminal
33,4
Rang 17 von 38
Pendelintensität
0,4
Rang 19 von 38
Verwaltung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Schulden in Euro pro Einwohner
2.238,1
Rang 30 von 38
Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner
133,4
Rang 31 von 38
Steuerkraft pro Einwohner
844
Rang 29 von 38
Bildung
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Kohortenveränderung
7.069
Rang 20 von 38
Erreichbarkeit von Schulen
8,1
Rang 32 von 38
Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)
0,2
Rang 30 von 38
Attraktivität
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Tourismusintensität
7,8
Rang 8 von 38
Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe
4,9
Rang 6 von 38
Sportvereinsdichte
146,4
Rang 5 von 38
Branchendynamik
Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen
Energie
18
Rang 33 von 38
Klima
17
Rang 33 von 38
Verfassungspaket
16
Rang 34 von 38
Welthandel
12
Rang 6 von 38
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder
Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Anwendungsfelder
Bewertungen im Bundesvergleich
Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Gesamtwirtschaftliche Szenarien
Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?
Szenario Welthandel
Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)
Szenario Verfassungspaket
Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)
Szenario Klimafolgen u. Anpassung
Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)
Szenario erneuerbare Energien.
Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)
Datenbasis und Methodik
Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.