Region Westpfalz-Saar

Westpfalz-Saar

Bevölkerung von 1,520 Mio. Personen

rund 128.000 Personen arbeiten in der Industrie (19,9 % der Beschäftigten)

Die ITR Westpfalz-Saar weist im bundesweiten Vergleich ein differenziertes Profil auf: Sie verfügt über eine ausgeprägte industrielle Basis und eine hohe Forschungsdichte, zugleich aber über strukturelle Schwächen in Dynamik, Innovationsverwertung und demografischer Entwicklung. Besonders stark zeigt sich die Region in Forschung und Entwicklung, sowohl in nationalen als auch in europäischen Projekten – ein deutlicher Hinweis auf wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und institutionelle Stärke. Diese Potenziale werden jedoch bislang nur begrenzt in marktfähige Produkte und Unternehmensinnovationen übersetzt. Die Szenarienbewertung bis 2035 zeigt ein überwiegend unterdurchschnittliches Abschneiden, insbesondere im Energie-, Klima- und Verfassungspfad. Um langfristig Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu sichern, sollte die Region ihre wissenschaftlichen Stärken vermehrt in wirtschaftliche Wertschöpfung überführen, technologische Kooperationen fördern und die Innovationsverwertung systematisch unterstützen. Damit kann die ITR Westpfalz-Saar die Brücke von Forschungsexzellenz zu nachhaltiger industrieller Transformation schlagen.

Rahmenbedingungen

In der Gesamtschau über alle Indikatoren zählt die ITR Westpfalz-Saar zu den Regionen, die angesichts der Herausforderungen mit der Transformation besonders gefordert sind.

  • Ein zentraler Indikator für die Transformation ist der Anpassungsdruck auf die lokalen Arbeitsmärkte: Wie viele Arbeitsplätze gehen branchenspezifisch verloren und wie viele entstehen neu? Dabei zeigt sich, dass Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz in einer bestimmten Branche verlieren, diesen in der Regel nicht ohne Weiteres in einer anderen Branche ersetzen können – etwa aufgrund notwendiger Weiterbildungen oder Umschulungen. Um diesen Anpassungsdruck messbar zu machen, werden alle „bewegten“ Arbeitsplätze – also die Summe aller Verluste und aller Zugewinne – ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitsplätze gesetzt. 
    → Das Ergebnis zeigt: Die ITR Westpfalz-Saar sieht sich einem unterdurchschnittlichen Anpassungsdruck ausgesetzt.

  • Die Fläche einer ITR ist begrenzt. In der zukünftigen Flächennachfrage von Unternehmen, Haushalten und öffentlichen Einrichtungen zeigt sich, wie stark die vorhandene Fläche durch sozioökonomische Aktivitäten beansprucht wird. 
     In der ITR Westpfalz-Saar ist der Flächendruck gering.

  • Der Blick in die Zukunft ist komplex: Wie verhält sich die ITR in verschiedenen zukünftigen Entwicklungspfaden? Welche Auswirkungen haben etwa ein veränderter Außenhandel, das Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaanpassungsmaßnahmen oder der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien? In einem ökonometrischen Modell werden gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge modelliert und die Implikationen verschiedener Entwicklungspfade empirisch messbar. Für die Bewertung der Szenarien ist die Beschäftigungswirkung ausschlaggebend. 
    → In der ITR variiert die Gesamtbeschäftigung zwischen den gerechneten Szenarien im Jahr 2035 um 2,4 %. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt (2,6 %) und zeigt damit, dass die ITR Westpfalz-Saar relativ robust gegenüber anstehenden Veränderungen ist. 

SWOT-Profil

Stärken

  • Die intensive Forschungsaktivität in den Transformationsfeldern Smart Production, Sustainable Building und Green & Smart Mobility belegt eine überdurchschnittliche Forschungsstärke und Innovationsbasis.
  • Der sehr geringe Anteil der Beschäftigten in insolvenzgefährdeten Unternehmen (Insolvenzrisiko) signalisiert wirtschaftliche Stabilität und Krisenresistenz.
  • Die geringe Importabhängigkeit stärkt die regionale Resilienz gegenüber globalen Lieferkettenstörungen.
  • Günstige Terms of Trade und relativ geringe Lohnstückkosten belegen eine gute internationale Wettbewerbsfähigkeit.
  • Der geringe Flächendruck ermöglicht zukünftige industrielle und infrastrukturelle Entwicklungsspielräume.

Chancen

  • Überdurchschnittlich gutes Abschneiden in der Arbeitsmarkttransformation bei gleichzeitig relativ hoher Bevölkerungsdichte (geringe Ländlichkeit) zeigt eine gewisse Robustheit der Region gegenüber künftigen Veränderungen.
  • Die gute Vernetzung in europäischen Forschungsprogrammen (EU-Projekte) kann die Integration in internationale Innovationsnetzwerke fördern.
  • Die Region kann sich als Standort mit guter Lebensqualität präsentieren, d. h. mit einer hohen Beschäftigung in Kultur-, Freizeit- und Gastgewerbe, einer hohen Dichte an Sportvereinen sowie überdurchschnittlich guten Erreichbarkeit der Schulen.
  • Die relativ hohe Pendelintensität ermöglicht regionale Arbeitsteilung und funktionale Vernetzung mit angrenzenden Wirtschaftsräumen.
  • Gezielte Förderstrategien für Innovationsverwertung könnten die Lücke zwischen Forschung und Unternehmenspraxis schließen und regionale Wertschöpfung steigern.

Schwächen

  • Sehr niedriger Anteil von Personen im Bildungssystem und relativ geringe Erwerbsbevölkerung mindern die Fachkräftebasis und Innovationsfähigkeit.
  • Die rückläufige Beschäftigungs- und Bevölkerungsentwicklung signalisiert strukturelle Stagnation und demografischen Anpassungsdruck.
  • Schwache Steuerkraft und deutlich überdurchschnittliche kommunale Verschuldung schränken öffentliche Investitionsspielräume ein.
  • Ein sehr geringer Glasfaserausbau behindert Digitalisierung und Standortentwicklung.
  • Sehr niedrige Patentaktivitäten in allen Transferfeldern weisen auf Defizite bei der wirtschaftlichen Verwertung von Forschung und Wissenstransfer hin.

Risiken

  • Schwache Ergebnisse in den Szenarien Klima und Verfassungspaket zeigen eine geringe Anpassungsfähigkeit an ökologische und politische Strukturveränderungen.
  • Der unterdurchschnittliche Ausbau erneuerbarer Energien und das begrenzte Wasserstoffpotenzial könnten die Energiewende verlangsamen.
  • Das Auseinanderklaffen von Forschungs- und Unternehmensaktivität birgt das Risiko von Wissensabfluss und geringer regionaler Innovationsdynamik.
  • Demografische Alterung und negative Wanderungssalden verschärfen langfristig Fachkräfteengpässe.
  • Der relativ sehr hohe Anteil der Beschäftigten mit einfachen Hilfstätigkeiten an der Gesamtbeschäftigung kann die Transformation erschweren und zu einem Fachkräftemangel beitragen. 

Transformations-Benchmark

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Standortvorteil

neutral

Standortnachteil

Position der Transformations-Region im Vergleich aller Regionen, dargestellt in Rängen

max

Wettbewerb

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Exportquote

54,1

Rang 27 von 38

Importquote

40,6

Rang 4 von 38

Terms of Trade

99,4

Rang 5 von 38

Lohnstückkosten

24,4

Rang 9 von 38

Materialstruktur

86

Rang 19 von 38

Demografie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Erwerbsbevölkerung

62,4

Rang 31 von 38

Bevölkerungsentwicklung, letzte 5 Jahre

0,3

Rang 34 von 38

Wanderungssaldo

2

Rang 27 von 38

Medianentgelt

3.759,3

Rang 22 von 38

Anteil der 0-18 Jährigen

15,8

Rang 34 von 38

Arbeit

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Beschäftigtenentwicklung, letzte 5 Jahre

-0,8

Rang 36 von 38

Erwerbstätige mit Hilfstätigkeiten

23,1

Rang 36 von 38

Anteil von Engspassberufen

27,4

Rang 16 von 38

Arbeitsmarkttransformation

0,2

Rang 11 von 38

Beschäftigtenerwartung, zukünftige 5 Jahre

0,5

Rang 15 von 38

Unternehmen

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Insolvenzrisiko

0,2

Rang 2 von 38

Durchschnittsgröße der Unternehmen

9,2

Rang 17 von 38

Produktions-Dienstleistungs-Verhältnis

0,5

Rang 25 von 38

Geschäftsgründungen

0,2

Rang 16 von 38

Geschäftsaufgaben

0,1

Rang 31 von 38

Energie

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Einfluss energieintensiver Branchen

9,3

Rang 19 von 38

Energieintensität der Industrie

1.221.629,3

Rang 36 von 38

EE-Ausbau

1,5

Rang 20 von 38

Wärmewende Wohngebäude

8,2

Rang 24 von 38

Wasserstoffpotenzial

1.628.274

Rang 28 von 38

Fläche

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Flächendruck

0,6

Rang 10 von 38

Flächenversiegelung

17,7

Rang 32 von 38

Flächeneffizienz

431.369,7

Rang 26 von 38

Soziale Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Pflegeheimplätze pro 10.000 Einwohner

121,4

Rang 10 von 38

Allgemeinärzte pro 10.000 Einwohner

4,1

Rang 16 von 38

Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

4,3

Rang 33 von 38

Betreuungsquote: Anteil der Kinder unter 3 Jahren in Betreuung (Kindertagesbetreuung)

33,9

Rang 24 von 38

Infrastruktur

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Bevölkerungsdichte

268,7

Rang 10 von 38

Glasfaserausbau

28,2

Rang 36 von 38

Erreichbarkeit KV-Terminal

47,5

Rang 32 von 38

Pendelintensität

0,7

Rang 7 von 38

Verwaltung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Schulden in Euro pro Einwohner

4.130,6

Rang 35 von 38

Personal in der Verwaltung pro 10.000 Einwohner

153,9

Rang 20 von 38

Steuerkraft pro Einwohner

768,2

Rang 31 von 38

Bildung

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Kohortenveränderung

7.000

Rang 21 von 38

Erreichbarkeit von Schulen

6,7

Rang 9 von 38

Anteil von Personen im Bildungssystem (akademisch & beruflich)

0,1

Rang 37 von 38

Attraktivität

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Tourismusintensität

3,1

Rang 35 von 38

Anteil der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung, Kultur und Gastgewerbe

4,2

Rang 13 von 38

Sportvereinsdichte

188,9

Rang 1 von 38

Branchendynamik

Indikatoren im Vergleich zu anderen Transformationsregionen

Energie

35

Rang 23 von 38

Klima

14

Rang 35 von 38

Verfassungspaket

21

Rang 32 von 38

Welthandel

24

Rang 9 von 38

Transformations- und Anwendungsfelder

Transformations- und Anwendungsfelder im regionalen Vergleich

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Anwendungsfelder

Bewertungen im Bundesvergleich

Index-Betrachtung verschiedener Indikatoren:
Der Indexwert berechnet sich durch die Ausprägung der Region im jeweiligen Indikator im Vergleich zum Bund (1,0 = Bundesdurchschnitt).

Gesamtwirtschaftliche Szenarien

Wie wirken geopolitische Veränderungen, Investitionsimpulse oder der Klimawandel auf die Wirtschaft?

Szenario Welthandel

Veränderter Welthandel mit „Branchenmuster" (→ Automobile, Metallerzeugung)

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung (→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung (→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

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Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien. (→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

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Mehr Informationen zur Berechnung der Szenarien finden Sie hier

Hinweise zur Methodik

Raumbezug

Die 38 industriellen Transformationsregionen (ITRs) basieren auf einem eigens entwickelten, funktionalen Zuschnitt von Regionen. Grundlage dafür sind die Raumordnungsregionen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die für diesen Zweck systematisch entlang industrieller Pendlerverflechtungen und regionaler Kooperationsbeziehungen neu gruppiert wurden.

Im Zentrum steht die Frage: Wo finden wirtschaftlich-industrielle Aktivitäten tatsächlich statt – jenseits administrativer Grenzen? Durch die Kombination von Pendlerdaten, Branchenstrukturen und Kooperationsnetzwerken bildet der Zuschnitt die realen wirtschaftlichen Verflechtungen besser ab als klassische Verwaltungsregionen.

Die ITRs spiegeln somit funktionale Wirtschaftsräume wider, in denen sich die Herausforderungen und Chancen der industriellen Transformation in besonders konzentrierter Form zeigen. Ziel ist es, Regionen gezielt zu analysieren und vergleichend zu bewerten, um passgenaue Strategien zur Förderung industrieller Transformation ableiten zu können – sei es in der Regionalentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder der Industriepolitik.

Hinweis: Eine vollständige Übersicht über die Zusammensetzung der Industriellen Transformationsregion (inklusive Raumordnungsregionen und Kreise), steht hier als Excel-Datei zum Download bereit.
 

SWOT-Profil

Das SWOT-Profil bündelt die zentralen Erkenntnisse aus der Analyse der industriellen Transformationsregionen (ITR). Es basiert auf den Ergebnissen des Transformations-Benchmarks, der Auswertung der Transformations- und Anwendungsfelder sowie einer ökonometrischen Szenariobetrachtung. Die SWOT fasst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken pro Region zusammen und bietet eine schnelle Einordnung relevanter Handlungsbedarfe.

Transformations-Benchmark

Der Transformations-Benchmark vergleicht alle 38 ITRs anhand von über 50 relevanten Indikatoren. Die Daten werden vergleichbar aufbereitet, standardisiert und zu einem Rangwert verarbeitet – so lassen sich regionale Ausprägungen im Verhältnis zu anderen Regionen bewerten.

Datengrundlage sind folgende öffentlich zugängliche, regelmäßig aktualisierte Quellen:

Hinweis: Eine vollständige Übersicht aller berücksichtigten Indikatoren, inkl. Definitionen, Bewertungslogik und Skalierung, steht als Excel-Datei hier zum Download bereit.

Transformations- und Anwendungsfelder

Zur Analyse von Forschung, Innovation und wirtschaftlichen Aktivitäten mit Transformationsbezug in den einzelnen Regionen wurden verschiedene nationale, europäische und unternehmensbezogene Datenquellen semantisch ausgewertet. Ein KI-gestütztes Zuordnungsverfahren auf Basis eines Large Language Models (LLM) identifiziert, in welchen Transformations- und Anwendungsfeldern eine Region besonders aktiv ist.

Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensaktivitäten systematisch miteinander verknüpft, um ein präzises Bild der regionalen Innovationslandschaft zu zeichnen. So wird sichtbar, wo technologische Schwerpunkte entstehen, welche Themen die Transformation prägen – und wo sich künftig wirtschaftliche Chancen bündeln.

Dieser datenbasierte Ansatz schafft eine vergleichbare Grundlage zur Bewertung regionaler Transformationspotenziale – und unterstützt gezielte Entscheidungen in Innovationspolitik, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Datenquellen:

Bei Förderprojekten und Patenten ist der Betrachtungszeitraum die vergangenen fünf Jahre (01/2019 – 12/2024) und bei den Unternehmensdaten der Zeitpunkt 12/2024. Die Aktivitäten werden je Feld als Indexwert dargestellt. So zeigt sich, in welchen Themenbereichen die Region überdurchschnittlich vertreten ist – im Vergleich zu anderen ITRs.