Szenario - KI als Treiber veränderter Wertschöpfung

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Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und ihrer Einsatzgebiete ist im Werden, d. h. es ist vieles ungewiss, einige Wirkungsrichtungen zeichnen sich aber ab. Investitionen in Rechenzentren, Umstellung der Produktionsprozesse (mehr IT-Dienstleistungen und sparsamerer Einsatz von bezogenen Vorleistungsgütern), Arbeitsproduktivitätssteigerungen und auch – wenigstens in einigen Märkten – bessere Absatzchancen durch neue Produkte.

Es wird ein einfaches Szenario gerechnet, um die Hauptwirkungsrichtungen deutlich zu machen: Wir gehen davon aus, dass der von BITKOM skizzierte Ausbaupfad von Rechenzentren auch kommen wird. Ferner wird ein kostenneutraler Umbau der Produktionsprozesse unterstellt: Mehr IT-Dienstleistungen, weniger Unternehmensdienstleistungen und weniger Beschaffung. Ferner werden für die Branchen Pharma, Maschinenbau und elektrische Ausrüstungen unterstellt, dass dort ähnlich erfolgreiche Entwicklungen im Außenhandel erreicht werden können, wie bei bereits erfolgreichen deutschen Unternehmen. In Anlehnung an die Ergebnisse des QuBe-Projektes wird angenommen, dass die Steigerungen der Arbeitsproduktivität so groß sind, das trotz der zusätzlichen Investitionen und der verbesserten Absatzchancen keine zusätzlichen Arbeitsplätze entstehen.

Die genannten Folgen und Maßnahmenbündel werden der Basis gegenübergestellt.

Welche Teile der Ökonomie verändern sich wie?

Die Wertschöpfung legt mit einem vermehrten Einsatz von KI zu – ein Anstieg der Zahl der Arbeitsplätze ist nicht zu erwarten, die Arbeitsproduktivität steigt. Die Rechenzentren und auch die stärkere wirtschaftliche Aktivität verursachen zusätzliche Energieverbräuche und damit höhere Emissionen.

Die deutsche Wirtschaft ist rohstoffarm und so wäre mit dem Wertschöpfungsgewinn eigentlich mit einem Zuwachs an importierten Materialien zu rechnen. Allerdings wirkt der vermehrte Einsatz von KI im Produktionsprozess stärker. Rohstoffe und Halbfertigprodukte werden effizienter eingesetzt. Die privaten Haushalte haben mehr Geld zur Verfügung und auch der Staat kann auf höhere Einnahmen setzen: Die Konsummöglichkeiten sind größer und die Steuerbasis breiter.

 

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Wie verändert sich die ökonomische Aktivität im Zeitverlauf?

Dargestellt ist die ökonomische Aktivität: Dabei wird ein Indikator gebildet, der sowohl auf die Lage der Unternehmen (mittelfristige Dynamik des Bruttoinlandsprodukts) als auch der Arbeitnehmer:innen (relative Veränderung der Zahl der Arbeitsplätze) gleichberechtigt eingeht. Über die Zeit nimmt die ökonomische Aktivität zu und erreicht 2031 ihren Höhepunkt. Zurückzuführen ist dies auf die angenommenen Entwicklungen bei den Exporten, also die neuen Geschäftsmodelle. Das bedeutet aber auch, dass eine aktive Suche nach neuen Absatzwegen erfolgreich sein muss.

Ist die Konkurrenz im Ausland schneller oder erfolgreicher bei der Implementierung von KI in Unternehmensprozesse, so steigt der Wettbewerbsdruck im Lande deutlich.

 

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Wie verändern sich Konsum, Investitionen und Außenhandel?

Welche Komponente der Nachfrage (Konsum, Investitionen, Außenhandel) prägt die Ergebnisse des Szenarios im Vergleich zur Basis? Die Drift – also die zusätzlichen Veränderungen ausgelöst durch das Szenario – ist ursächlich durch die Investitionen (Ausrüstungen, geistiges Eigentum und Bauten) und die neuen Geschäftsmodellen (Exporte) geprägt. Zudem steigen die Importe weniger als die Exporte, da Rohstoffe und Halbfertigprodukte insgesamt effizienter eingesetzt werden. In Folge eines erfolgreichen Einsatzes von KI entstehen zusätzliche Lohnzahlungen und bessere Steuereinnahmen. Private Haushalte können sich mehr leisten.

 

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Wie verändert sich die Leistungserstellung nach Branchen?

Welche Branchengruppen sind bei der Erstellung der nachgefragten Güter und Leistungen besonders gefordert? Die Drift zeigt, dass das produzierende Gewerbe sowie Handel und Verkehr an Arbeitskräften verlieren: Effizienterer Einsatz von Material und höhere Arbeitsproduktivität wirken hier. Abgesehen vom Staat, der einen längeren Anpassungspfad hat, verlieren vor allem Dienstleistungsbereiche (Handel und Verkehr) an Arbeitsplätzen. Die Unternehmensdienstleistungen können Arbeitsplätze wegen des IKT-Bereichs aufbauen. Ein Zuwachs an Arbeitsplätzen insgesamt ist nicht zu erwarten, allerdings wird der Arbeitsmarkt „durchgeschüttelt“: Einige Arbeitsorte gewinnen, andere verlieren.

 

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Wie verändert sich die Verteilung der Bruttolohneinkommen?

Die Verteilung der Bruttolohneinkommen nach Dezilen gibt Aufschluss über mögliche soziale Folgen des Szenarios. Das KI-Szenario sorgt für positive Lohnentwicklungen über alle Dezile. Neben der ökonomischen Entwicklung wirkt auch die steigende Arbeitsproduktivität auf die Entlohnung. Im Ergebnis können vor allem mittlere und untere Bruttolohndezile relativ stärker zulegen als die höchsten Dezile. Ein Grund dafür ist, dass KI auch Arbeitsplätze hochqualifizierter Personen ersetzt, die im Bereich der Unternehmensdienstleistungen arbeiten. Allerdings ist der Zuwachs in Euro pro Jahr bei Hochlohnempfänger:innen weiter am größten.

Aber wie bei der Entstehungsseite des BIP zeigt sich ein „Durchrütteln“ auf dem Arbeitsmarkt: Es gibt Gewinner und Verlierer.

 

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Wie verändern sich die Umsätze in den Branchen?

Die detaillierte Branchenabbildung für das verarbeitende Gewerbe zeigt die relative (in Prozent) und absolute Veränderung (in Mrd. Euro) der Produktion (ähnlich zu Umsatz) der jeweiligen Branchen im Jahr 2031. Direkt können besonders stark der Maschinenbau, die elektronischen Ausrüstungen und die Pharmaindustrie zulegen. Ursächlich sind hier die unterstellten Erfolge im Export. Der Zuwachs bei den elektronischen Erzeugnissen und optischen Erzeugnissen geht auch auf die Investitionsimpuls zurück.

Wegen der Produktionsumstellung (effizienter Einsatz von Vorprodukten) sind indirekt vor allem Unternehmen der Grundstoffindustrie betroffen. Sie sind die ersten in der Wertschöpfungskette und können daher nicht von den Effizienzsteigerungen aller folgenden Glieder der Kette (Weiterverarbeitung, Endproduktfertigung) profitieren. Das gilt insbesondere für die Chemie und die Metallerzeugung.

Die positiven Wirkungen sind induziert, sie gehen u. a. auf die bessere finanzielle Lage der privaten Haushalte zurück.

 

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Übergeordnete Handlungsempfehlungen

Nicht alle Unternehmen des produzierenden Gewerbes können von einer erfolgreichen KI-Strategie und den zusätzlichen Exporterfolgen einiger Branchen profitieren. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz wirkt nicht nur auf die Arbeitsprozesse, sondern auch auf die Produktionsprozesse. Wenn es den Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette gelingt, Stufe für Stufe Material effizienter in der Produktion einzusetzen, dann sind die ersten in der Kette am stärksten negativ betroffen. Es gibt Gewinner und Verlierer. Die Zahl der Gewinner wird größer, wenn es zu mehr erfolgreichen neuen Produkten kommt. Die Alternative, keine KI im Produktionsprozess einzusetzen, würde aber dazu führen, dass sich die internationale Wettbewerbslage insgesamt verschlechtert und alle verlieren. Für einen Teil der Unternehmen ist es attraktiv KI anzuwenden, um neue Absatzmöglichkeiten zu finden; andere Unternehmen (Grundstoffe) sind daher auch gefordert, zusätzliche Kunden zu finden.

Aus Sicht der Arbeitnehmer:innen eröffnen sich neue Arbeitsplatzmöglichkeiten. Das setzt allerdings voraus, dass bereits ein Arbeitsverhältnis in den stark erfolgreichen Branchen besteht oder dorthin gewechselt werden kann. Das ist nicht für jeden möglich: Andere Tätigkeiten an möglicherweise anderen Orten werden für die Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, zu einer Herausforderung. Gerade der Übergang von einem Industrieunternehmen (z. B. Metallverarbeitung) zu einem Unternehmen im Dienstleistungsbereich (DL für private Haushalte) kann nicht nur durch die unterschiedliche Ausbildung, sondern auch durch Gehaltsunterschiede schwierig sein. In einigen Dienstleistungsbereichen (z. B. IT-Dienstleistungen) ist die Möglichkeit, aus dem Homeoffice zu arbeiten, besser, sodass ein Ortswechsel u. U. nicht notwendig ist.

 

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