Szenario Welthandel

Was beinhaltet das Szenario?

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Die Entwicklung des Welthandels und damit der Exporte Deutschlands ist mit erheblichen Risiken verbunden. Die Zollpolitik der Vereinigten Staaten, hohe Energiepreise oder der Wettbewerbsdruck günstigerer Anbieter aus Asien können schwächere Entwicklungen verursachen.

Es wird ein einfaches Szenario gerechnet: Für die Branchen der Metallerzeugung und Verarbeitung (u. a. Stahlerzeugung) und die Fahrzeugindustrie wird angenommen, dass die Umsatzentwicklung im Export stagniert. Das ist gleichbedeutend mit zurückgehenden Weltmarktanteilen.

Die genannten Folgen und Maßnahmenbündel werden der Basis gegenübergestellt.

Welche Teile der Ökonomie verändern sich wie?

  • Die Wertschöpfung sinkt deutlich, obwohl nur zwei Branchen verschlechterte Exportbedingungen erleiden.
  • Die Veränderung der Zahl der Arbeitsplätze ist aufgrund der hohen Arbeitsproduktivität im produzierenden Gewerbe vergleichsweise klein. Dennoch gehen rund 70 000 Arbeitsplätze verloren.
  • Die CO2-Emissionen schrumpfen infolge der geringeren Produktion in energieintensiven Branchen.
  • Die Konsummöglichkeiten leiden wegen der geringeren Zahl an Arbeitsplätzen.
  • Die Schulden des Staates steigen wegen schlechterer Einnahmen bei Unternehmenssteuern und bei Einkommensteuern.
  • Die Materialimporte sind wegen der ausbleibenden Produktion geringer.
  • Der Energieverbrauch geht aus gleichem Grund zurück. 

Achtung! Es ist noch kein Schrumpfszenario: Das BIP steigt im Szenario weiter, aber weniger stark als in der Basis.
 

Szenario Welthandel - Statistik Überblick
GWS

Wie verändert sich die ökonomische Aktivität im Zeitverlauf?

Dargestellt ist die ökonomische Aktivität: Dabei wird ein Indikator gebildet, der sowohl auf die Lage der Unternehmen (mittelfristige Dynamik des Bruttoinlandsprodukts) als auch der Arbeitnehmer:innen (relative Veränderung der Zahl der Arbeitsplätze) gleichberechtigt eingeht. 

Die ökonomische Aktivität fällt im Szenario im Vergleich zur Basis immer weiter zurück. Die Marktanteile am Welthandel werden für die beiden Branchen immer kleiner. Die Wirkung trifft sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer:innen.

Szenario Welthandel - Statistik Ökonomische Aktivität

Wie verändern sich Konsum, Investitionen und Außenhandel?

Welche Komponente der Nachfrage (Konsum, Investitionen, Außenhandel) prägt die Ergebnisse des Szenarios im Vergleich zur Basis? Die Drift – also die zusätzlichen Veränderungen ausgelöst durch das Szenario – ist durchgehend negativ. Die Unternehmen verlieren einen großen Teil der sonst möglichen Exportzuwächse. Dies wirkt in Folge vor allem auf die Konsummöglichkeiten privater Haushalte. Auch die Investitionsneigung der Unternehmen lässt nach – der Staat hat weniger Einnahmen. Stabilisiert wird das Ergebnis durch die ebenfalls zurückgehenden Importe: Deutschland als rohstoffarmes Land reicht einen Teil der negativen Wirkungen an die Lieferländer weiter.

Szenario Welthandel - Statistik Nachfragedrift
GWS

Wie verändert sich die Leistungserstellung nach Branchen?

Welche Branchengruppen sind bei der Erstellung der nachgefragten Güter und Leistungen besonders gefordert? Die Drift zeigt, dass vor allem das produzierende Gewerbe im Szenario schneller Arbeitsplätze abbaut als in der Basis. Darunter leidet dann auch der Handel und die unternehmensnahen Dienstleistungen.
 

Szenario Welthandel - Statistik Branchendrift
GWS

Wie verändert sich die Verteilung der Bruttolohneinkommen?

Die Verteilung der Bruttolohneinkommen nach Dezilen gibt Aufschluss über mögliche soziale Folgen des Szenarios.
Alle Dezile verlieren an Bruttolohneinkommen. In den höheren Lohndezilen ist der Verlust relativ zwar etwas größer, aber dort sind auch die absoluten Zahlungen deutlich größer. Gerade für die mittleren und unteren Dezile wird die Lage schwieriger.

Statistik: Bruttolohndezile zum Szenario Welthandel
GWS

Übergeordnete Handlungsempfehlungen

Die Unternehmen des produzierenden Gewerbes können sich gegen solche „externen“ Schocks nur wappnen, indem sie resilienter werden. In diesem Fall bedeutet das, Klumpenrisiken zu vermeiden und die Kundenstruktur im Ausland zu diversifizieren. Das wird aber nicht ausreichen, da z. B. Zollschocks auch andere Länder treffen können. Resilienz in Bezug auf Exportrisiken bedeutet auch, die Effizienzbemühungen weiter hochzuhalten, neue Produkte zu entwickeln und Risiken über Lieferverträge/Hedging zeitlich zu verteilen. Angesichts des weiter knappen Arbeitsmarktes laufen Unternehmen Gefahr, dass einmal entlassene Arbeitskräfte nicht wieder zurückkommen.

Aus Sicht der Arbeitnehmer:innen entsteht Unsicherheit: Trotz des Schocks gibt es aber in anderen Branchen weiter gute Aussichten, einen Arbeitsplatz zu finden. Gerade Stahl und Autoindustrie sind örtlich konzentriert. Ein Wechsel des Arbeitsplatzes ist daher auch häufig mit einem Wechsel vom Arbeitsort verbunden.
 

Weitere Szenarien

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Szenario Verfassungspaket

Verfassungspaket der Bundesregierung
(→ Verteidigung, Intrastruktur)

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Szenario Klimafolgen u. Anpassung

Klimafolgen u. Anpassung 
(→ Betroffenheiten und Anpassungsreaktionen)

© Quelle: envato, Bluesandisland
Szenario erneuerbare Energien.

Wirkungen eines verstärkten Ausbaus erneuerbarer Energien.
(→ Wind, PV, Speicher und Wärmewende)

Datenbasis und Methodik

Der Atlas der industriellen Transformation basiert auf über 50 öffentlich zugänglichen Indikatoren und vergleicht 38 Regionen im Rahmen eines standardisierten Benchmarkings. Ergänzend werden Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten KI-gestützt analysiert, um regionale Transformationsaktivitäten zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Daten stammen u. a. von der Bundesagentur für Arbeit, den Statistischen Ämtern, dem Förderkatalog (FÖKAT), dem EU-Portal CORDIS sowie der Patentdatenbank DEPATISnet.