Vom Reststoff zum CO₂-armen Bindemittel: Ferro Duo skaliert Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft ist für Ferro Duo kein Zusatzthema, sondern Teil des Geschäftsmodells. Das Duisburger Unternehmen bereitet industrielle Nebenprodukte und mineralische Reststoffe auf und führt sie als Rohstoffe in neue Anwendungen zurück. Diese Erfahrung überträgt Ferro Duo zunehmend auf die Zement- und Baustoffindustrie.
Mit einem aktuellen Transformationsprojekt verfolgt das Unternehmen das Ziel, geeignete Sekundärrohstoffe für den Einsatz in CO₂-reduzierten Bindemitteln nutzbar zu machen. Damit sollen Primärrohstoffe geschont, bestehende Stoffkreisläufe weiter geschlossen und der Anteil CO₂-intensiver Bestandteile in Baustoffen reduziert werden.
Mit dem Projekt eng verbunden ist Alexander Kehrmann, Geschäftsführer von Ferro Duo, der die industrielle Weiterentwicklung des Ansatzes begleitet.
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| Transformationsregion | Düsseldorf-Ruhr |
| Themenschwerpunkte | Klima-/Umweltschutz, energiesparende Produktion, Elektromobilität |
| Beteiligte | VDZ und BAM |
| Zeitraum Projektdurchführung | 2023 bis 2027 |
| Förderungen | NRW-Investitionsförderung |
| Personelle Ressourcen | Insbesondere Werksleitung und Qualitätsmanagement sowie interne Forschungs- und Entwicklungsressourcen |
Ausgangslage und Herausforderung
Die Zement- und Baustoffindustrie steht vor der Herausforderung, ihre CO₂-Emissionen deutlich zu senken und gleichzeitig eine verlässliche Versorgung mit geeigneten Rohstoffen sicherzustellen. Parallel dazu entstehen in verschiedenen Industrien mineralische Nebenprodukte und Reststoffe, für die hochwertige Verwertungswege benötigt werden.
Ferro Duo sieht darin zwei Seiten derselben Aufgabe: vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig neue Lösungen für eine CO₂-ärmere Baustoffproduktion zu entwickeln.
Das Unternehmen beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit der Entwicklung und Erprobung entsprechender Ansätze. Mit zunehmender Reife der bisherigen Arbeiten und veränderten wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstand daraus der nächste Schritt: die Überführung eines erprobten Ansatzes in eine industrielle Anwendung.
Ein wesentlicher Impuls für die Investitionsentscheidung sind die sich verändernden Rahmenbedingungen für die Zementindustrie. Dazu zählen unter anderem der CBAM-Mechanismus sowie die zunehmende Bedeutung einer Reduzierung des Klinkerfaktors. Für Ferro Duo ergeben sich daraus neue Möglichkeiten, Sekundärrohstoffe für CO₂-ärmere Bindemittel industriell nutzbar zu machen.
Strategie und Durchführung
Im Mittelpunkt des Projekts steht die industrielle Nutzbarmachung geeigneter mineralischer Sekundärrohstoffe. Entscheidend ist dabei nicht nur die grundsätzliche Machbarkeit, sondern auch die gleichbleibende Qualität der daraus entstehenden Produkte und ihre Eignung für den späteren Einsatz.
Die Entwicklung erfolgt schrittweise. Erkenntnisse aus vorangegangenen Erprobungen werden in die industrielle Umsetzung übertragen und gemeinsam mit internen und externen Fachleuten weiterentwickelt.
Zu den wesentlichen Herausforderungen gehören dabei die Finanzierung eines industriellen Transformationsprojekts sowie der Markteintritt in einen etablierten Zementmarkt. Konventionelle Produkte und Verfahren sind seit vielen Jahren etabliert und entsprechend wettbewerbsfähig. Neue, CO₂-ärmere Lösungen müssen daher nicht nur technisch überzeugen, sondern sich auch wirtschaftlich im Markt behaupten können.
Für Ferro Duo bedeutet Transformation dabei vor allem, technisches Know-how, Marktanforderungen und praktische Umsetzung miteinander zu verbinden. Eine gute Vorbereitung ist notwendig – gleichzeitig braucht es den Mut, den nächsten Schritt tatsächlich zu gehen.
Die Umsetzung wird durch eine NRW-Investitionsförderung unterstützt. Das Investitionsvolumen des Projekts liegt insgesamt im achtstelligen Bereich.
Darüber hinaus baut die industrielle Umsetzung auf erheblichen eigenen Entwicklungsleistungen auf. Ferro Duo hat in den vergangenen Jahren mehr als 10 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. In die Umsetzung des aktuellen Projekts sind unter anderem die Werksleitung sowie das Qualitätsmanagement eingebunden. Als externe fachliche Partner begleiten unter anderem VDZ und BAM (Bundesanstalt für Materialentwicklung und -prüfung) die Entwicklung.

Steckbrief Unternehmen
| Name Unternehmen | FERRO DUO GmbH |
|---|---|
| Branche | Industrie Allgemein |
| Unternehmensgröße | 50 Mitarbeitende |
| Produkt(e) oder Services | Recycling von Nebenprodukten und Abfällen aus der Stahl- und Titandioxidindustrie |
| Website | https://ferroduo.com/ |
| Ansprechpersonen | Alexander Kehrmann | a.kehrmann@ferroduo.com |