Transformationsprozess der SEGLER-Förderanlagen Maschinenfabrik
Die Netto-Null fest im Blick: Wie SEGLER seine Produktion transformiert
Die Segler-Förderanlagen Maschinenfabrik GmbH aus Berge in Niedersachsen fertigt seit über 100 Jahren Anlagen und Sondermaschinen für die Prozessindustrie. Als SEGLER 2018 eine langfristige Strategie für mehr Energie- und Ressourceneffizienz aufstellte, fragte sich das regional verwurzelte Unternehmen auch: Wie kann die Region profitieren?
| Bundesland | Niedersachsen |
|---|---|
| Transformationsregion | Ems-Achse |
| Themenschwerpunkte | Energieoptimierte Gebäude, Green & Smart Mobility |
| Beteiligte | Förderberatung, weitere projektbezogene Partner je nach Prozessschritt, Firma Segler als Gesellschafter |
| Zeitraum Projektdurchführung | Seit 2018 |
| Förderungen | Verschiedene Programme des Landes Niedersachsen, Bsp. BAFA Modul 4 |
| Personelle Ressourcen | Je nach Prozessschritt 3 bis 5 |
Ausgangslage und Herausforderung: Wenn bestehende Strukturen an Grenzen stoßen
2017 und 2018 wurde immer deutlicher, dass Fertigungshallen und Teile des Maschinenparks in die Jahre gekommen waren. Gleichzeitig hatten sich die Anforderungen an die Produktion verändert. So war etwa die Lackierhalle für die immer größeren Bauteile zu klein geworden.
Hinzu kamen steigende Energiekosten und das Ziel, den CO2-Ausstoß des Betriebs zu reduzieren. Für Geschäftsführer Thomas Neteler war deshalb klar: Einzelmaßnahmen würden nicht ausreichen. SEGLER entwickelte 2018 einen Zehnjahresplan mit dem Ziel, den Standort Anfang der 2030er Jahre in Richtung Netto-Null-Emissionen zu führen.
Strategie und Durchführung: Umbauen im laufenden Betrieb
SEGLER ging die Transformation Schritt für Schritt an. Die Hallen mussten in einer genau abgestimmten Reihenfolge modernisiert werden, die sich aus dem individuellen Lageplan ergab. Der Austausch der Maschinen richtete sich nach den jeweiligen Hallen. Produktionsbereiche wurden teilweise neu aufgebaut, besonders energieintensive Prozesse wie Beizen, Lackieren und Strahlen als Erstes modernisiert. Neue Anlagen entstanden parallel zur laufenden Produktion und wurden für den Wechsel nur kurz stillgesetzt. Wo nötig, wurden Arbeitsschritte vorübergehend extern vergeben.
Parallel modernisierte das Unternehmen seine Energieversorgung. Durch Abwärmenutzung und Wärmepumpen konnten Gas- und Ölheizungen abgeschaltet werden. Eine Photovoltaikanlage mit 3 MWp erzeugt erneuerbaren Strom am Standort, ein Batteriespeicher befindet sich im Aufbau.
Dabei blieb der Blick nicht auf das eigene Unternehmen beschränkt. Ein chip-basierter Ladepark für Elektro-Fahrzeuge steht Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten und Anwohnern offen. Mit einem Green-IT-Hub schafft SEGLER zudem digitale Infrastruktur, über die regionale Unternehmen Serverkapazitäten anmieten können.
Auch intern wird die Digitalisierung vorangetrieben. Eine selbst entwickelte App und ein eigenes CRM-System unterstützen die betrieblichen Abläufe.
Fördermittel bildeten von Beginn an einen wichtigen Baustein. Gemeinsam mit einem Fördermittelberater prüft SEGLER kontinuierlich passende Programme und erhielt beispielsweise bereits Mittel aus dem BAFA-Modul 4 und den Landesprogrammen der NBank.

Ergebnisse: Weniger Energie, mehr Unabhängigkeit
Die Maßnahmen zeigen messbare Wirkung. Der Strombedarf für die Produktion konnte um rund 30 Prozent reduziert werden. Abwärmenutzung, Wärmepumpen und die eigene Stromerzeugung sorgen zugleich dafür, dass der Standort deutlich weniger auf fossile Energieträger angewiesen ist.
Die Photovoltaikanlage deckt bilanziell einen großen Teil des verbleibenden Strombedarfs. Überschüsse werden im Ladepark und Green-IT-Hub genutzt oder ins Netz eingespeist. Seit Beginn der Maßnahmen konnten außerdem die Betriebskosten entscheidend reduziert werden. Je nach Maßnahme amortisieren sich die Investitionen nach fünf bis zehn Jahren. Damit schaffen die Investitionen neben einer CO2-Reduktion, die sich in 2025 im Vergleich zu 2020 bereits auf 67 Prozent belief, auch mehr Kostensicherheit und Planbarkeit.
Zugleich entfaltet die Transformation Wirkung über den eigenen Unternehmensstandort hinaus, weil ein Teil der neuen Infrastruktur auch Unternehmen und Menschen aus der Region offensteht.
Erkenntnisse: Plan haben, flexibel bleiben
Eine wichtige Erfahrung ist für SEGLER, nicht auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Der Weg wurde langfristig geplant und bewusst in Etappen umgesetzt. Gleichzeitig musste das Unternehmen flexibel bleiben, wenn sich technische oder regulatorische Rahmenbedingungen änderten.
Heute sind viele Prozesse angenehmer und effizienter, der Übergang war für die Mitarbeitenden aber nicht immer einfach. Umbauten im laufenden Betrieb bedeuteten zeitweise mehr Aufwand, veränderte Arbeitsabläufe oder Unannehmlichkeiten wie ein offenes Dach bei der Erneuerung von Lagerhallen. Umso wichtiger ist es, die Mitarbeitenden bei jedem Schritt auf dem Weg auch mitzunehmen. Dafür wurde regelmäßig und offen über den Fortschritt und die geplanten Maßnahmen mit der gesamten Belegschaft kommuniziert.
Für SEGLER hat sich gezeigt: Transformation braucht einen langen Atem, einen klaren Plan und die Bereitschaft, unterwegs nachzusteuern.
Ausblick: Der nächste Schritt Richtung Netto-Null
Abgeschlossen ist die Transformation nicht. Der Batteriespeicher wird weiter ausgebaut und das Energiemanagementsystem soll optimiert werden.
Eine der größten offenen Fragen betrifft den Transport. Die Bauteile, die SEGLER fertigt, sind oft groß und schwer, geeignete elektrische Transportlösungen stehen bislang nicht ausreichend zur Verfügung.
Gleichzeitig baut das Unternehmen Ladeinfrastruktur auf, die künftig auch E-Lkw und ansässigen Speditionen zur Verfügung stehen soll. Damit geht SEGLER den nächsten Schritt auf dem Weg zu Netto-Null Anfang der 2030er Jahre und trägt gleichzeitig die Transformation auch in die Region.
Steckbrief Unternehmen
| Name Unternehmen | SEGLER-Förderanlagen Maschinenfabrik GmbH |
|---|---|
| Branche | Maschinenbau |
| Unternehmensgröße | 120 Mitarbeitende |
| Produkt(e) oder Services | Maschinen- und Anlagenbau |
| Website | https://www.segler.eu |
| Ansprechpersonen | Thomas Neteler | info@segler.eu |
