Dekarbonisierung der Glasindustrie: Roadmap bis 2045
Der Bundesverband Glasindustrie e.V. (BV Glas) erarbeitet gemeinsam mit dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart die Studie „Glass 2045 – Roadmap for the Decarbonization of the German Glass Industry“, die zur Glasstec 2026 vorgestellt werden soll. Ziel ist es, konkrete Strategien aufzuzeigen, wie die bislang stark von Erdgas abhängige Glasindustrie bis 2045 CO₂-neutral werden kann. Neben technologischen Innovationen sind dafür umfangreiche Investitionen und die Weiterentwicklung bestehender Produktionsprozesse erforderlich.
Die Studie untersucht verschiedene Ansätze zur Reduzierung der CO₂-Emissionen, darunter den Einsatz von Wasserstoff, die Elektrifizierung der Schmelzprozesse sowie die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. Während Wasserstoff den Vorteil bietet, bestehende Schmelztechnologien weiter nutzen zu können, bremsen derzeit vor allem hohe Kosten und die noch unzureichende Infrastruktur den Einsatz. Die Elektrifizierung gilt dagegen als wichtiger Impuls für die Entwicklung neuer Ofenkonzepte. Ergänzend spielt die Steigerung der Energieeffizienz – etwa durch Wärmerückgewinnung und optimierte Prozesse – eine zentrale Rolle, um Energieverbrauch und Emissionen nachhaltig zu senken.
Neben technologischen Lösungen beleuchtet die Studie auch die wirtschaftlichen und regulatorischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation. Staatliche Förderprogramme, verlässliche politische Rahmenbedingungen und finanzielle Anreize gelten als entscheidend, um Investitionen in klimaneutrale Technologien zu beschleunigen. Die Ergebnisse der Roadmap sollen der Branche als Orientierung dienen und auf der Glasstec 2026 in Düsseldorf als Grundlage für den weiteren Austausch über den Weg zur CO₂-Neutralität vorgestellt werden.
Quelle: Dekarbonisierung der Glasindustrie: Roadmap bis 2045 - packaging journal