DIHK Energiewende-Barometer: Steigende Energiekosten setzen Investitionen und Industriestandorte unter Druck

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Das aktuelle Energiewende-Barometer der DIHK zeigt, dass hohe Energiekosten zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland belasten. Für rund die Hälfte der Unternehmen sind die Stromkosten in den vergangenen zwölf Monaten weiter gestiegen, bei Wärmeenergie berichten sogar zwei Drittel von höheren Kosten. In der Konsequenz fällt das Energiewende-Barometer nach zwei Jahren der Erholung vom Tiefstand wieder auf einen negativen Wert von rund minus elf Punkten zurück und signalisiert eine überwiegend kritische Bewertung der aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen. 

Folgen durch die hohen Energiekosten sind Einschränkungen finanzieller Spielräume von Unternehmen insoweit, dass Investitionen in Kernprozesse verschoben werden. Gleichzeitig werden Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und Forschung zurückgestellt. Besonders betroffen ist die Industrie, deren Wettbewerbsfähigkeit aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs stark von den energiepolitischen Rahmenbedingungen abhängt. 

Hinzu kommt eine Entwicklung, die langfristig für den Industriestandort besonders relevant ist: Bei rund jedem fünften Unternehmen spielen Investitions- oder Produktionsverlagerungen ins Ausland inzwischen eine konkrete Rolle. In der Industrie fällt dieser Wert mit rund vier von zehn Unternehmen deutlich höher aus; bei großen Industrieunternehmen betrifft dies sogar etwa sechs von zehn Betrieben. Bemerkenswert ist zugleich, dass günstigere Energiepreise allein noch keine Investitionsentscheidungen bestimmen: Trotz deutlich niedrigerer Industriestrompreise in den USA gingen die deutschen Direktinvestitionen dort im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 65 Prozent zurück. Das IW führt die Zurückhaltung insbesondere auf wirtschaftspolitische Unsicherheiten zurück. Wie stark Energieversorgung und Geopolitik zusammenhängen, zeigt auch die Krise an der Straße von Hormus: Sie hat die Importabhängigkeit Südostasiens von Rohöl und Gas offengelegt, die durch eine stärker diversifizierte Energieversorgung und den Ausbau heimischer erneuerbarer Energien zu verringert werden soll. Diese Entwicklungen zeigen, wie Standortwettbewerb vom Zusammenspiel aus Energiekosten, verlässlichen Rahmenbedingungen und geopolitischen Entwicklungen geprägt wird.  

Energie als regionaler Standortfaktor 

Die Ergebnisse machen deutlich, dass wettbewerbsfähige Energieversorgung längst ein zentraler Standortfaktor für die industrielle Transformation geworden ist. Wie gut Regionen auf diese Herausforderungen vorbereitet sind, hängt unter anderem von ihrer Energieinfrastruktur, dem Ausbau erneuerbarer Energien und ihrer industriellen Struktur ab. 

Genau hier setzt der Atlas industrielle Transformation an. Im Themenfeld Energie bündelt er regionale Indikatoren zur Energieversorgung und macht Unterschiede zwischen den industriellen Transformationsregionen sichtbar. Ergänzend zeigt das Szenario „Erneuerbare Energien“, welche zusätzlichen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien regional auslösen könnte. 

Für regionale Akteurinnen und Akteure ergeben sich daraus zentrale Fragen: Wie resilient ist die Energieversorgung der eigenen Region? Welche Standortvorteile können durch den Ausbau erneuerbarer Energien entstehen? Und wo besteht besonderer Handlungsbedarf, um Investitionen und industrielle Wertschöpfung langfristig in der Region zu halten? 

Quellen: 

Atlas industrielle Transformation: Szenario „Erneuerbare Energien“

Atlas industrielle Transformation: Themengebiet Energie.

Bundesnetzagentur (BNetzA) / Bundeskartellamt (2025): Monitoringbericht Energie 2025. Bonn.  

Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) (2026): Energiewende-Barometer 2026. Berlin. Online verfügbar unter: https://www.dihk.de/de/newsroom/energiewende-barometer-2026-184272 

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) (2026): Minus 65 Prozent: Deutsche Firmen drosseln USA-Investitionen drastisch. IW-Nachricht, 17.08.2026. 

International Energy Agency (IEA) (2026): Southeast Asia Energy Outlook 2026 – Executive Summary, Paris, 16.06.2026. IEA – Southeast Asia Energy Outlook 2026 

International Energy Agency (IEA) (2026): Strait of Hormuz crisis reinforces need for Southeast Asia to tackle major energy vulnerabilities. Press Release, 16.06.2026. 

U.S. Energy Information Administration (EIA) (2026): Electricity Explained – Factors Affecting Electricity Prices. Washington, D.C. Online verfügbar unter: EIA – Factors Affecting Electricity Prices 

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