Durchbruch für eine zukunftsfähige Zementproduktion
Die Zementproduktion verursacht weltweit rund acht Prozent der CO₂-Emissionen und zählt damit zu den besonders schwer zu dekarbonisierenden Industrien. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die Holcim Deutschland GmbH in ihrem Zementwerk in Höver eine neue Membran-Testanlage installiert. Die Technologie wurde vom Helmholtz-Zentrum Hereon entwickelt und von Cool Planet Technologies (CPT) weiterentwickelt und vermarktet. Ziel ist es, bis zu 90 Prozent des im Abgas enthaltenen CO₂ abzuscheiden und damit einen wichtigen Beitrag zu einer klimafreundlicheren Industrie in Deutschland zu leisten.
Die Anlage wurde am 21. August im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, dem parlamentarischen Staatssekretär Johannes Steiniger und Holcim-CEO Stephan Hinrichs offiziell in Betrieb genommen. Alle Beteiligten betonten die Bedeutung des Projekts für den Klimaschutz und den Erhalt des Industriestandorts Deutschland. Unterstützt wird das Vorhaben durch die „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz“, die unter anderem Technologien zur Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO₂ (CCU/S) fördert. Die Zusammenarbeit zwischen Holcim, Hereon und CPT zeigt dabei, wie wissenschaftliche Forschung in eine praktische industrielle Anwendung überführt werden kann.
Die entwickelte Membrantechnologie trennt CO₂ aus den Abgasen des Zementwerks, indem spezielle Kunststoffschichten CO₂ schneller durchlassen als andere Bestandteile des Rauchgases. In Höver sollen dadurch jährlich bis zu 10.000 Tonnen CO₂ abgeschieden werden. Das gewonnene CO₂ kann anschließend beispielsweise in der Getränke- oder Chemieindustrie sowie für die Herstellung von Biokraftstoffen genutzt werden. Das Verfahren benötigt keine chemischen Mittel, kann mit erneuerbarer Energie betrieben werden und lässt sich nachträglich in bestehende Anlagen integrieren. Dadurch könnte die Technologie nicht nur in der Zementindustrie, sondern auch in Bereichen wie Stahlproduktion und Energiegewinnung eingesetzt werden und langfristig zu einer klimafreundlicheren Industrie beitragen.
Quelle: https://nachrichten.idw-online.de/2026/08/21/durchbruch-fuer-eine-zukunftsfaehige-zementproduktion