EU legt Fahrplan für Ausstieg aus russischer Energie bis 2027 vor

LNG-Tanker (Liquified Natural Gas), der zur Lagerung in Gastanks des Gastanks verankert ist.
LNG-Tanker (Liquified Natural Gas), der zur Lagerung in Gastanks des Gastanks verankert ist. © envato, shaiith

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Die Europäische Union will sich vollständig von Energieimporten aus Russland lösen. Mit dem heute veröffentlichten Fahrplan konkretisiert die Europäische Kommission ihren langfristigen Plan zur Beendigung der Abhängigkeit von russischem Gas, Öl und Kernbrennstoffen. Im Fokus steht dabei nicht nur der geopolitische Kurswechsel, sondern auch die Stabilisierung der europäischen Energieversorgung im Interesse von Bevölkerung, Wirtschaft und Klimazielen.

„Europa muss seine Energiebeziehungen zu einem unzuverlässigen Lieferanten vollständig abbrechen“, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Blick auf die Energieabhängigkeit der vergangenen Jahre. Die russische Invasion der Ukraine habe die Anfälligkeit der EU für wirtschaftlichen Zwang, Preisschocks und politische Erpressung offengelegt. Mit REPowerEU sei bereits viel erreicht worden – jetzt sei es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.

Der Fahrplan sieht eine stufenweise Beendigung aller Importe von russischem Gas, Öl und Kernenergie vor. Während neue Lieferverträge unterbunden und bestehende Spot-Verträge für Gas bis Ende 2025 auslaufen sollen, ist der vollständige Importstopp für russisches Gas bis spätestens Ende 2027 vorgesehen. Die Kommission wird dazu im Juni Legislativvorschläge vorlegen, darunter auch Maßnahmen gegen russische Schattenflotten im Ölhandel sowie zur Kontrolle der Herkunft von Uran-Importen.

Begleitet wird der Ausstieg durch massive Investitionen in LNG-Kapazitäten und den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien. Bis 2030 sollen laut Kommission rund 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas ersetzt werden – durch Einsparungen, Energieeffizienz und neue Lieferquellen. Bereits 2028 sollen die LNG-Kapazitäten der EU um 200 Milliarden Kubikmeter steigen – das Fünffache der heutigen Importe aus Russland.

Zentraler Bestandteil des Konzepts ist eine enge Koordination mit den Mitgliedstaaten. Bis Ende des Jahres müssen nationale Ausstiegspläne vorgelegt werden, die den Weg zum vollständigen Verzicht auf russische Energie skizzieren. Gleichzeitig sollen Maßnahmen wie gemeinsame Gaseinkäufe, effizientere Infrastruktur-Nutzung und neue Beteiligungsmodelle für Kommunen zur Versorgungssicherheit beitragen.

Der REPowerEU-Fahrplan steht auch im Zusammenhang mit dem „Clean Industrial Deal“ und dem „Aktionsplan für erschwingliche Energie“ und ist Teil der umfassenderen Strategie für ein wettbewerbsfähiges, klimaneutrales und krisenresistentes Energiesystem. Der Anteil russischer Gaseinfuhren ist seit 2021 bereits von 45 auf 19 Prozent gefallen, der Anteil russischen Öls auf 3 Prozent, Kohleimporte wurden vollständig sanktioniert. Nun will Europa den letzten Schritt gehen – wirtschaftlich, rechtlich und infrastrukturell abgesichert.

Quelle: 
Pressemitteilung der EU, https://germany.representation.ec.europa.eu/news/eu-will-abhangigkeit-von-russischer-energie-vollstandig-beenden-2025-05-06_de?prefLang=en

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