Halbleitertechnologie: 38 deutsche Projekte für europäisches IPCEI-Förderprogramm ausgewählt

Ingenieure begutachten Leiterplatte.
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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat im Rahmen des geplanten europäischen Förderprogramms „Important Project of Common European Interest on Advanced Semiconductor Technologies“ (IPCEI AST) 38 deutsche Projekte aus zwölf Bundesländern für die nächste Phase ausgewählt. Als Koordinator des Vorhabens treibt Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden und Frankreich das EU-weite Matchmaking ab März 2026 voran. Ziel ist, Europas Abhängigkeit bei Halbleitertechnologien gezielt abzubauen.

Breites Technologiespektrum, starke KMU-Beteiligung

Aus 54 eingereichten Projektskizzen konnten sich 38 Vorhaben durchsetzen, die insbesondere einen hohen Innovationsgrad nachweisen konnten. Die Bandbreite der Technologiebereiche reicht von photonischen integrierten Schaltungen über KI-Chips und Chiplets bis hin zu modernen Produktionsanlagen sowie Sensor- und Leistungselektroniktechnologien und deckt damit alle sieben im IPCEI AST definierten Felder ab. Bemerkenswert ist die Beteiligung des Mittelstands: Etwa ein Drittel der ausgewählten Unternehmen sind Start-ups oder KMU. Die Beteiligung von Unternehmen aller Größenklassen aus zwölf Bundesländern zeigt, dass Innovationskraft im Halbleiterbereich nicht auf einzelne Standorte oder Konzerne beschränkt ist.

Über drei Milliarden Euro aus dem Sondervermögen

Für den deutschen Beitrag zum IPCEI stellt das BMWE mehr als 3 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz zur Verfügung. Ergänzend dazu laufen Gespräche mit den betroffenen Bundesländern über eine Kofinanzierung. Der strategische Hintergrund ist klar: Halbleiter sind eine Schlüsselkomponente für nahezu alle industriellen Zukunftsfelder – von der Elektromobilität über Automatisierung bis hin zu Künstlicher Intelligenz. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche brachte die Dringlichkeit auf den Punkt: „Die aktuellen geopolitischen Spannungen machen deutlich: Wer bei Halbleitern abhängig ist, ist verletzlich. Europa muss technologisch schneller, mutiger und unabhängiger werden.“

Matchmaking und Beihilfeprüfung als nächste Schritte

Am 25. und 26. März 2026 beginnt für die ausgewählten Projekte mit einem Auftakttreffen die nächste Phase: das Matchmaking. Dabei vernetzen sich deutsche Unternehmen mit Partnern aus anderen teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten, um gemeinsame Wertschöpfungsketten aufzubauen. Im Sommer beginnt die Beihilfeprüfung für die Partner des IPCEI durch die Europäische Kommission, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), 19.03.2026

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