InnovationsWerkstatt Braunschweig-Wolfsburg: Auftakt für den regionalen Transformationsdialog

Foto der Teilnehmenden bei der InnovationsWerkstatt.
InnovationsWerkstatt in der Region Braunschweig-Wolfsburg © Lukas Nögel, Servicezentrum für industrielle Transformation in den Regionen

Datum:

Am 18. März 2026 fand in der Region Braunschweig-Wolfsburg die erste InnovationsWerkstatt des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen statt. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaftsförderung, Verwaltung, regionaler Politik, Gewerkschaften und anderen Intermediären kamen zusammen, um auf Basis fundierter Daten konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der regionalen Wirtschaftsstruktur zu erarbeiten, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und Lösungsansätze für die industrielle Transformation zu entwickeln. 

Region im Wandel – Herausforderungen und Chancen

Die Region Braunschweig-Wolfsburg zählt zu den industriellen Kernräumen Deutschlands. Gleichzeitig steht sie vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen: Eine starke Abhängigkeit vom Fahrzeugbau trifft auf geopolitische Unsicherheiten, veränderte globale Märkte und den beschleunigten Wandel hin zu klimaneutralen und digitalen Produktionsweisen.

© Lukas Nögel, Servicezentrum für industrielle Transformation in den Regionen

Die im Rahmen der Werkstatt vorgestellte regionale Standort- und Transformationsanalyse – basierend auf dem Atlas der industriellen Transformation – zeichnet ein differenziertes Bild: Einerseits verfügt die Region über eine starke industrielle Basis, leistungsfähige Forschungseinrichtungen und ein dynamisches Innovationsumfeld. Andererseits bestehen strukturelle Herausforderungen – etwa durch die hohe Konzentration auf wenige dominante Unternehmen, den demografischen Wandel und einen zunehmenden Fachkräftemangel.

Auch die zukünftigen Wachstumsaussichten werden als angespannt eingeschätzt. Insbesondere die Abhängigkeit von einzelnen Branchen und globalen Marktentwicklungen erhöht die Anfälligkeit für externe Schocks. Gleichzeitig bieten bestehende Kompetenzen – etwa in den Bereichen Mobilität, Energie- und Infrastrukturtechnologien sowie Material- und Leichtbau – wichtige Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Transformation.

Daten, Dialog, Transformation

Kern des Formats ist die Verknüpfung von Daten, Dialog und strategischer Vorausschau. In den Workshops arbeiteten die Teilnehmenden mit sogenannten Ante-Mortem-Ansätzen, um mögliche negative Entwicklungspfade bis 2035 zu antizipieren. Ausgangspunkt waren bewusst zugespitzte Schockszenarien: eine überdurchschnittliche Zahl von Geschäftsaufgaben insbesondere bei Zulieferern, ein Technologiewechsel in zentralen Zukunftsfeldern wie autonomes Fahren oder wesentliche Technologieentwicklung außerhalb der Region, eine deutliche Reduktion des Produktionsvolumens des Leitunternehmens sowie eine sinkende Attraktivität im Standortwettbewerb gegenüber anderen Regionen.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Region ihre wirtschaftliche Basis weiter aufstellen, neue Stärken systematisch erschließen und die Zusammenarbeit über regionale Grenzen hinweg intensivieren muss. Handlungsbedarf besteht insbesondere beim Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie bei der Schaffung von Freiräumen für Innovation in Unternehmen.

Gemeinsame Gestaltung der Transformation

Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltung: Die Herausforderungen sind bekannt – entscheidend ist nun die koordinierte Umsetzung von Lösungen. Das Servicezentrum für industrielle Transformation unterstützt Regionen dabei, Transformationsprozesse systematisch zu analysieren, relevante Akteure zu vernetzen und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Ziel ist es, regionale Industrieinitiativen zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Innovationskraft langfristig zu sichern. 

Das Servicezentrum wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie des Kompetenzzentrums Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) umgesetzt. Die operative Umsetzung erfolgt durch ein Konsortium aus VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), CBE DIGIDEN und der Heinze Akademie.

Ein besonderer Dank gilt der Allianz für die Region GmbH für die enge Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Durchführung der InnovationsWerkstatt. Stellvertretend danken wir Thomas Ahlswede-Brech, Simone Lange und Florian Jysch für die hervorragende Kooperation.

Auftakt für ein neues Angebot

Die InnovationsWerkstatt in Braunschweig-Wolfsburg markiert damit den Startpunkt für einen längerfristigen Prozess: Gemeinsam mit den regionalen Akteuren sollen die identifizierten Themen weiter vertieft und in konkrete Aktivitäten überführt werden.

Mit den InnovationsWerkstätten baut das Servicezentrum sein Unterstützungsangebot für Regionen gezielt aus. Ziel ist es, deutschlandweit Räume für datenbasierte Analyse, strategischen Austausch und konkrete Maßnahmenentwicklung zu schaffen. Regionale Industrieinitiativen, die Partner des Servicezentrums sind und eine InnovationsWerkstatt in ihrer Region durchführen möchten, können sich direkt beim Servicezentrum melden.

Um das Thema Standortanalyse ging es auch auf unserer erste Jahrestagung: Wertschöpfung. Wandel. Weiterdenken. – Rückblick auf die erste Jahrestagung des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen

© Lukas Nögel, Servicezentrum für industrielle Transformation in den Regionen

Neuigkeiten