IW-Transformationskompass 2025: Wirtschaft sieht wachsende Risiken – und fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Mit dem „Transformationskompass 2025“ legt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine umfassende Bestandsaufnahme der deutschen Wirtschaft im Wandel vor. Die im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung der Grünen e. V. erstellte Studie untersucht, wie Unternehmen mit den großen Veränderungstreibern Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und geopolitischen Umbrüchen umgehen – und welche Hindernisse und Chancen sie dabei sehen.
Im Mittelpunkt steht eine Kombination aus makroökonomischen Kennzahlen und einer repräsentativen Unternehmensbefragung von über 1.000 Industriebetrieben. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Klimaschutzmaßnahmen sind trotz konjunktureller Schwäche fest in der Unternehmenspraxis verankert – doch viele Betriebe sehen ihre Geschäftsmodelle unter Druck.
Laut IW-Panel geben 56 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Geschäftsmodell durch die Transformation gefährdet sei. Nur 41 Prozent glauben, dass sie sich erfolgreich anpassen können. Besonders kritisch sehen viele Unternehmen die unklare Kosten-Nutzen-Bilanz klimafreundlicher Investitionen (47 %) sowie unsichere politische Rahmenbedingungen (45 %) und rechtliche Unsicherheiten (38 %).
Gleichzeitig zeigen sich auch Fortschritte: Der Anteil der Unternehmen, die fehlende erneuerbare Energien oder Technologien als Hemmnis sehen, ist seit 2023 deutlich gesunken. Auch die Akzeptanz nachhaltiger Produkte auf Kundenseite hat zugenommen. Maßnahmen wie der Ausbau der Erneuerbaren und die Planung des Wasserstoff-Kernnetzes haben also spürbare Wirkung entfaltet – auch wenn ihre volle Wirkung angesichts sinkender Wettbewerbsfähigkeit noch nicht entfaltet ist.
Im Bereich Klimaschutzmaßnahmen zeigt sich Konstanz: Aktivitäten in den Bereichen Ressourceneffizienz, nachhaltige Mobilität oder eigene Energieerzeugung blieben 2024 auf dem Niveau des Vorjahres – trotz wirtschaftlicher Belastungen. Das spricht für einen strukturellen Wandel, der sich in der Unternehmens-DNA verankert.
Der IW-Transformationskompass kommt zu dem Schluss: Ein Rückzug aus dem Klimaschutzpfad ist keine Option. Entscheidend sei nun, Investitionen zu erleichtern, Planungssicherheit zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit durch moderne Infrastruktur und gezielte Förderung zu stärken. Gerade angesichts hoher Energiepreise und global schrumpfender Absatzmärkte für klassische Schlüsseltechnologien müsse der Wandel frühzeitig gestaltet werden
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