Klimaanpassung wird zum Wettbewerbsfaktor für Industrieregionen
Lange wurde Klimaanpassung vor allem als umweltpolitische Aufgabe betrachtet. Die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels sind aber längst keine Zukunftsfrage mehr. Hitzewellen, Dürren und Starkregen beeinträchtigen bereits heute Energieversorgung, Produktionsprozesse, Lieferketten und Infrastrukturen. Hitzeschäden an Straßen und Schienen, sinkende Arbeitsproduktivität sowie steigende Kühl- und Anpassungskosten verursachen zudem erhebliche volkswirtschaftliche Belastungen. Starkregen beschädigt Verkehrs- und Versorgungsinfrastrukturen und Dürren belasten Wasserverfügbarkeit sowie industrielle Produktionsabläufe. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Unternehmen, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten. Daraus wird immer deutlicher: Klimaanpassung ist auch ein entscheidender Standort- und Wettbewerbsfaktor für die Industrie.
Die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels in Deutschland sind bereits erheblich: So lagen die verursachten Schäden aufgrund von Extremwetterereignissen als Folge des Klimawandels zwischen 2000 und 2021 bei mindestens 145 Milliarden Euro (Prognos AG, IÖW & GWS 2022). Laut einer Studie im Auftrag des BMWE wurden durch eine modellbasierte Szenario-Analyse mit drei unterschiedlichen, d.h. schwachen, mittleren und starken, Klimawandelentwicklungen die möglichen zukünftigen Folgekosten berechnet. Demnach könnten sich diese Kosten zwischen 2022 bis 2050 auf 280 Milliarden Euro (bei einen schwachen Klimawandel) bis 900 Milliarden Euro (bei einem starken Klimawandel) aufsummieren (BMWE 2023).
Klimaauswirkungen sind regional unterschiedlich
Die Folgen des Klimawandels werden sich nicht in allen industriellen Transformationsregionen gleichermaßen bemerkbar machen. Je nach Wirtschaftsstruktur, Branchenprofil und regionalen Rahmenbedingungen unterscheiden sich sowohl die Betroffenheit als auch die Möglichkeiten, auf Klimafolgen zu reagieren.
Genau hier setzt der Atlas industrielle Transformation an. Das Szenario „Klimafolgen und Anpassungen" zeigt, wie sich zunehmende Klimarisiken regional unterschiedlich auf die industrielle Transformation auswirken können. Statt bundesweiter Durchschnittswerte stehen die spezifischen Ausgangsbedingungen einzelner industrieller Transformationsregionen im Mittelpunkt.
Für regionale Akteurinnen und Akteure ergeben sich daraus konkrete Fragen: Welche Infrastrukturen sind besonders verwundbar? Wo entstehen Investitionsbedarfe? Und welche Maßnahmen stärken die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen und Wertschöpfungsketten langfristig?
Wer wissen möchte, wo die eigene Region steht, findet im Atlas industrielle Transformation unter Branchendynamik die Informationen zu Klima.
Quellen:
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) (2023): Kosten des Klimawandels in Deutschland. Zusammenfassung – Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/M-O/Merkblaetter/merkblatt-klimawandelfolgen-in-deutschland-zusammenfassung.html
- Prognos AG, IÖW & GWS (2022): Übersicht vergangener Extremwetterschäden in Deutschland. Projektbericht „Kosten durch Klimawandelfolgen“. https://www.prognos.com/sites/default/files/2022-07/Prognos_KlimawandelfolgenDeutschland_%C3%9Cbersicht%20vergangener%20Extremwettersch%C3%A4den_AP2_1.pdf
- Atlas industrielle Transformation: https://www.industrielle-transformation.de/atlas-industrielle-transformation
- Szenario Klimafolgen und Anpassung: https://www.industrielle-transformation.de/atlas-industrielle-transformation/szenario-klimafolgen-und-anpassungen