Kreislaufwirtschaft im Bausektor – Rheinland-Pfalz setzt Zeichen
In Rheinland-Pfalz wird Kreislaufwirtschaft am Bau zur Richtschnur öffentlichen Handelns. Klimaschutzministerin Katrin Eder, Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und Bauministerin Doris Ahnen unterzeichneten gemeinsam mit zwölf Partnerinstitutionen eine aktualisierte Vereinbarung zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Bausektor. Ziel ist es, beim selektiven Rückbau von Gebäuden und dem Einsatz von Recyclingbaustoffen neue Standards zu setzen – mit großer Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus.
Das „Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“, das bereits seit 2012 existiert, wurde im Lichte der bundesweit gültigen Ersatzbaustoffverordnung (seit 2023) überarbeitet und konkretisiert. Nun soll insbesondere die öffentliche Hand Recyclingmaterialien bevorzugen, wenn sie geeignet und wirtschaftlich vertretbar sind. Damit könnten wertvolle Deponieräume geschont, Materialkreisläufe geschlossen und CO₂-intensive Primärrohstoffe ersetzt werden – etwa durch ressourcenschonenden R-Beton oder Flüssigboden mit Recyclinganteil.
Ministerin Eder sieht in dem Bündnis einen „entscheidenden Hebel für nachhaltiges Bauen“: Materialien sollen künftig nicht mehr als Abfall, sondern als Wertstoffe begriffen werden. Der Ansatz reicht vom Rückbau bis zur Planung neuer Bauwerke und umfasst auch Schulungen für Architekt:innen, digitale Bauteilbörsen und die Wiederverwendung ganzer Gebäudeteile. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt etwa der Einsatz von R-Beton im neuen Polizeipräsidium Ludwigshafen oder beim Landesuntersuchungsamt in Koblenz.
Mit der nun vereinbarten engen Kooperation zwischen Ministerien, Kommunalverbänden, Kammern und der Bauwirtschaft wird Rheinland-Pfalz zur Modellregion für zirkuläres Bauen. Wirtschaftsministerin Schmitt betont dabei auch die Bedeutung einer weiterhin verlässlichen regionalen Primärrohstoffversorgung: „Nicht alles ist recycelbar – aber was recycelt werden kann, sollte auch genutzt werden.“ Gerade im Straßen- und Infrastrukturbau liegen erhebliche Potenziale.
Ein bundesweites Vorzeigeprojekt ist zudem die Clusterinitiative Boden- und Bauschuttmanagement im Ahrtal. Mit einer digitalen Plattform werden dort Angebot und Nachfrage für wiederverwendbare Materialien effizient zusammengebracht – ein Ansatz, der sich auch bundesweit übertragen ließe.
Die Verantwortlichen sehen in der neuen Vereinbarung nicht nur eine landespolitische Weichenstellung, sondern auch ein erprobbares Modell für andere Bundesländer. Der Ansatz passt zu den Zielen der industriellen Transformation: Kreisläufe schließen, Materialkosten senken, CO₂ reduzieren – und das mit regionaler Wertschöpfung.
Quelle:
Pressemitteilung bvse: https://www.bvse.de/gut-informiert-mineralik/nachrichten-mineralik/11784-kreislaufwirtschaft-auf-dem-bau-schont-klima-und-ressourcen.html