Milliardenkredit für Berliner Wärmewende: BEW sichert erste Finanzierungsrunde
Die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) hat sich erfolgreich eine erste milliardenschwere Finanzierung für den Umbau ihres Fernwärmesystems gesichert. Ein Bankenkonsortium stellt dem landeseigenen Unternehmen rund eine Milliarde Euro zur Verfügung – deutlich mehr als die ursprünglich angefragten 700 Millionen. Der Kredit dient der Zwischenfinanzierung anstehender Investitionen bis März 2027 und ist Teil eines umfassenden Transformationspfades für die städtische Wärmeversorgung.
Die hohe Nachfrage und das überzeichnete Angebot unterstreichen nach Angaben der BEW das Vertrauen des Kapitalmarkts in die wirtschaftliche Stabilität und langfristige Ausrichtung des Unternehmens. Trotz fehlender Landesbürgschaft habe man günstige Konditionen erhalten, teilte die BEW mit. „Für uns ist das ein starkes Signal: Wir stemmen diese Finanzierung aus eigener Kraft“, heißt es aus der Unternehmensführung.
Der Umbau des Berliner Fernwärmenetzes gilt als eines der größten kommunalen Infrastrukturprojekte Deutschlands. Bis 2030 sollen insgesamt 3,3 Milliarden Euro investiert werden – vor allem in klimafreundliche Kraftwerkstechnik und den Ausbau des Netzes. Der Kreditbedarf bis 2030 wird mit zwei Milliarden Euro beziffert. Die aktuelle Finanzierung dient als Brücke, um in einer zweiten Runde längerfristige Verträge abzuschließen.
Seit der Übernahme der Fernwärmesparte des Energiekonzerns Vattenfall durch das Land Berlin im Jahr 2024 verfolgt die BEW das Ziel, die städtische Wärmeversorgung auf erneuerbare und klimaneutrale Quellen umzustellen. Das Projekt gilt auch bundesweit als Modellfall für eine kommunale Wärmewende mit industriepolitischer Relevanz – nicht zuletzt wegen seiner Bedeutung für die Versorgungssicherheit, Standortattraktivität und Dekarbonisierung in einem industriell geprägten Ballungsraum.
Quelle:
Pressemitteilung von BEW: https://www.bew.berlin/aktuelles-und-presse/bew-schlie%C3%9Ft-erste-finanzierungsrunde-ab/