Studie: Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien über 20 Milliarden Euro bis 2033
Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien bietet nicht nur klimapolitisch Chancen, sondern erweist sich zunehmend als Treiber regionaler Wertschöpfung. Das zeigt ein aktuelles Gutachten, das im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) erstellt und auf den Berliner Energietagen vorgestellt wurde. Die Studienautor:innen vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung sowie von IW Consult untersuchten die Effekte in allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands.
Demnach betrug die installierte Windkraftleistung 2023 rund 60.000 Megawatt und soll sich bis 2033 auf 140.000 Megawatt mehr als verdoppeln. Auch bei der Photovoltaik wird ein massiver Ausbau erwartet. Die direkt erzeugte Wertschöpfung aus dem Betrieb dieser Anlagen belief sich 2023 bereits auf etwa 10 Milliarden Euro – und könnte sich laut Prognose bis 2033 auf über 21 Milliarden Euro erhöhen. Rund 8,6 Milliarden Euro davon verbleiben in den jeweiligen Regionen.
Besonders profitieren strukturschwache, ländliche Räume und Kommunen mit großem Flächenangebot und hoher Anlagenanzahl. Der Großteil der Wertschöpfung entfällt auf Betreibergewinne, gefolgt von Beschäftigungseffekten. So entstanden allein 2023 etwa 50.000 Vollzeitarbeitsplätze im Zusammenhang mit Betrieb und Ausbau der Erneuerbaren. Für 2033 rechnen die Studienautor:innen mit mehr als 100.000 Stellen. Darüber hinaus zeigen sich sogenannte Spillover-Effekte: Das Bruttoinlandsprodukt liegt in Regionen mit starkem Ausbau erneuerbarer Energien bis zu 16 Prozent höher als in Vergleichsregionen.
Frederick Sixtus vom Berlin-Institut betonte in seinem Vortrag, dass viele Kommunen das wirtschaftliche Potenzial bislang nicht ausschöpfen könnten – etwa wegen fehlender Investitionsspielräume oder Personalknappheit. Er forderte daher gezielte politische Unterstützung: Neben leistungsfähigen Energieagenturen brauche es gesetzliche Anpassungen, um beispielsweise kommunale Beteiligung an Anlagen oder genossenschaftliche Modelle zu stärken.
Die Studie liefert damit wichtige Impulse für die regionale Industrietransformation und unterstreicht, dass Wertschöpfungspotenziale aus der Energiewende gezielt gehoben werden müssen. Für Kommunen, insbesondere in strukturschwachen Regionen, könnten Einnahmen aus der Energiewirtschaft zum Stabilitätsfaktor werden – wenn sie finanziell und rechtlich dazu befähigt werden.
Quellen:
Energie & Management: https://www.energie-und-management.de/nachrichten/detail//erneuerbare-kurbeln-lokale-wirtschaft-an-263419
Agentur für Erneuerbare Energien: https://www.unendlich-viel-energie.de/themen/wirtschaft/branchenmeldungen/tag-der-erneuerbaren-energien-demonstriert-leistungsfaehigkeit-der-erneuerbaren