Umweltbundesamt: Rekord bei Erneuerbaren – aber Energiewende sektoral unausgewogen
Laut neuer Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), koordiniert durch das Umweltbundesamt, lag der Anteil erneuerbarer Energien am Brutto-Endenergieverbrauch in Deutschland im Jahr 2024 bei 22,4 Prozent. Damit setzt sich der stetige Aufwärtstrend der letzten Jahre fort – 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Zahlen zeigen: Die Energiewende kommt voran, doch in einzelnen Sektoren ist weiterhin deutlich mehr Tempo erforderlich.
Insgesamt wurden im Jahr 2024 517 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien bereitgestellt – 55 % davon entfielen auf Strom, 38 % auf Wärme und 6 % auf den Verkehrsbereich.
Strom: Rekordanteil und Zubau
Der Stromsektor verzeichnete mit 54,4 Prozent den höchsten Anteil erneuerbarer Energien seit Beginn der Messung. Erzeugt wurden 284 TWh – insbesondere durch Windkraft (138,9 TWh) und Photovoltaik (74,1 TWh). Letztere verzeichnete einen Zuwachs von über 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Ausbau der installierten Leistung legt kräftig zu: 2024 wurde die 99 GW-Marke bei der PV-Kapazität überschritten.
Wärme: Leichte Zuwächse, langsame Entwicklung
Im Wärmesektor stagniert der Anteil erneuerbarer Energien auf vergleichsweise niedrigem Niveau: 2024 lag er bei 18,1 Prozent. Trotz wachsendem Einsatz von Wärmepumpen stieg die erneuerbare Wärmebereitstellung nur leicht auf 197,2 TWh. Die feste Biomasse bleibt mit 61 % wichtigster erneuerbarer Wärmeträger.
Verkehr: Rückgang bei Biokraftstoffen
Im Verkehrsbereich ging der Anteil erneuerbarer Energien leicht auf 7,2 Prozent zurück. Grund ist ein Rückgang beim Absatz von Biokraftstoffen – unter anderem infolge regulatorischer Anpassungen. Insgesamt wurden 42,0 TWh aus erneuerbaren Quellen im Verkehr eingesetzt, der Großteil entfällt weiterhin auf Biodiesel und Bioethanol.
Klimawirkung: 256 Mio. Tonnen CO₂ vermieden
Im Jahr 2024 konnten durch den Einsatz erneuerbarer Energien rund 256 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden. Davon entfielen 80 Prozent auf die Stromproduktion, 16 Prozent auf den Wärmesektor und 4 Prozent auf Biokraftstoffe. Damit liegt der THG-Minderungseffekt fast 70 Prozent höher als noch vor zehn Jahren.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Bedeutung verlässlicher und transparenter Datengrundlagen für den Fortschritt der Energiewende – und sie zeigen, wo Handlungsdruck besteht. Besonders die Sektoren Wärme und Verkehr müssen in den kommenden Jahren stärker in den Fokus rücken, um die nationalen und europäischen Klimaziele zu erreichen.
Quelle (Pressemitteilung UBA):