Wasserstoffhochlauf: Stadtwerke und Mittelstand gestalten regionale Dekarbonisierung

Foto des Panels beim Ludwig-Erhard-Gipfel: Bayern schreibt Zukunft: Welche Technologien treiben das Wachstum? Sechs Personen sitzen beim Panel auf der Bühne, am unteren Bildrand ist außerdem das Publikum zu erahnen.
Panel beim Ludwig-Erhard-Gipfel: Bayern schreibt Zukunft: Welche Technologien treiben das Wachstum? V. l. n. r.: Dr. Rainer Seßner, Tobias Gotthardt, Andrea Martin, Elisabeth L’Orange, Francesco Sciortino, Stefan Röbel (© WEIMER MEDIA GROUP)

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Der Einsatz von grünem Wasserstoff gewinnt als Baustein der industriellen Dekarbonisierung an Bedeutung – insbesondere für Prozesse, die sich nicht elektrifizieren lassen. Beim Ludwig-Erhard-Gipfel kamen Vertreter:innen aus Industrie, kommunalen Energieversorgern und Wissenschaft zusammen, um über Chancen und Hürden eines erfolgreichen Wasserstoffhochlaufs zu diskutieren. Eingeladen hatte die Thüga H2-Plattform, die den Schulterschluss auf regionaler Ebene stärken möchte.

Regionale Allianzen statt zentraler Lösungen

Ob in der Chemie oder Stahlproduktion – für viele mittelständische Industrieunternehmen ist Wasserstoff die einzige realistische Alternative zu Erdgas in Hochtemperaturprozessen. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind herausfordernd: hohe Produktionskosten, unklare Förderkulissen und fehlende Infrastrukturen erschweren Investitionsentscheidungen. 

Besonders hervorgehoben wurde die Rolle kommunaler Energieversorger und Stadtwerke. Sie kennen die lokalen Bedarfe und Potenziale genau – und könnten durch den Einstieg in die Wasserstoffproduktion eine regionale Wertschöpfungskette initiieren.

Netze, Planungssicherheit, Förderung

Technische wie regulatorische Weichenstellungen wurden ebenfalls thematisiert. Die Energieversorger forderten eine stärkere Verzahnung von Fernleitungs- und Verteilnetzen, klare gesetzliche Regeln für den Umbau bestehender Erdgasinfrastrukturen sowie wirtschaftliche Anreize für lokale Elektrolyseprojekte. Nur so ließe sich das Wasserstoff-Kernnetz sinnvoll nutzbar machen – auch für kleinere und mittlere Unternehmen abseits der Haupttrassen.

Impulse aus der Praxis:

  • Nutzung bestehender Gasverteilnetze für H₂
  • Verpflichtende Beimischung dekarbonisierter Gase in der Hochlaufphase
  • Bilanzielle Belieferung vor Inbetriebnahme physischer Netzanbindungen
  • Entlastungen für Elektrolyseure (z. B. Netzentgeltbefreiung) entfristen
  • EU-Regulierung für Grünstromherkunft vereinfachen

Die Veranstaltung zeigte: Der Weg zur Wasserstoffwirtschaft führt auch über regionale Kooperationen und praktikable Lösungen. Damit der Hochlauf gelingt, braucht es Mut, Klarheit und Koordination – zwischen Mittelstand, Versorgern und Politik.

Quelle: https://www.marktundmittelstand.de/technologie/wasserstoff-als-schluesselelement-der-energiewende

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