Zukunftsperspektive für den Industriestandort Deutschland

Feld mit Windrädern und Solaranlage
© envato, elxeneize

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Die deutsche Industrie steht vor einem grundlegenden Modernisierungsprozess. Besonders die energieintensiven Grundstoffindustrien wie Stahl, Chemie und Zement sind von fossilen Energieimporten, hohen Energiepreisen und zunehmendem internationalen Wettbewerbsdruck betroffen. Gleichzeitig sind sie für zahlreiche nachgelagerte Wertschöpfungsketten und damit für die Resilienz industrieller Standorte von zentraler Bedeutung. Die Studie von Agora Industrie zeigt: Die Dekarbonisierung kann dazu beitragen, fossile Abhängigkeiten zu verringern, Wertschöpfung am Standort zu sichern und industrielle Strukturen zukunftsfähig aufzustellen.

Dafür sind erhebliche Investitionen erforderlich. Bis 2045 werden für die Modernisierung der Industrie rund 499 Milliarden Euro veranschlagt, im Durchschnitt etwa 24 Milliarden Euro jährlich. Der größte Teil der Investitionen steht bereits bis 2035 an. Damit sind die kommenden Jahre entscheidend für die Frage, welche Produktionskapazitäten und Wertschöpfungsketten langfristig in Deutschland erhalten bleiben.

Die Studie plädiert für einen abgestimmten Politik- und Investitionsmix: Ein verlässlicher CO₂-Preis soll langfristig Investitionen in klimaneutrale Technologien anreizen, gezielte Förder- und Absicherungsinstrumente sollen die anfänglichen Wirtschaftlichkeitslücken schließen. Gleichzeitig müssen Strom-, Wasserstoff- und CO₂-Infrastrukturen rechtzeitig verfügbar sein. Leitmärkte und öffentliche Beschaffung können zusätzliche Nachfrage nach klimafreundlichen Grundstoffen schaffen, während europäische und internationale Handelspolitik faire Wettbewerbsbedingungen unterstützen soll.

Für Industriestandorte und Regionen bedeutet dies, dass Transformation nicht allein auf Ebene einzelner Unternehmen betrachtet werden kann. Entscheidend sind funktionierende regionale Wertschöpfungsstrukturen, verfügbare Infrastrukturen und das Zusammenspiel von Unternehmen, Energieversorgung und Absatzmärkten. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen je nach Branche erheblich. Insbesondere an Verbundstandorten kann der Erhalt einzelner Grundstoffproduktionen für ganze Wertschöpfungsketten von Bedeutung sein. Die Studie sieht deshalb einen sektorspezifischen Ansatz als notwendig an.

Quelle: A-IND_428_Zukunftsperspektive_fuer_den_Industriestandort_Deutschland_WEB.pdf

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